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Nachrichten

07.12.2011 |

EU-Biosiegel in großem Stil gefälscht

Bio-Siegel Das Eu-Biologo und das staatliche Biosiegel (Quelle: www.bio-siegel.de)

In der italienischen Stadt Verona wurden am Mittwoch sieben Verdächtige festgenommen, die konventionelle Lebensmittel unrechtmäßig als Bio verkauft haben sollen. Über 700 Millionen Kilogramm Lebensmitteln sollen sie durch gefälschte Dokumentationen des Produktionsprozesses zum EU-Biosiegel verholfen haben, so die italienische Polizei. Es muss allerdings vor Panikmache gewarnt werden. "Gegen eine kriminelle Bande hilft auch das beste Kontrollsystem nicht.", sagt Alexander Gerber vom Bund Ökologische Landwirtschaft (BÖLW). Die Gefahr bei getesteten Lebensmitteln Spuren von konventionellen Lebensmitteln zu finden liege bei „weniger als fünf Prozent“, relativiert Gerber.

05.12.2011 |

Aigner will Exportsubventionen abschaffen

"Agrarsubventionen passen nicht mehr in die Zeit", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner dem Spiegel. Die angesichts des Höhenflugs der Weltmarktpreise gegenwärtig ohnehin kaum eingesetzten direkten Exportsubventionen der EU sollten gänzlich abgeschafft werden.

05.12.2011 |

Weltbodentag: Industrie zerstört die kostbare Ressource

Boden Foto: Volker Gehrmann

Die Internationale Bodenkundliche Union ernannte 2002 den 5.Dezember zum internationalen Weltbodentag. Durch die Aktion soll auf die Bedeutung der Ressource Boden aufmerksam gemacht werden. Anlässlich des Weltbodentages präsentierte die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft und der Bundesverband Boden den Boden des Jahres 2012: Moore. Vor allem Niedermoore, die ihre Feuchtigkeit überwiegend aus dem Grundwasser bekommen, mussten der industriellen Landwirtschaft weichen. Doch sie sind wertvolle Kohlenstoffsenker. Im Gegensatz dazu betont Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), schütze der ökologische Landbau die Böden "wie kein zweites Anbausystem". Seiner Ausdehnung würden allerdings von Seiten der Politik weiterhin Steine in den Weg gelegt, so der BÖLW.

30.11.2011 |

Grenzübergreifender Milchbauern-Protest gegen Dumping-Exporte

Bauern protestieren gegen Dumping-Butter (Photo: wrw / pixelio.de) Bauern protestieren gegen Dumping-Butter (Photo: wrw / pixelio.de)

Schweizer und deutsche Milchbauern protestierten gemeinsam gegen Überschussproduktion und Preisdumping. Derzeit exportiert die Schweiz tausende Tonnen Butter nach Deutschland, um die eigenen Überproduktionsbestände abzubauen. Da das Preisniveau in der Schweiz relativ hoch ist, wird der Exportpreis künstlich gedrückt. Dies wird durch einen Fonds finanziert, den die Schweizer Milchbauern mit Zwangsabgaben auf ihre Milch speisen. Die deutschen Bauern können mit der billig auf die deutschen Märkte gespülten Butter nicht konkurrieren und fürchten Druck auf die Erzeugerpreise. Die Bauern fordern daher ein Ende der Überschuss-Produktion und eine Anpassung der Milchmenge an die Nachfrage.

28.11.2011 |

Kirche fordert bessere Abstimmung von EU-Agrarpolitik und internationalem Kampf gegen Hunger

EKD (Photo: Volker Gehrmann) Photo: Volker Gehrmann

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) fordert eine bessere Abstimmung agrar- und entwicklungspolitischer Ziele in der europäischen Union und ein grundlegendes Umdenken in der Landwirtschaftspolitik. Im Rahmen der Vorstellung einer Stellungnahme der EKD zu den aktuellen Plänen der EU-Agrarreform in Brüssel wurde unter anderem die mangelnde Rücksicht auf die Auswirkungen der EU-Agrarpolitik auf Nicht-EU-Länder kritisiert. Eine Produktionssteigerung innerhalb der EU reiche als Beitrag zur Welternährung nicht aus, vielmehr müsse die Fähigkeit der Menschen sich selbst zu ernähren gestärkt werden, um einseitige Abhängigkeiten zu verhindern.

25.11.2011 |

Alarmierender Rückgang der Artenvielfalt

Der Stör: stark gefährdete Art (Photo: Moa-Anette / pixelio.de) Der Stör: stark gefährdete Art (Photo: Moa-Anette / pixelio.de)

Wie neueste Forschungsergebnisse zeigen, weist Europas Naturerbe besorgniserregende Verlustzahlen auf. Ein großer Anteil der Weichtiere, Süßwasserfische und Gefäßpflanzen muss nach einer Untersuchung von 6.000 Arten im Rahmen der Europäischen Roten Liste als gefährdet eingestuft werden. In Europa ist zum Beispiel mehr als jeder dritte Süßwasserfisch vom Aussterben bedroht. Grund dafür sind laut der Weltnaturschutzunion (IUCN) Umweltverschmutzung, Überfischung und die Einführung fremder Arten. Bei den Gefäßpflanzen sind vor allem die Wildarten von Kulturpflanzen stark gefährdet. Die Studie zeigt jedoch auch, dass Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen positive Wirkungen zeigen.

