Nachrichten
18.01.2012 | permalink
Hühner demonstrieren vor Kanzleramt
Hühner vor dem Kanzleramt
Am heutigen Mittwoch haben sechs Hühner vor dem Kanzleramt in Berlin demonstriert. Sie forderten die Bundesregierung auf, den Antibiotikaskandal ernst zu nehmen. Reinhild Benning vom BUND kritisierte die bisherigen Vorschläge von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner als "zu lasch". Sie enthielten "null Komma null Tierschutz". Die Kampagne Meine Landwirtschaft rief deshalb zur Demonstration "Wir haben es satt" auf.
18.01.2012 | permalink
Berliner Agrarministergipfel 2012
Zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche startet morgen der Berliner Agrarministergipfel 2012. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner erwartet Amtskollegen aus rund 70 Staaten, darunter Brasilien, China, Mexiko, Russland, Indonesien, Japan, Frankreich und Großbritannien. Im geplanten Abschlusskommuniqué soll der Beitrag des Agrarsektors für ein erfolgreiches Rio+20 herausgearbeitet und insbesondere die Rolle der Landwirtschaft als Schlüssel der Ernährungssicherung betont werden.
17.01.2012 | permalink
Aigner handelt entgegen der Warnung des BfN
30% der Direktzahlungen sollen in der GAP an Greening-Maßnahmen geknüpft werden. (Photo: Rainer Sturm/ Pixelio)
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) warnt vor dem Rückgang von wertvollem Grünland. Besonders der massiv gestiegene Maisanbau hat zum Umbruch von Grünland geführt. Dieses bietet einer Vielzahl von Artengruppen Lebensraum und hat „auch für die Ressourcen Wasser, Boden und Klima eine zentrale Funktion“, so die Präsidentin des BfN. Sie begrüßt deshalb, dass in der gerade entstehenden Reform der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) dem Schutz des Grünlands eine höhere Bedeutung zukommt. Agrarministerin Ilse Aigner wird hingegen vorgeworfen, sie blockiere echte Veränderungen in diesem Bereich. Sie spricht sich für eine Verringerung des Flächenverbrauchs durch eine Begrenzung der Ausweisung von ökologischen Ausgleichsflächen aus.
16.01.2012 | permalink
Klimawandel: Kurzfristige Abmilderung lohnt sich
Bei der Massentierhaltung entsteht Methan. (Quelle: ©iStockphoto.com/RyanJLane)
Ein Forscherteam aus 24 Experten um Drew Shindell hat eine Studie präsentiert, in der Maßnahmen entwickelt wurden, die die Erderwärmung um 0,5 Grad reduzieren könnten. Dabei geht es nicht, wie so häufig um Kohlendioxid (CO2), sondern um Ruß und Methan. Diese Treibhausgase werden zwar leichter abgebaut, heizen die Atmosphäre allerdings stärker auf als CO2. 400 Methoden stellten die Wissenschaftler vor, von denen sie die 14 wirksamsten aussuchten. Davon ist auch die Landwirtschaft betroffen. Schließlich produziert die industrielle Nutztierhaltung Methan und nicht selten wird für den Anbau von koventionellen Futtermitteln Wald brandgerodet, wobei Ruß entsteht. Von den relativ billigen Maßnahmen würde die Landwirtschaft aber auch profitieren, denn sie führten zu einer Steigerung der globalen Ernteerträge um bis zu 135 Millionen Tonnen pro Saison. "Auf lange Sicht müssen wir uns mit Kohlendioxid befassen, keine Frage", erklärt Shindell dennoch.
16.01.2012 | permalink
Skulpt(o)ur in München gestartet
Skulpt(o)ur in Stuttgart
Am vergangenen Samstag hat sich der bayerische Biobauer und Künstler Stephan Krepphold mit einem Traktor und einer selbstgeschweißten drei Meter großen und vier Tonnen schweren „Wir haben es satt!“-Skulpt(o)ur auf den Weg von München nach Berlin gemacht. Ziel der Tour ist das Bundeskanzleramt in Berlin, wo die Skulpt(o)ur am 21. Januar im Rahmen der Großdemonstration „Wir haben es satt!“ vor dem Kanzleramt enthüllt werden wird. Krepphold will für eine bäuerlich-nachhaltige Landwirtschaft und gesundes Essen demonstrieren, und ruft die Verbraucher und Landwirte in Bayern zur Teilnahme an der Demo in Berlin auf.
10.01.2012 | permalink
Aigners Antibiotikastrategie zu lasch
Die AbL beschuldigt Aigner, die Ökologisierung der Landwirtschaft zu blockieren (Foto: Volker Gehrmann)
Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat jetzt einen Entwurf zur Änderung des Arzneimittelgesetztes vorgelegt. Danach soll der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung drastisch gesenkt werden. Als Maßnahmen sieht der Entwurf vor, dass Tierärzte künftig auf Ersuchen der Überwachungsbehörden der Bundesländer alle Daten zur Abgabe und Anwendung von Antibiotika zusammengefasst übermitteln müssen. Außerdem soll eine Umwidmung von Humanantibiotika zum Gebrauch in der Tiermast eingeschränkt werden. Der massive Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung wird als Ursache von antibiotikaresistenten Keimen, die der BUND in Stichproben auf Hähnchenfleisch fand, gesehen. Der BUND kritisiert Aigners Entwurf als zu unkonkret und bemängelt, dass ein wirksames Verbot von Humanantibiotika in der Tierhaltung, sowie ein klares Reduktionsziel fehlen. Er fordert, Tierärzte sollten vor jeder Verordnung eines Antibiotikums einen Test des Krankheitserregers einholen müssen.
