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10.08.2016 |

Der Liter Milch für 20,24 Cent

Niemand zahlt so wenig für die Milch, wie die größte deutsche Molkerei (Foto: CCO, Pixabay) Niemand zahlt so wenig für die Milch, wie die größte deutsche Molkerei (Foto: CCO, Pixabay)

Auch im Juni sind die europäischen Erzeugermilchpreise rückläufig, so das Ergebnis der aktuellen Preiserhebung des niederländischen Bauernverbands (LTO). Im Schnitt bekommen die europäischen Bauern 25,14 Cent für einen Kilo Rohmilch – das sind 0,18 Cent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum ausgezahlten Preis im gleichen Monat des Vorjahrs sind es gute 5 Cent weniger.

Schaut man auf die Zahlen für Deutschland, ergibt sich ein noch düstereres Bild: die deutschen Molkereien Müller und DMK zahlen ihren Milchlieferanten sehr viel weniger als den europäischen Schnitt aus. Müller kommt auf 22,66 Cent und das Deutsche Milchkontor (DMK), Deutschland größte Molkerei, belegt mit 20,24 Cent den letzten Platz in der Liste der berücksichtigten Molkereien. Neben Arla, der größten dänischen Molkerei, ist sie zudem der einzige Betrieb, der seine Auszahlung sogar senkte.

Das sei unverantwortlich, wirft die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) dem DMK vor, da der DMK-Preis oft als Referenz diene und dadurch den allgemeinen Auszahlungspreis drücke. Zudem habe das genossenschaftlich geführte Kontor mögliche Maßnahmen zum Abbau der preisdrückenden Überschussmenge nicht genutzt, kritisiert der Verband weiter. Er habe zu billig an die Discounter geliefert, was auch zu den immensen Preissenkungen für Milchprodukte im Einzelhandel geführt habe. Offensichtlich arbeite das DMK nicht für die Interessen der Bauern und das Fortbestehen regionaler Strukturen, sondern mitverursache ganz bewusst den derzeitigen landwirtschaftlichen Strukturbruch.

09.08.2016 |

Rechte indigener Völker beachten

Frauen auf dem Land leiden insbesondere unter Armut, Analphabetentum und schlechter Gesundheitsversorgung.(Foto: percursodacultura  / flickr, Expedição Guarani Kaiowa - Dourados (MS), https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/, http://http://bi Frauen auf dem Land leiden insbesondere unter Armut, Analphabetentum und schlechter Gesundheitsversorgung.(Foto: percursodacultura-+- / flickr, Expedição Guarani Kaiowa - Dourados (MS), https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/, http://http://bit.ly/2aSgsg4)

Die Rechte vieler lateinamerikanischer Völker werden nach wie vor übergangen und ignoriert. Das hebt am heutigen Internationalem Tag indigener Völker die Menschenrechtsorganisation FIAN Deutschland hervor. Zugang zu Land sowie die Sicherung der vielfältigen Nahrungsmittelbeschaffungsmethoden würden von lokalen und nationalen Regierungen nicht ausreichend gewährleistet. So starben allein in Brasilien im Jahr 2014 55 Kinder des Volks der Guarani-Kaiowá an den Folgen von Unterernährung. Fast alle Menschen den Gemeinschaft leiden Hunger.

Gerade in Lateinamerika habe sich die Situation vieler indigener Gruppen in den vergangenen Jahren deutlich verschärft: der Raubbau der natürlichen Ressourcen - ohne Beachtung des Willens und der Bedürfnissen von Indigenen - und die massive Expansion des Agribusiness bedrohten ihr nacktes Überleben. Vielerorts mussten indigene Territorien großen landwirtschaftlichen Nutzflächen weichen, meist für Soja-, Palmöl- und Zuckerrohr-Plantagen oder für die Viehzucht.

Der explosionsartig wachsende Einsatz gefährlicher Pestizide zerstöre zudem die Biodiversität und führe ebenfalls zur Vertreibung indigener Gemeinden. Gewaltsame Auseinandersetzungen bei Räumungen sowie systematische Repression und Kriminalisierung indigener Völker und Landrechteverteidiger seien weitere Merkmale des anhaltenden Verdrängungs-Prozesses.


Hier geht's zur Pressemitteilung von FIAN Deutschland zum Tag der indigenen Völker: bit.ly/2aHVmzT

08.08.2016 |

Ab heute auf Pump – alle Ressourcen rechnerisch verbraucht

Die Überlastung der Erde hat erneut zugenommen (Copyrigt: Jörg Farys, Die.Projektoren) Die Überlastung der Erde hat erneut zugenommen (Copyrigt: Jörg Farys, Die.Projektoren)

Heute, am 8. August, hat die Weltbevölkerung die nachhaltig nutzbaren Ressourcen der Erde für dieses Jahr verbraucht. Das bedeutet, dass es theoretisch 1,6 Erden bedürfte, um den derzeitigen Verbrauch von Flächen und Ressourcen zu decken. Seit Jahren verschiebt sich der vom Netzwerk Global Footprint errechnete Termin nach vorn – im letzten Jahr fiel er noch auf den 3. August.

Mit Aktionen appellieren Organisationen deshalb an die Bundesregierung, konkrete Maßnahmen für eine Senkung des Ressourcenverbrauchs zu entwickeln. Vor dem Brandenburger Tor machen sie am Vormittag auf die ökologischen Grenzen des Planeten und die Folgen der Überbeanspruchung aufmerksam: „Unsere Gesellschaft scheint den Knall nicht gehört zu haben: Das Limit ist überschritten, wir leben ab heute für den Rest des Jahres allein auf Kosten der Jungen und künftiger Generationen“, erklärt Celia Zoe Wicher von der BUNDjugend.

