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Nachrichten

15.11.2011 |

Nahrungsmittelspekulation: Widerstand wirkt

Können BürgerInnen den Geldfluss in die Nahrungsmittelspekulation stoppen? (Foto: Gerd Altmann / Pixelio.de) Können BürgerInnen den Geldfluss in die Nahrungsmittelspekulation stoppen? (Foto: Gerd Altmann / Pixelio.de)

Nach der Aktion „Hände weg vom Acker, Mann“ und dem Report „Die Hungermacher“ hat foodwatch nun eine repräsentative Umfrage über das Thema Nahrungsmittelspekulation veröffentlicht, die eine eindeutige Sprache spricht.
84 % halten die Spekulation mit Nahrungsmitteln für inakzeptabel, rund die Hälfte der Befragten würde alle Anlagen, bei denen Geld in die Spekulation mit Nahrung fließt, bei ihrer Bank kündigen und darüber nachdenken, ihr Konto bei diese Bank aufzulösen. Daraus entsteht nun erheblicher Handlungsdruck für die Banken und es scheint so, als ob der Widerstand langsam Wirkung zeigt. Die Deutsche Bank lässt derzeit ihre Rohstoffgeschäfte prüfen und will Ende Januar vorstellen, welche Konsequenzen sie daraus zieht.

15.11.2011 |

NRW veröffentlicht Antibiotika-Studie

Der Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast ist gängige Praxis Der Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast ist gängige Praxis (Photo:Pixelio/Angelina S.)

Laut einer gestern veröffentlichten Antibiotika-Studie des NRW-Verbraucherschutzministeriums, ist der Einsatz von Antibiotika in der Hähnchemast inzwischen zur Regel und gängigen Praxis geworden. Die Studie ist das erste Gutachten in Deutschland, das den Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast systematisch und umfassend untersuchte. Sie kam zu dem Ergebnis dass insgesamt 96,4 Prozent der Tiere aus den untersuchten NRW Betrieben mit Antibiotika behandelt wurden. NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel betonte bei der Vorstellung des Abschlussberichtes in Düsseldorf:"„Der Einsatz von Antibiotika hat ein Ausmaß erreicht, der alarmierend ist“.

15.11.2011 |

Verbände warnen vor Zulassung von Gentech-Soja

Soja-Pflanze kleiner Ausschnitt 800.000 Tonnen Soja, meist gentechnisch verändert werden jährlich nach Bayern importiert. Foto: Franz Haindl - www.pixelio.de

Die EU-Mitgliedsstaaten haben gestern über die Zulassung von zwei gentechnisch veränderten Soja-Pflanzen beraten. Es handelt sich um Soja-Pflanzen der Firmen Bayer und Monsanto. Beide sind gegen Spritzmittel resistent gemacht, dessen Rückstände sich aber auf den Pflanzen wiederfinden. Der NABU und der Verein Testbiotech warnen vor einer Zulassung für den EU-Markt. Da die Gentech-Soja unempfindlich gegen Spritzmittel sind, werden diese massiv angewendet. Auch Unkräuter bilden in der Folge Resistenzen und bringen die Bauern dazu, noch mehr Gifte einzusetzen. Es ist daher dringend notwendig, die Pflanzen auf Rückstände zu untersuchen. Daten darüber fehlen jedoch bisher, kritisieren der NABU und Testbiotech. Die Zulassung der sogenannten Basta-Bohne von Bayer ist insbesondere problematisch, weil mit ihrem Anbau der Einsatz des Spritzmittels Glufosinat einhergeht. Glufosinat ist jedoch so gesundheitsgefährdend, dass die EU das Mittel auf die Liste der Stoffe gesetzt hat, die in Zukunft vom Markt verschwinden sollen.

14.11.2011 |

Agrarminister bemäkeln Agrarreform

EU-Agrarminister in Wroclaw EU-Agrarminister in Wroclaw

Eine lange Parade von Wenns und Abers dominierte die Debatte der Agrarminister über die von der EU Kommission vorgeschlagene Reform der Direktzahlungen ab 2014. Keine Kappung für Großbetriebe und keine "Öko-Bürokratie" war das deutsche Credo.
Im Übrigen erzielten die Minister gegen den deutschen Widerstand eine Einigung, die Lebensmittelhilfe für Bedürftige bis 2014 fortzusetzen und Verbraucher-Kommissar Dalli versicherte, er werde gegen alle Staaten, die das Verbot von Legebatterien zum 1.1.2012 nicht umgesetzt haben ein Verfahren einleiten.

14.11.2011 |

Zehn Prozent der Milch in Deutschland ohne Gentechnik erzeugt

Neues Ohne-Gentechnik-Siegel Immer mehr Hersteller nutzen das Ohne-Gentechnik-Logo. Verbraucher können dadurch erkennen, dass im Tierfutter keine Gentechnik steckt.

Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) hat an das 100. Unternehmen die Lizenz zur Nutzung des Ohne-Gentechnik-Siegels vergeben. Die Firma Zott hatte ihre Marke Zottarella bereits im April mit einem eigenen Logo verziert und nun die Lizenz vom Verein bekommen. VLOG-Vorstandsmitglied Jochen Koester freut sich über die positive Entwicklung: Bereits über 35 Prozent der Eierhersteller in Deutschland sind beim VLOG registriert. Bei der Milch sind es 10 Prozent der Ware, die ohne Gentechnik hergestellt werden. Nachdem das Siegel anfangs kritisch beäugt wurde, bemüht sich nun auch der Lebensmittelhandel um einen Standard ohne Gentechnik. Das stimmt optimistisch: Koester prognostiziert, dass in drei Jahren die Hälfte aller Kühe in Deutschland ohne gentechnisch veränderte Pflanzen gefüttert werden.

14.11.2011 |

Tierschutzverbände enttäuscht von Kommissionsbericht zu Tiertransporten

Tiertransport (Foto: M.Karremann/Deutscher Tierschutzbund) Tiertransport (Foto: M.Karremann/Deutscher Tierschutzbund)

Die EU-Kommission kommt in ihrem Bericht über den Einfluss der Verordnung 1/2005 auf den Tierschutz beim Transport zu dem Schluss, dass sich der Tierschutz in den letzten 4 Jahren verbessert habe – auch wenn es nach wie vor „gravierende Mängel“ gebe. Die Behörde kündigte Maßnahmen zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung an, Nachbesserungen der bestehenden Rechtslage sollen jedoch nicht erfolgen. Tierschutzverbände kritisieren, dass die Zahl der europäischen Tiertransporte auf Rekordniveau ist und massive Missstände vor allem in Ladedichte und Transportzeiten weiterbestehen und daher eine Nachbesserung der derzeitigen gesetzlichen Vorgaben dringend notwendig sei.

10.11.2011 |

Aigner kündigt Neuerung der Antibiotika Überwachung an

Huhn hinter Gittern Huhn hinter Gittern Photo:Rouven Weidenauer/pixelio.de

Seit Anfang des Jahres werden Daten über die Vergabe von Antibiotika in der Nutztierhaltung in einem datenbankgestützten Informationssystem dokumentiert. In diesem System, namens DIMDI werden die erste beiden Ziffern der Postleitzahl des verordnenden Arztes erfasst. Einzige Ausnahme bislang: Die Geflügelhaltung. Als Grund für diese Ausnahme nannte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) datenschutzrechtliche Bedenken. Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar nannte diese Begründung allerdings „Unsinn“, da hier das Allgemeinwohlinteresse wichtiger sei als der Datenschutz. Auf diese Kritik und andere Berichte reagierte das Bundeslandwirtschaftsministerium jetzt. Künftig sollen auch Daten in der Geflügelhaltung erhoben werden. Unter anderem will die Ministerin die DIMDI-Arzneimittelverordnung ändern, um „bundesweit eine Minimierung der Antibiotika-Mengen zu erreichen und die Überwachung durch die zuständigen Länderbehörden zu verbessern", so Aigner.

09.11.2011 |

EU-Gremien diskutieren Agrarreform

Das Ringen um zustimmungsfähige Kompromisse für die anstehende EU-Agrarreform in Brüssel geht weiter. In einer Diskussion zwischen Kommission, dem Landwirtschaftsausschuss des Parlaments und den Mitgliedsstaaten ging es nun vorrangig um die Direktzahlungen. Die östlichen Mitgliedsstaaten fühlen sich hier benachteiligt, vor allem die baltischen Landwirte, da sie nur ungefähr die Hälfte des europäischen Durchschnitts erhalten sollen, obwohl ihnen bei ihrem EU-Beitritt eine Angleichung bis 2013 versprochen worden war. Weitere Themen waren die einheitliche Flächenprämie innerhalb der Mitgliedsstaaten und Maßnahmen zur gemeinsamen Marktordnung.

08.11.2011 |

Weltweiter Widerstand gegen Agro-Gentechnik

Studie: "The GMO emperor has no clothes" Studie: "The GMO emperor has no clothes"

20 Umwelt- und Konsumentenschutzorganisationen aus Asien, Afrika, Amerika, Australien und Europa haben eine gemeinsame Studie veröffentlicht, in der die falschen Versprechungen der Agro-Gentechnik-Industrie und die dazugehörigen Fehlentwicklungen aufgezeigt werden. So hat der Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen weder die Lebensmittelsicherheit erhöht noch den weltweiten Hunger eingedämmt oder den Pestizid-Einsatz verringert. Vielmehr hat die Agro-Gentechnik bereits heute zur Zerstörung der Biodiversität und der Lebensgrundlage von Bauern geführt.

07.11.2011 |

Entwicklungshilfeorganisationen enttäuscht von G 20

Ernährungssicherheit Kleinbauern sind wichtig für Ernährungssouveränität.

Zum Ende des G 20 Gipfels in Frankreich äußerten Entwicklungshilfeorganisationen ihre Enttäuschung darüber, dass die Themen Armut, Hunger und Ernährungssicherheit kaum vorangebracht wurden. So wurde weder die Finanztransaktionssteuer konkretisiert noch die Spekulation mit Nahrungsmitteln wirksam eingedämmt. Positiv wurde der Auftritt von Bill Gates bewertet – er sprach sich u.a. für die Besteuerung von Finanztransaktionen aus, um Hunger und Armut weltweit zu bekämpfen.

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