Nachrichten
06.01.2012 | permalink
Die übelsten Unternehmen 2011
Photo: Dieter Schütz/pixelio.de
Am 27.Januar wird Greenpeace Schweiz den Public Eye Award verleihen. Dabei werden die Unternehmen mit den schlimmsten Verstößen gegen Umwelt- und Menschrechte ausgezeichnet. Neben einem von einer internen Jury vergebenen Preis wird es auch einen Publikumspreis geben. Nominiert sind neben anderen auch Syngenta, wegen ihres hochgiftigen Pestizides Paraquat, der japanische Energiekonzern Tepco, weil er wider besseren Wissens aus Kostengründen die bauliche Sicherheit seiner Atomkraftwerke stark vernachlässigt hat und die Großbank Barclays, die in großem Stil auf Lebensmittel spekuliert. Ab jetzt kann auf der Webseite des Public Eye Awards abgestimmt werden. Schandhafter "Gewinner" des letzten Jahres ist der Palmölabnehmer und Agrotreibstoffproduzent Nestle Oil.
04.01.2012 | permalink
Die Wahrheit über die Nachfrage nach Nahrungsmitteln
Agrokraftstoffe stehen in der Kritik (Photo: Rainer Sturm/pixelio.de)
Der Anstieg der Lebensmittelpreise, der in den letzten Jahren beobachtet werden konnte, zwingt viele Menschen in Entwicklungsländern dazu einen noch größeren Teil ihres Einkommens für Lebensmittel auszugeben zu müssen und führte zu Hunger. Auf einem Bericht der FAO gründend kommt die Inderin Jayati Ghosh in ihrem Blog zu der Feststellung, Ursache für den Preisanstieg sei nicht die größere Nachfrage nach Getreide in aufstrebenden Schwellenländern wie Indien und China, wie oft behauptet wird. Im Gegenteil, es sei sowohl die direkte als auch die indirekte Nachfrage nach Getreide als Futtermittel in beiden Ländern zurückgegangen. Treibende Kraft für den Anstieg der Nahrungsmittelpreise sei vielmehr die erhöhe Nachfrage nach Getreide für subventionierte Agrokraftstoffe. Auch sei die Spekulation auf Nahrungsmittel ein signifikant verstärkender Faktor.
04.01.2012 | permalink
Graziano da Silva nimmt Arbeit als FAO-Generaldirektor auf
José Graziano da Silva (Photo: FAO)
José Graziano da Silva wurde im Juni zum neuen Generaldirektor der Welternährungsorganisation (FAO) gewählt und hat am 1.Januar 2012 offiziell seine Arbeit aufgenommen. Damit löst er seinen Vorgänger Jacques Diouf ab, der zwei mal in seinem Amt bestätigt wurde und damit insgesamt 18 Jahre im Amt war. Graziano da Silva leitete als zuständiger Minister das erfolgreiche "Zero-Hunger Programm" in Brasilien und war zuletzt stellvertretender Generaldirektor der FAO. Der Kampf gegen den weltweiten Hunger habe oberste Priorität, so der neue FAO-Chef. "Um den Hunger zu beenden, müssen alle mitmachen, weder die FAO noch eine andere Organisation oder eine Regierung können diesen Krieg alleine gewinnen", erklärte Graziano da Silva. Er kündigte außerdem eine Reform der Organisation an, um sie effizienter zu machen.
03.01.2012 | permalink
Baden-Württemberg übernimmt Vorsitz der Agrarministerkonferenz 2012
Baden-Württemberg will die gentechnikfreie und biologische Landwirtschaft fördern
Im neuen Jahr liegt der Vorsitz der Agrarministerkonferenz beim Land Baden-Württemberg. Leiter der Konferenz ist damit der baden-württembergische Agrarminister Alexander Bonde (Grüne)."Ziel des politischen Ringens zwischen den Ländern, Brüssel und Berlin muss es sein, dass wir in der Agrarpolitik handlungsfähig bleiben, die Leistungen der Landwirte für Umwelt und Gesellschaft ins Zentrum rücken sowie die Akzeptanz der Landwirtschaft in der Bevölkerung stärken", so Bonde. Der Minister will sich u.a. dafür stark machen, dass die einzelnen Bundesländer die Möglichkeit bekommen, gentechnikfreie Landwirtschaft rechtlich abzusichern. Auch die Umstellung auf Bio-Anbau in der Region will Bonde unterstützen.
02.01.2012 | permalink
Aigner fordert mehr Transparenz in der Tierhaltung
Tonnenweise verseuchter Mais wurde zu Futter für Milchkühe verarbeitet (Foto:Birgit Lieske /Pixelio)
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat sich für für mehr Transparenz in der Nutztierhaltung ausgesprochen. Die Landwirtschaft müsse sich mehr öffenen und verstärkt den Kontakt zu den Verbrauchern suchen, so Aigner. Um einen direkteren Bezug zur Herstellung unserer Lebensmittel zu ermöglichen startet das BMELV einen Bundeswettbewerb für "Landwirtschaftliches Bauen". Unter dem Motto "Gläserne Ställe – Verbesserung der Akzeptanz landwirtschaftlicher Nutztierhaltung" soll Verbraucherinnen und Verbrauchern ein Einblick in die moderne Nutztierhaltung ermöglicht werden.