10.01.2012 | permalink
Reform Verhandlungen laufen langsam
EU-Flagge (Photo: Schoenemann/Pixelio)
Im ersten Halbjahr 2012 sind keine großen Sprünge bei den Verhandlungen über die EU Agrarreform zu erwarten. Voraussichtlich werden sich die EU-Mitgliedstaaten und das Europaparlament bis 2013 mit einer Entscheidung Zeit lassen. Erst dann wird Klarheit über die langfristigen EU-Finanzen bestehen. Den zunächst für das Frühjahr angekündigten Bericht möchte der portugiesische Abgeordnete Luis Manuel Capoulas Santos erst nach der Sommerpause vorlegen.
09.01.2012 | permalink
Antibiotikaresistenzen in Hähnchenfleisch
Gefährlich! Keime auf Hähnchenfleisch (Photo: BUND)
Nachdem Ende 2011 die Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen Studien veröffentlicht haben, die das extreme Ausmaß des Antibiotikaeinsatzes in der Intensivtierhaltung offenbaren, präsentierte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) jetzt Stichproben auf Antibiotikaresitente Keime in Fleisch. Dabei wurde Hähnchenfleisch, das in verschiedenen Städten und unterschiedlichen Supermärkten gekauft wurde, auf die sogenannten MRSA-Bakterien, die antibiotikaresistent sind, und ESBL-Enzyme, die auch ansonsten ungefährliche Bakterien resistent machen können, getestet. Die Ergebnisse sind alarmierend: Mehr als die Hälfte der Proben wiesen MRSA und/oder ESBL-produzierende Keime auf. Die Keime können beim Verarbeiten des Fleisches in der Küche übertragen werden, wenn sie zum Beispiel auf Messern oder Schnittbrettchen zurückbleiben. „Wir können von den Verbrauchern nicht fordern in der Küche so steril wie auf einem Operationstisch zu arbeiten, sondern müssen die Ursachen angehen“, sagt Huber Weiger vom BUND und ruft zur Unterstützung der Online-Aktion und zur Demonstration „Wir haben es satt!“ am 21. Januar in Berlin auf.
- BUND: Antibiotika-Skandal
- Hintergrund: Analyse von Fleischproben auf MRSA und ESBL-produzierende Keime
- Hintergrund: Analyse von Fleischproben auf MRSA und ESBL-produzierende Keime
- tagesschau.de: Antibiotika-resistente Keime auf vielen Hähnchen gefunden
- tagesschau.de: BUND sieht Aigner in der Pflicht
- sueddeutsche.de: BUND-Stichprobe
09.01.2012 | permalink
Auch Putenfleisch ist häufig mit Antibiotika belastet
Auch die Haltungsbedingungen sind bei Puten besorgniserregend (Photo:PeTA Deutschland e.V./pixelio.de)
Eine neuen Studie des Verbrauchermagazins Öko-Test kam zu dem Ergebnis dass ein großer Teil unseres Putenfleischs mit Antibiotika belastet ist. Doch nicht nur die Antibiotikabelastung sei besorgniserregend, sondern auch die erschreckenden Lebensbedingungen der Tiere. Das Amputieren des Schnabels ist in der konventionellen Haltung übliche Praxis. Außerdem leben die Tiere auf engstem Raum, sind extrem krankheitsanfällig und erleiden wegen der durchtrennten Nervenbahnen in ihren Schnäbeln ständig Schmerzen.
06.01.2012 | permalink
Wachsende Besorgnis um Einsatz von Antibiotika
Konsum von Hähnchenfleisch bleibt jetzt konstant (Photo:Jürgen Oberguggenberger/ Pixelio)
Seit der Veröffentlichung von Studien in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hat sich eine kritische, öffentliche Diskussion zum Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung entwickelt. In einer gemeinsamen Erklärung stellen der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (BPT) fest, dass sie diese Debatte sehr ernst nehmen und betonen, dass Landwirte und Tierärzte sorgsam mit Tierarzneimitteln umgehen und staatliche Stellen bereits seit 10 Jahren die Möglichkeit zur lückenlosen Kontrolle des Einsatzes von Tierarzneimitteln haben.
Der BUND hat jetzt Hähnchenfleisch aus den Kühlregalen von Discountern und Supermärkten aus fünf Regionen in Deutschland auf antibiotikaresistente Keime untersuchen lassen. Am Montag, den 9. Januar werden die Ergebnisse dieser Analyse bei einer Pressekonferenz vorgestellt.

