Nachrichten
04.11.2011 | permalink
Aigner begrüßt Beschlüsse der G 20 für mehr Transparenz auf den Rohstoffmärkten
Mehr Transparenz am Markt soll zu stabileren Mais-Preisen führen. Photo: stockxchng
Auf dem jüngsten G 20-Gipfel in Cannes haben sich die Regierungschefs hinter den Beschluss der Agrarminister der G 20-Staaten vom Juni 2011 gestellt und befürworten die Einrichtung eines Agrarmarkt-Informationssystems (AMIS). Nach Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner führe dieses System zu mehr Transparenz auf den Märkten und damit zu geringeren Schwankungen der Nahrungsmittelpreise. Wie AMIS in der Praxis umgesetzt werden kann, ist jedoch noch umstritten.
03.11.2011 | permalink
Bauern fordern Recht auf Saatgut-Nachbau und Einrichtung eines Saatgut-Fonds
Maissaatgut Foto: SaveOurSeeds
Nach Informationen der IG Nachbau soll das EU-Sortenschutzrecht und die Saatgutnachbauregelung in Brüssel hinter verschlossenen Türen reformiert werden. Es wird befürchtet, dass die Reformen einseitig zugunsten der Züchter und zu Lasten der Bauern gehen. Georg Janßen (AbL und IG Nachbau) dazu: „Wir verteidigen das jahrtausend alte Bauernrecht auf Nachbau von Saatgut.“ Und weiter: „Saatgutzüchtung ist eine Aufgabe der Gesellschaft und deshalb fordern wir einen Saatgut-Fonds, in dem der Staat, die Züchter, Bauern und der Handel einzahlen sollen und dann demokratisch entschieden wird, für welche Züchtungsprojekte Geld ausgegeben wird.“
02.11.2011 | permalink
G20: Zehn Weltorganisationen fordern Ende der Agrarsprit-Förderung
In einer gemeinsamen Empfehlung fordern OECD, FAO, Weltbank, Internationalem Währungsfond, WTO und andere die G20-Regierungen auf, zur Eindämmung von Preisschwankungen und zur Bekämpfung des Hungers "Bestimmungen in ihrer nationalen Politik zu streichen, die die Produktion oder den Verbrauch von Biosprit subventionieren oder vorschreiben".
01.11.2011 | permalink
BASF plant Gentech-Pommes
Pommes aus einer Gentech-Kartoffel dank BASF?-+-Photo:Simone Knorr
Die BASF hat die Zulassung einer neuen gentechnisch veränderten Kartoffel beantragt. Die „Fortuna“ ist laut BASF gegen die Kraut- und Knollenfäule resistent und soll in der EU zum Anbau als Lebens- und Futtermittel zugelassen werden. Die BASF plant damit das zweite GVO-Knollen-Projekt in Europa. Letztes Jahr wurde die Gentechnik-Kartoffel "Amflora" in der EU zum Anbau zugelassen, sie wird jedoch nur auf wenigen Hektar angebaut, Stärke-Hersteller lehnen ihre Verwendung größtenteils ab, das es längst gentechnikfreie Alternativen gibt. Laut einer Greenpeace-Umfrage unter Pommes-Herstellern wäre auch die neue BASF-Kreation unbeliebt. Greenpeace gibt obendrein zu bedenken, dass die Gentech-Kartoffel gentechnikfrei wirtschaftenden Herstellern durch Kontrollen und Waren-Trennung erhebliche Kosten verursachen würde und von Verbrauchern abgelehnt werde.
- n-tv.de: Zulassung als Lebensmittel beantragt: BASF bringt die Gen-Kartoffel raus
- top agrar: BASF beantragt Zulassung für GVO-Speisekartoffel
- SPIEGEL ONLINE: Umstrittene Knolle: BASF hält an Gen-Kartoffel Amflora fest
- PM Harald Ebner (Bündnis 90/Die Grünen): Gen-Kartoffel Fortuna wird BASF kein Glück bringen
- GABOT: Minister Bonde lehnt Genkartoffel ab
31.10.2011 | permalink
Antibiotika als Wachstumsbeschleuniger in Großbetrieben?
