Nachrichten
29.02.2012 | permalink
Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse
Agrokraftstoffe stehen in der Kritik (Photo: Rainer Sturm/pixelio.de)
Der Nachrichtendienst ENDS Europe Daily berichtet, die EU-Kommission plane bis Ende des Jahres Nachhaltigkeitsstandards für energetisch genutzte feste Biomasse einzuführen. Umweltverbände kritisierten für die Erzeugung von Biomasse für Biogasanlagen sei vermehrt beispielsweise Mais in Monokulturen angebaut worden, wodurch der erhoffte Effekt auf die Umwelt verloren ginge. Auch die Auswirkungen von Agrokraftstoffen auf Umwelt und Klima sind stark umstritten. Jorgo Riss, Leiter des Greenpeace-Büros in Brüssel, forderte mehr Vorschläge der Kommission für Energieeinsparungsmöglichkeiten, sagte jedoch Nachhaltigkeitskriterien könnten einen wichtigen Beitrag leisten.
27.02.2012 | permalink
Tierhaltung verursachte resistenten Keim
Der Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast ist gängige Praxis (Photo:Pixelio/Angelina S.)
Ein internationales Forscherteam hat in einer Studie die Entstehung des Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) rekonstruiert. Die Behandlung des MRSA-Keims ist aufgrund seiner Antibiotikaresistenz schwierig, sodass die Infektion teilweise tödliche Folgen hat. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass mindestens ein Stamm des gefährlichen Keims seine Resistenz erst durch den immensen Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung entwickelt habe. Der sogenannte CC398-Stamm stamme von Staphylokokken ab, die noch auf Antibiotika sensibel waren. Erst als diese vom Menschen auf Nutztiere übersprangen, habe er die Resistenz gegen die wichtigen Humanantibiotika Methicillin und Tetrazykline entwickelt. "Wir können dafür weder die Natur noch die Bakterien verantwortlich machen", sagt Paul Keim von der Northern Arizona University.
23.02.2012 | permalink
Streit um 'Kleingruppenhaltung'
Bundesratsgebäude in Berlin
Der Vorschlag der Bundesländer Rheinland-Pfalz und Niedersachsen eine Übergangsfrist für die Umstellung der sogenannten Kleingruppenhaltung bis 2023 einzuführen, wird am heutigen Donnerstag im Agrarausschuss im Bundesrat diskutiert. Die Länder stützen sich bei ihrem Vorschlag auf ein Gutachten des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft und gehen damit weiter als die Bundesregierung, die ursprünglich eine Frist bis 2035 vorschlug. Der Unterschied zur konventionellen Käfighaltung besteht bei der Kleingruppenhaltung im Wesentlichen darin, dass die Kleingruppenhaltung statt 550 cm² pro Henne eine Fläche von 800 cm² pro Henne hat und über ein Nest, ein Einstreubereich und Sitzstangen verfügt. Tierschutzverbände kritisieren, diese Haltungsform bringe keinerlei Verbesserung, da bekannte Probleme, wie das Abtrennen der Schnabelspitzen, mangelnde Hygiene und Platzprobleme nach wie vor bestünden.
23.02.2012 | permalink
Antibiotikaresistenz auch bei Puten
Puten in Großbetrieb(©Uschi Dreiucker/PIXELIO)
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat einen Bericht über die Ergebnisse eines bundesweiten Zoonose-Monitorings veröffentlicht. Als Zoonosen werden Infektionen bezeichnet, die zwischen Mensch und Tieren übertragen werden können. Der Durchfallerkrankung hervorrufende Campylobacter, der am häufigsten zu lebensmittelbedingten Infektionen führt, wurde in 17,3 % der Proben von frischem Putenfleisch gefunden. Davon waren 70 % resistent gegen mindestens eine Antibiotikaklasse. Der MRSA Erreger, bei dem Infektionen zwar seltener sind, der aber aufgrund seiner Antibiotikaresistenz gefährlicher ist, wurde in 32 % der Proben von frischem Putenfleisch aus dem Einzelhandel gefunden. Als eine Ursache der häufigen Belastung von Fleisch sehen Umweltverbände eine unzureichende Hygiene in großen Mastbetrieben. Für die steigenden Antibiotikaresistenzen wird auch der übermäßige Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung verantwortlich gemacht.
21.02.2012 | permalink
Frankreich fordert EU-Stopp von Genmais
Der Anbau von Monsantos Gentechnik-Mais MON 810 ist in mehreren EU-Staaten verboten.
