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Nachrichten

17.03.2011 |

Abschaffung umweltschädlicher EU-Subventionen?

In einem offenen Brief an Kommissionspräsident José Manuel Barroso zeigten sich 91 europäische Organisationen besorgt, dass die Kommission noch keinen Fahrplan für den Abbau umweltschädlicher Subventionen erarbeitet hat und damit ihr eigenes Versprechen sowie die Aufforderungen von EU-Parlament und Ministerrat ignoriere. Die Agrarreform werde offenbar ohne eine Analyse der ökologischen Auswirkungen der EU-Subventionen auf die Umwelt vorangetrieben.

17.03.2011 |

Demos gegen Gentechnik im Saatgut

Saatgutaktion in Hannover Saatgutaktion in Hannover, Foto: Unabhängige Bauernstimme

Bündnisse werden aktiv gegen die drohende Aufhebung der Nulltoleranz von Gentechnik im Saatgut. Heute finden Aktionen in Hamburg, Gießen, Schwerin und Stuttgart statt. Gestern zogen 30 Saatgutschützer mit Trecker, Drillmaschine und Saatgutsäcken vor den Niedersächsischen Landtag, um gegen den u.a. von der niedersächsischen Landesregierung eingebrachten Antrag im Bundesrat zu protestieren. Sie befürchten, dass die vorgeschlagenen „technischen Vorschriften“ die strenge Null-Toleranz im Saatgut aushebeln könnte. „Technische Tricks, um eine schleichende Verunreinigung des Saatguts zu legalisieren, sind fatal für die gentechnikfreie Land- und Lebensmittelwirtschaft. Die Nulltoleranz muss ohne Wenn und Aber gelten“, so Annemarie Volling, Sprecherin des Bündnisses für gentechnikfreie Landwirtschaft Niedersachsen, Bremen, Hamburg. Das Bündniss fordert die Länder auf, den Antrag im Bundesrat zurückzuziehen.
Morgen findet in Berlin eine Protestaktion zur Entscheidung der Landesregierungen vor dem Bundesrat statt. Mittlerweile haben bereits die Länder Bremen, Brandenburg und Hessen zugesagt, dem Antrag am Freitag nicht zuzustimmen.
Unterdessen wurde in Nordrhein-Westfalen verunreinigtes Saatgut aus dem Verkehr gezogen. In vier von 16 Proben wurde der zum Anbau verbotene Gentechnik-Mais MON 810 gefunden.

16.03.2011 |

Kritik an Aigners Charta-Prozess

Auf Einladung der Agrarministerin Ilse Aigner diskutieren aktuell Umweltschützer, Bauern und andere Gruppen über die künftige Agrarpolitik, aus der heraus neue Leitlinien für eine zukunftsfähige Landwirtschaft („Charta für Landwirtschaft und Verbraucher“) entwickelt werden soll. Doch wichtige linke Verbände fehlen, wie die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), die Entwicklungshilfeverbände Misereor und Oxfam sowie der größte deutsche Ökobauernverband, Bioland, und der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM). Zudem fehlen wichtige Fragen auf der Themenliste. Zum Beispiel zu Gentechnik und einer gerechteren Verteilung der Agrarsubventionen zwischen großen und kleinen Betrieben.

14.03.2011 |

Bauernverband „in Sorge“ über gesellschaftliche Debatte zur Zukunft der Landwirtschaft

In einem offenen Brief an Bundesministerin Aigner bezweifelt der Präsident des Deutschen Bauernverbands Sonnenleitner, dass die durch das BMELV initiierte Debatte zur Landwirtschaft in Deutschland auch „realistisch“ geführt wird. Laut Sonnenleitner haben sich bestimmte „Wahrnehmungen“ über die deutschen Bauern entwickelt, die den „Fakten und Marktrealitäten“ häufig nicht entsprechen.
Aktuell ruft das Bundesministerium für Landwirtschaft zum Dialog mit Bürgern, Verbrauchern und Landwirten auf, aus der heraus neue Leitlinien für eine zukunftsfähige Landwirtschaft ( „Charta für Landwirtschaft und Verbraucher“ ) entwickelt werden soll .

13.03.2011 |

EP will Eiweiss-Defizit beenden

Das Europäische Parlament nahm am 8. März einen Initiativbericht an, in dem es die Kommission auffordert, das gegenwärtige Defizit an Eiweißpflanzen zu beenden. Über 70 % des Bedarfs werden gegenwärtig durch Importe, v.a. von Soja, aus Drittländern gedeckt. Weil in der Abstimmung eine Reihe von Anträgen angenommen wurden, die einen Schwellenwert für gentechnisches Soja-Importe fordern, zog der Autor des Berichts, Martin Häußling (Grüne, Deutschland) seinen Namen allerdings zurück.

11.03.2011 |

Agrokraftstoffe liefern keinen Beitrag zum Klimaschutz

Raps Foto: Tobias Kunze / pixelio

Die neue Benzinsorte "E10" mit 10 Prozent Ethanol-Anteil leistet nach Ansicht von Umwelt- und Entwicklungsorganisationen keinen Beitrag zum Klimaschutz. Agrarsprit sei aus Umweltsicht nicht besser als herkömmliches Benzin. Autoherstellern und der Bundesregierung diene "E10" als Alibi für die Entwicklung sparsamerer Fahrzeuge.

10.03.2011 |

BMELV ruft zum Mitreden auf

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner ruft angesichts der bevorstehenden Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu einer breiten gesellschaftlichen Debatte über die zukünftige Landwirtschaft auf. In insgesamt vier Workshops soll mit Vertretern breiter gesellschaftlicher Kreise über die Herausforderungen diskutiert werden. Über das Internet sollen Bürger, Verbraucher und Landwirte ihre Vorstellungen in den Diskussionsprozess einbringen. Der Prozess läuft bis zum Herbst 2011. Darauf aufbauend will das BMELV eine „Charta für Landwirtschaft und Verbraucher“ entwickeln.

09.03.2011 |

UN-Bericht für agrarökologische Wende

Ein Bericht des UN-Sonderberichterstatters Olivier De Schutter "Agrarökologie und das Recht auf Nahrung" spricht sich für eine grundsätzliche agrarökologische Wende aus, um die Nahrungsmittelproduktion zu erhöhen und gleichzeitig Klimawandel und ländliche Armut zu mindern. Die Produktion von Kleinbauern in den Krisenregionen könne sich durch ökologische Anbaumethoden innerhalb von 10 Jahren verdoppeln.

09.03.2011 |

Proteste gegen Großprojekt in Niedersachsen

Landwirte und AnwohnerInnen wehren sich gegen einen Riesen-Kuhstall in Niedersachsen. In Barver südlich von Bremen soll ein Großbetrieb mit 3.200 Milchkühen und 1.500 Zuchtrindern entstehen. Er wäre der größte in ganz Deutschland. Es werden bereits Unterschriften gegen das Projekt gesammelt.

08.03.2011 |

EU-Bericht plädiert für den Abbau von Subventionen

Laut einem EU-Parlamentsbericht sollten EU-Subventionen in der Landwirtschaft und der Struktur- und Energiepolitik abgebaut werden, die die Umwelt schädigen. Der Bericht, beauftragt vom Umweltausschuss des Parlaments, wurde letzte Woche veröffentlicht und antwortet auf die Empfehlungen einer Gruppe von Nichtregierungsorganisationen im November. Der Bericht findet sich unter: www.europarl.europa.eu/activities/committees/studies/download.do

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