Laut NDR-Informationen belegt eine Studie des NRW-Verbraucherschutzministeriums, dass in Nordrhein-Westfalen in weit größerem Ausmaß als bisher angenommen Antibiotika in der Hähnchenmast eingesetzt werden. In 83 % der untersuchten Mastdurchgänge wurden Antibiotika eingesetzt. In über 50 % der Fälle erfolgte die Gabe unzulässigerweise nur für ein bis zwei Tage, was den Verdacht nahelegt, dass Antibiotika als Wachstumsbeschleuniger eingesetzt werden. Der Zentralverband der Geflügelwirtschaft weist diesen Vorwurf als „schlicht unwahr“ zurück. Offiziell werden die Ergebnisse der Studie Mitte November vorgestellt. Auch auf europäischer Ebene wird das Thema aktuell behandelt: das Parlament will den vorbeugenden Antibiotika-Einsatz verbieten.
28.10.2011 | permalink
Proteste gegen Agrarindustrie begleiten Agrarministerkonferenz
Protestaktion: Frau Aigner füttert Agrarindustrie mit Geldbündeln Photo:Campact
Die Agrarministerkonferenz am 27. und 28. Oktober in Suhl wurde von Protesten begleitet. „Meine Landwirtschaft“ und Campact fordern: „Bauernhöfe statt Agrarindustrie“. Der BDM überreichte das „Suhler Milchbauern-Manifest“. Auf der Konferenz wurde heftig über die aktuellen Kommissions-Vorschläge zur EU-Agrarreform debattiert, mit dem Ziel eine gemeinsame deutsche Position zu finden, vor allem zur geplanten Kappung der Prämien und der Ausgestaltung ökologischer Vorrangflächen. Die Minister forderten ein Importverbot von Eiern aus Käfighaltung ab 1.1.2012 und die Eindämmung des Verlustes von Ackerflächen.
- top agrar: Proteste begleiten Agrarministerkonferenz
- Umwelt- und Landwirtschaftsministerium NRW: Ergebnisse der AMK zum Thema Greening
- PM Campact: Protest gegen das Mästen der Agrarindustrie
- top agrar: Agrarministerkonferenz einigt sich auf Kompromiss zur Käfighaltung
- PM BMELV: Aigner: "Die deutsche Landwirtschaft zukunftsfest machen"
- MDR: Proteste vor der Agrarministerkonferenz
- agrarheute: Herbstkonferenz: Agrarminister finden gemeinsame Position
27.10.2011 | permalink
Demo gegen Patente auf Brokkoli, Brot & Bier
Im Oktober demonstrierten 300 Menschen gegen Patente auf Pflanzen und Tiere in München. Foto: no-patents-on-seeds.org
Gestern demonstrierten 300 Menschen in München gegen die Praxis der Patentierung von Pflanzen und Tieren. Nachdem das Patentamt letzte Woche angekündigt hatte, ein Patent auf Brokkoli bestehen zu lassen, forderte das Bündnis „Keine Patente auf Saatgut“ von Agrarministerin Aigner, rechtliche Schritte dagegen einzuleiten. Die Verbände kritisieren den Ausverkauf von Lebensgrundlagen an Agrar-Konzerne. Ruth Tippe von der Initiative „Kein Patent auf Leben“ beobachtet die Patent-Vergaben des Amtes genau und deckt auf, dass sogar bereits Patentanträge auf Brot, Bier und Nudeln vorliegen. Dass derartige Patente durchgewunken werden, wundert sie nicht, denn das Patentamt finanziert sich über die Vergabe der Patente und hat damit ein Interesse daran, möglichst viele Patente zu erteilen.
25.10.2011 | permalink
Aigner legt Charta zur Grünen Woche vor
Zum Abschluss des sogenannten Charta-Prozesses, bei dem Landwirtschaftsministerin Verbände zur Diskussion über die Ausrichtung der Landwirtschaft einlud, kündigte die Ministerin an, zur Grünen Woche eine "Charta" vorzulegen, die ihre Handschrift tragen werde. Der bisher skeptische Bauernverband zeigte sich zufrieden, ebenso die CDU, die Grünen weniger.
25.10.2011 | permalink
Klage gegen Kappung vor dem EuGH
Eine vom Raiffeisen-Verband und DBV unterstützte Klage ostdeutscher Agrarunternehmen gegen die Kürzung der Direktzahlungen an Grossbetriebe im Rahmen der sogenannten Modulation wurde jetzt an den Europäischen Gerichtshof verwiesen. Die Grossbetriebe hoffen, dass er die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Kappungen bei der nächsten Agrarreform gleich als "Diskriminierung" mit kassiert.
25.10.2011 | permalink
EU-Agrarreform: Die Macht der Monokultur
Landwirte gestern und heute, Montage: Der Freitag
In ganz Europa betreiben Bauern inzwischen eine grüne und gerechte Landwirtschaft. Doch die Politik ignoriert das und zerstört mit Prämien und Subventionen lokale Märkte. Ein Kommentar von Tanja Busse.