24.11.2011 |

Ausstieg von Umweltverbänden, Imkern und Wasserwirtschaft aus Pestizid-Aktionsplan der Bundesregierung

Großflächiger Pestizideinsatz (Photo: Uwe Steinbrich / pixelio.de) Großflächiger Pestizideinsatz (Photo: Uwe Steinbrich / pixelio.de)

Ein Bündnis von Umweltverbänden, Berufsimkern und der Wasserwirtschaft steigt aus der Mitarbeit im Forum des Pestizid-Aktionsplans des Bundeslandwirtschaftsministeriums aus. Damit wollen sie ein Zeichen gegen die Verabschiedung des Pflanzenschutzgesetzes und den darin enthalten „Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln“ am 25.11.2011 im Bundesrat setzen. Das Bündnis wirft dem BMELV vor, sich einseitig an den Interessen der Agrarindustrie zu orientieren und nicht gewillt zu sein, die Pestizidbelastungen in Deutschland ernsthaft zu senken. Diese einseitige Ausrichtung wollen die Verbände des Bündnisses nicht länger unterstützen.

22.11.2011 |

Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe sinkt

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe sinkt weiter (Photo: Rainer Sturm / pixelio.de) Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe sinkt weiter (Photo: Rainer Sturm / pixelio.de)

Laut den aktuellen Zahlen der Landwirtschaftszählung des Statistischen Bundesamtes gab es in Deutschland 2010 rund 299.100 landwirtschaftliche Betriebe. Damit ist ihre Anzahl im Vergleich zu 2007 um ca. 22.500 gesunken. Etwa 46 % aller Höfe bewirtschaften eine Fläche von weniger als 20 ha, ca. 43 % bearbeiten zwischen 20 ha und 100 ha. Rund 11 % haben eine Betriebsfläche von mehr als 100 ha, 1 % mehr als 500 ha und 0,5 % mehr als 1000 ha. Die Zahl der Biobetriebe ist seit 2007 um 19 % auf ca. 16.500 gestiegen, d.h. etwa 6 % der landwirtschaftlichen Betriebe bzw. 5 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland werden ökologisch bewirtschaftet.

21.11.2011 |

Forscherteam: Daten zu Insektengift in Gentech-Pflanzen fehlen

Maiskolben Gentechnisch veränderter Mais führte laut einer Studie bei Ratten zu Krebs und frühem Tod - Doch EFSA und BfR disqualifizieren die Studie anstatt sich mit den Inhalten ernsthaft zu befassen (Foto: Infodienst)

Ein internationales Forscherteam zeigt Mängel bei der Risikobewertung von Bt-Pflanzen auf. In ihrer nun online erschienenen Untersuchung kritisieren sie, dass die Methoden zur Messung des Bt-Gehalts nicht standardisiert sind. Erstmals haben vier Labore ihre Methoden miteinander verglichen. Dabei wurde festgestellt, dass ihre Daten nicht reproduzierbar und vergleichbar sind. Dies wäre aber dringend erforderlich, wenn sie zur Risikobewertung herangezogen werden. Auch um Resistenzen bei Schädlingen vorzubeugen, müssen gesicherte Erkenntnisse über den tatsächlichen Gehalt an Insektengiften vorliegen. „Einzelne Messungen können nicht als belastbare Daten akzeptiert werden, wenn diese nicht von anderen Labors überprüft werden“, gibt András Székács von der Ungarischen Akademie der Wissenschaften zu bedenken. Besonders bei der Messung des Bt-Gehalts in Pollen fehlen Daten, die wichtig sind, wenn es um die Zulassung in der EU geht. Dennoch hat die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) erst vor Kurzem den Pollen des MON 810 als sicher bewertet. Der MON 810-Mais ist bereits seit Jahren zum Anbau in der EU zugelassen. Er ist gentechnisch so verändert, dass er das Bt-Toxin in verschiedenen Pflanzenteilen produziert.

18.11.2011 |

Aktionsplan der EU-Kommission zu Antibiotikaresistenzen

Puten in Großbetrieb (©Uschi Dreiucker/PIXELIO) Puten in Großbetrieb(©Uschi Dreiucker/PIXELIO)

Die europäische Kommission legte am Donnerstag einen 5-Jahres Plan zur Eindämmung von Antibiotikaresistenzen vor. Jährlich verursachen arnzeimittelresistente Bakterien 25000 Todesfälle in der EU. Grund für diese Resistenzen ist vor allem der unsachgemäße und übermäßige Einsatz von Antibiotika nicht nur in der Humanmedizin, sondern auch in der Tierzucht. Der Plan sieht vor, dass Anreize für Investitionen in die Forschung geschaffen werden und das Monitoring weiter gestärkt wird. Hinweise und Warnungen, sowie Regelungen der Werbung sollen zu einem sachgemäßen und geringerem Einsatz führen. Er fordert auch ein Überdenken der Zulassungsanforderungen. Martin Häusling (Grünen/EFA) hält die Forderungen des Plans für zu lasch und kritisiert, er sei zu unkonkret.

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