Frankreich hat erneut eine Aussetzung der Genehmigung für den gentechnisch veränderten Mais MON810 von der EU-Kommission gefordert. Frankreich musste das auf eigene Faust durchgesetzte Aussaatverbot der Maissorte im November letzten Jahres aufheben, da der Europäische Gerichtshof befand, die Regierung müsse erst ein "erhebliches Risiko" für Mensch, Tier oder Umwelt beweisen. Die Regierung in Paris argumentierte jetzt, jüngere wissenschaftliche Studien belegten, dass "erhebliche Umweltrisiken" bestünden und fordert ein EU-weites Anbauverbot. Die Maissorte MON810 stammt vom US-Konzern Monsanto und ist als Einzige für den Anbau in Europa zugelassen.
15.02.2012 | permalink
Positiven Aussichten für den Bio-Markt?
Der BÖLW kritisiert die Bio-Bilanz
Am Dienstag rief Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner die deutschen Bauern zu einem stärkeren Engagement im wachsenden Geschäft mit Bioprodukten auf. Der Markt für ökologische Lebensmittel in Deutschland hätte sich spürbar belebt, basiert aber auf einem hohen Importanteil. Der BÖLW kritisierte nun dass die Entwicklung von deutschen Öko-Flächen und -Betrieben weniger glänzend sei als die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln. Der Vorsitzende des BÖLW, Felix Prinz zu Löwenstein, begrüßte zwar dass Aigner zur Umstellung aufrief, allerdings hätte es die Bundesregierung bisher versäumt, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Ökolandbau dauerhaft konkurrenzfähig gegenüber der konventionellen Landwirtschaft machen.
15.02.2012 | permalink
Protest gegen Massentierhaltung
Die Campact Aktion gegen Megaställe heute vor dem Kanzleramt
In den nächsten Tagen wollen Agrarministerin Aigner und Bauminister Ramsauer darüber entscheiden, ob Gemeinden künftig durch eine Novellierung des Baugesetzes den Bau von Megaställen verbieten dürfen. Anlässlich der Sitzung des Bundeskabinetts demonstrierten daher vor dem Kanzleramt in Berlin die Kampagne "Meine Landwirtschaft" gemeinsam mit Campact und vielen Tierschützern mit einem "Hühner-Ballett" gegen die Massentierhaltung in „Megaställen“.
15.02.2012 | permalink
Strengere Vorgaben für Tiermastanlagen
Wie kann das Staatsziel Tierschutz umgesetzt werden?(istockphoto_RyanJLane)
Das Bau- und Verbraucherministrium haben sich über einen Gesetzentwurf geeinigt der schärfere Vorschriften für Tiermastanlagen vorsieht. So soll bei gewerblichen Anlagen, für die wegen der großen Tierzahl eine Umweltverträglichkeitsprüfung Pflicht ist, künftig eigens ein Bebauungsplan erforderlich werden. Schon ab 1.500 Schweinen oder 15.000 Stück Geflügel sollen Behörden eine Voruntersuchung anordnen können, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig ist.
13.02.2012 | permalink
Bundesregierung will Glyphosat weiter zulassen
Grünes Licht für die "Roundup-Ready-Sojabohne" von Monsanto (Foto: Volker Gehrmann)
Nach dem Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, die Zulassung des Pflanzenschutzmittelwirkstoffes Glyphosat auszusetzen, sprachen sich Bundesregierung und Koalitionsfraktionen im Ernährungsausschuss für die weitere Verwendung von Glyphosat aus. Aktuell wird Glyphosat auf EU-Ebene einer Neubewertung unterzogen. Aus Sicht der deutschen Fachbehörden stellen die derzeit vorliegenden Informationen die Zulassungsfähigkeit von Glyphosat nicht in Frage. Ein vorgezogenes Verbot dieses Wirkstoffs, das nur auf EU-Ebene erfolgen könnte, sei deshalb aus rechtlicher Sicht nicht möglich, heißt es in Berlin.
10.02.2012 | permalink
Subventionen könnten Arbeitsplätze schaffen
Mit dem Life Programm soll Natur- Umwelt- und Klimaschutz in der EU unterstütz werden
Eine Studie des NABU-Dachverbandes BirdLife International und anderer europäischer Umweltverbände zeigt, dass eine Umschichtung auch nur geringer Teile der EU-Subventionen teure Umweltprobleme verhindern könnte und zusätzlich etliche Arbeitsplätze schaffte. Derzeit laufen die Verhandlungen zum EU-Haushalt 2014 bis 2020. Der NABU fordert die Bundesregierung auf, sich für eine sinnvolle Haushaltspolitik einzusetzen, da laut der Studie eine Umschichtung von 14% der EU-Subventionen schon eine Millionen Arbeitsplätze schaffen würde. Besonders sinnvoll hält der NABU dabei die Förderung des Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und, das Umweltförderprogamm LIFE jährlich mit mindestens einer Milliarde Euro für Naturschutzprojekte auszustatten.

