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Wheat Field

Meng Landwirtschaft appelliert an Luxemburger Europaabgeordnete, die Deregulierung von Pflanzen aus neuer Gentechnik zu stoppen

  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Luxemburg, den 27. April 2026 - Nachdem der Europäische Rat am Dienstag dem Kompromissvorschlag zwischen EU-Kommission, EU-Rat und EU-Parlament zur Zulassung von Pflanzen, die mit sogenannten “neuen genomischen Techniken” (NGT) gewonnen wurden, leider zugestimmt hat, appellieren die in der Plattform Meng Landwirtschaft zusammengeschlossenen Organisationen [1] an die Luxemburger EU-Abgeordneten, diesen Vorschlag, der voraussichtlich in der Woche vom 18. Mai im Plenum des Europaparlaments zur Abstimmung stehen wird, abzulehnen. Über www.menglandwirtschaft.lu/ngt können die Bürger:innen mit einem Klick die Europaabgeordneten dazu auffordern. 


Die EU verhandelt seit 2023 über den Entwurf einer Verordnung zu Pflanzen, die mit sogenannten  “neuen genomischen Techniken“ (NGT) gewonnen wurden. Deren Ziel ist es, einen Großteil dieser Pflanzen von den bestehenden EU-Vorgaben für gentechnisch veränderte Organismen auszunehmen.


Die Plattform Meng Landwirtschaft steht dem Kompromissvorschlag äußerst kritisch gegenüber:

  • Die verpflichtende Verbraucherkennzeichnung, Rückverfolgbarkeit, Risikoprüfung sowie Vorlage geeigneter Nachweisverfahren sollen abgeschafft werden. Gleichzeitig soll die Patentierung uneingeschränkt möglich bleiben.

  • Insgesamt ermöglichen neue Gentechnikverfahren einen weitaus tieferen Eingriff in die Eigenschaften von Arten und ihren Ökosystemen, als dies bei konventioneller Züchtung und evolutionären Prozessen zu erwarten wäre. Dies geht nicht nur mit den Umweltrisiken der spezifischen NGT-Pflanze einher, sondern auch mit Kaskadenrisiken für die Ökosysteme. Die Konvergenz von künstlicher Intelligenz (KI) und NGT kann diese Entwicklung erheblich beschleunigen und zu einer Vervielfachung der Risiken führen.

  • Infolgedessen kann die Freisetzung von Organismen, die aus neuen Gentechnikverfahren hervorgehen, Ökosysteme gefährden, zu einer neuen Ursache für das Aussterben von Arten werden und die Ernährungssicherheit bedrohen.


Meng Landwirtschaft bedauert, dass die Luxemburger Regierung dem Kompromissvorschlag zugestimmt hat. Während die Vorgängerregierungen in Punkto genmanipulierter Pflanzen stets das Vorsorgeprinzip hochgehalten und sich gegen die Freisetzung von GMOs eingesetzt hatten, vollzieht die aktuelle Regierung einen Paradigmenwechsel: sie untergräbt einen wissenschaftlich fundierten Umgang mit den Risiken der Gentechnik und nimmt den Bürgerinnen und Bürgern das Recht, selbst zu entscheiden, was sie essen wollen. Profiteure werden Agrarkonzerne wie Bayer-Monsanto oder KWS sein, die ihr patentiertes Saatgut auf den Markt drücken, zu Lasten von Landwirtinnen und Landwirten sowie von unabhängigen Züchtern.


Trotz mehrfacher Nachfrage war die Landwirtschaftsministerin auch nicht daran interessiert, sich mit der Zivilgesellschaft auszutauschen. Auch bei den Europaabgeordneten wurden Unterredungen angefragt.


Meng Landwirtschaft ruft alle Verbraucherinnen und Verbraucher in Luxemburg dazu auf, die Luxemburger EU-Abgeordneten aufzufordern, den Kompromissvorschlag zur Deregulierung von NGTs bei der bevorstehenden Abstimmung Mitte Mai abzulehnen. Hierzu hat die NGO “Save our Seed” ein praktisches Email-Tool zur Verfügung gestellt, welches über www.menglandwirtschaft.lu/ngt erreichbar ist.

 
 
 

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