27.12.2011 | permalink
Aigner unzufrieden mit EU Vorschlägen zur Agrarreform
Aigner befürchtet mehr Bürokratie für Landwirte (Photo:berlinpics/pixelio)
Ministerin Aigner ist ebenso wie Bauernverbandspräsident Sonnleitner unzufrieden mit den EU-Vorschlägen und fordern umfangreiche Nachbesserungen.Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa waren ihre Kritikpunkte u.a. die Umweltauflagen, Bürokratie, Flächenstilllegungen und der Definition des "aktiven Landwirts". "Die Zuschüsse sollten an die Bewirtschaftung von Flächen gekoppelt sein und nicht an die Betriebsform", verlangte Aigner.
23.12.2011 | permalink
EU-Kommission lässt neue Gentech-Pflanzen zu
Die Verfahren zur Risikoprüfung und Zulassung von Gentech-Pflanzen in der EU sind sehr umstritten
Die EU-Kommission hat vier neue gentechnisch veränderte Pflanzen für den EU-Markt zugelassen. Es handelt sich um eine Baumwollart und drei Maissorten, die für Lebens- und Futtermittel verwendet, nicht aber angebaut werden dürfen. Das Zulassungs-Verfahren verlief wie gewohnt: Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde hatte die Pflanzen für sicher erklärt. Die Mitgliedsländer konnten sich auf eine Zulassung nicht einigen, woraufhin der Kommission die Entscheidung überlassen wird. Diese sprach sich nun für die Zulassung aus. EU-Bürgerinnen und Bürger dürften dies überwiegend als bitteres Weihnachtsgeschenk ansehen. Denn die Mehrheit von ihnen spricht sich immer wieder gegen gentechnisch veränderte Pflanzen aus. Und die Lebensmittelindustrie reagiert: Immer mehr Hersteller achten mittlerweile auch beim Tierfutter auf gentechnikfreie Ware.
20.12.2011 | permalink
Bundesamt verbietet Pestizid-Zusatzstoff, aber nicht Fertigprodukt
Foto: stock.xchng, mordoc
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat sechs Zusatzstoffe für Pestizide verboten. Es handelt sich um tallowaminhaltige Stoffe, die Risiken für Menschen und Umwelt bergen. Werden sie Pestiziden zugesetzt, erhöht das deren Toxizität. Zwar dürfen die Tallowamine nicht mehr einzeln verkauft werden, fertig gemischte Pestizide bleiben jedoch weiterhin auf dem Markt. Dies bestätigte ein Sprecher des BVL gegenüber der taz. Für Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsminister Johannes Remmel ist dies ein Skandal. Der Unterschied zwischen dem gesonderten Verkauf und dem Verkauf von fertigen Pestiziden ist nicht nachvollziehbar. Weiterhin verkauft werden dürfte beispielsweise das Totalherbizid Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat, das schon seit Längerem in der Kritik steht. Besonders ausgiebig kann Roundup auf gentechnisch veränderten Pflanzen gespritzt werden, die gegen das Gift resistent sind. Als Tierfutter importiert gelangen diese Pflanzen auch hierzulande in die Nahrungskette.
20.12.2011 | permalink
Forderung nach Neubewertung von Glyphosat
Die Forderung nach einer Neubewertung von Glyphosat bleibt Thema im Bundestag.(Photo: Rainer Sturm/ Pixelio)
Nachdem am vergangenem Donnerstag ein Antrag zur Änderung des Düngegesetzes von CDU/CSU, FDP und SPD bei Enthaltung von Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen angenommen wurde, bleibt die Forderung nach einer Neubewertung des Herbizidwirkstoffs Glyphosat weiter Thema im Bundestag. Laut Grünen-Bundestagsabgeordnete Harald Ebner, machen Hinweise auf Gesundheits- und Umweltrisiken von Glyphosat sowie dessen zunehmender Einsatz eine neue Bewertung und eine zwischenzeitliche Aussetzung der Zulassung notwendig. Auf Ablehnung stieß der Antrag beim CDU-Abgeordneten Alois Gerig und der agrarpolitischen Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan. Gerig zeigte sich überzeugt, „dass bei sachgerechter Anwendung von Glyphosat kein Anlass zur Sorge besteht“.
20.12.2011 | permalink
Verankerung von Biodiversität in der GAP gescheitert
Vielfalt in der Landwirtschaft (Photo:s.media/pixelio.de)
Am Montag verabschiedeten die Umweltminister der EU-Mitgliedstaaten die Biodiversitätsstrategie bis 2020. Nachdem die EU ihr Ziel, den Verlust der Artenvielfalt bis 2010 zu stoppen verfehlt hat, gründet die neue Strategie auf einem 20 Punkte Programm, das bis 2020 umgesetzt werden soll. Die Forderung, konkrete Ziele beim Erhalt der Artenvielfalt auch in die Reform der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) zu integrieren, wurde, auf Drängen des deutschen Umweltministeriums nicht umgesetzt, wie die Plattform "EuropeanVoice" berichtet. Das Umweltministerium habe strickte Anweisung vom Landwirtschaftsministerium erhalten, mögliche Forderungen im Bereich der Biodiversität für die GAP, keines Falls zu akzeptieren.