Um den in englisch „Earth Overshoot Day“ genannten Tag zu errechnen, werden die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen und zur Aufnahme von Müll und Emissionen dem Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Lebewesen gegenübergestellt. „Ab heute leben wir auf Kredit und auf Kosten unserer Kinder. Wir übernutzen zu viele Ressourcen wie Böden oder Wasser. Weltweit werden jedes Jahr mehr als 10 Millionen Hektar Landwirtschaftsfläche durch falsche landwirtschaftliche Bewirtschaftung zerstört. Das entspricht fast der gesamten deutschen Ackerfläche. Wenn alle Menschen so leben würden wie wir in Deutschland, bräuchten wir mehr als 3 Erden“, so Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).

Deutschland hatte rechnerisch die ihm zustehende Biokapazität bereits Ende April verbraucht. Hierzulande wird die Erde vor allem durch die hohen CO2-Emissionen in den Bereichen Energie, Verkehr und industrielle Landwirtschaft sowie durch den sehr hohen Flächenanspruch – insbesondere für die Fleischproduktion – überlastet. Lösungsvorschläge kommen von Seiten des ÖkoLandbaus: „Landwirtschaft muss wieder stärker im Kreislauf funktionieren. Der Ökolandbau macht vor, wie das geht. Bio-Bauern bewirtschaften ihre Betriebe als ganzheitliche Systeme, in denen Ackerbau und Viehhaltung im Einklang stehen. Nach dem Vorbild der Natur versuchen Bio-Bauern so wenig wie möglich externe Betriebsmittel einzusetzen. Energieaufwendige Kunstdünger oder chemisch-synthetische Pestizide sind tabu. Durch weniger Tiere pro Fläche vermeiden Bio-Bauern umweltschädliche Emissionen und Überdüngung“, so Löwenstein.

26.07.2016 |

Neue Gentechnik-Soja darf importiert werden

Gentechnik-Soja "Intacta": Beschwerde am EU-Gerichtshof (Foto: CCO, Pixabay) Gentechnik-Soja "Intacta": Beschwerde am EU-Gerichtshof (Foto: CCO, Pixabay)

Die EU-Kommission hat am 22.Juli drei neue Gentechnik-Sojasorten der Konzerne Monsanto und Bayer zugelassen. Zwei Sorten sind gegen mehrere Herbizide gleichzeitig resistent. Gutachten, die auf gesteigerte Gesundheitsrisiken durch die Pestizid-Rückstände und deren Kombinationen hinweisen, wurden bei der Entscheidung letztlich ignoriert.

Zwar räumte die EU-Kommission gegenüber dem Verein Testbiotech selbst gesundheitliche Bedenken ein – die neuen Gentech-Sorten dürfen nun aber trotzdem in der EU in den Trog und auf den Teller. Die Mitgliedstaaten waren in zwei Abstimmungen nicht zu einer klaren Mehrheit für oder gegen die Zulassungen gelangt und überließen so die Entscheidung der Kommission.

Monsanto bezeichnete die Einfuhrgenehmigung als einen Meilenstein. Der Verein Testbiotech kritisiert sie dagegen scharf. Die Gesundheitsgefährdung durch Rückstände von Spritzmitteln durch den Import dieser „Gitftsoja“ sei nicht ausreichend untersucht. Ein von Testbiotech Anfang des Jahres veröffentlichtes Gutachten legt den Verdacht nahe, dass Rückstände – vor allem aus der kombinierten Anwendung dieser Spritzmittel – Erbgutveränderungen und Vergiftungen der Leber sowie Tumore auslösen können. Der Verein gibt zu bedenken, dass es derzeit keine verlässlichen Grenzwerte für Rückstände dieser Herbizide gibt. Eine Kombinationswirkung der Gifte sei von der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA überhaupt nicht untersucht worden.

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18.07.2016 |

Agrarministerkonferenz ohne Ergebnis

Kein Ende der Milchkrise in Sicht (Foto: CCO, Pixabay) Kein Ende der Milchkrise in Sicht (Foto: CCO, Pixabay)

Am vergangenen Freitag trafen sich die Agrarminister von Bund und Ländern zu einer Sonderkonferenz in Brüssel, um sich zum weiteren Vorgehen in der Milchkrise zu beraten. Zur Frage stand, wie sich die immer weiter fallenden Preise erholen können und eine Existenzsicherung auf den Höfen geleistet werden kann. Das Treffen endete jedoch ohne Ergebnis, da der rheinland-pfälzische Agrarminister Wissing (FDP) gegen die vorgeschlagene zeitlich befristete Mengenregulierung stimmte.

„Es ist angesichts der prekären Situation auf den Milchviehbetrieben eine Katastrophe, dass ein einzelner Politiker, der neu im Amt ist, die intensive Vorarbeit seiner Kollegen torpediert und so verhindert, dass die Situation der Milchviehhalter wirksam verbessert werden kann“, zeigt sich der Vorsitzende des Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) Romuald Schaber verärgert und geschockt. Wissing lehne alles ab, was an Krisenlösungen im Gespräch sei und über ein „Laufenlassen“ hinausgehe. Es gelte bei den AMK jedoch das Einstimmigkeitsprinzip. Deswegen könne ein Veto einen Beschluss zum weiteren Vorgehen in der Krise kippen, bedauerte der Vorsitzende der Konferenz und Agrarminister von Mecklenburg-Vorpommern Backhaus (SPD).

Zahlreiche Organisationen und Verbände wiesen im Vorhinein auf die dramatische Lage auf den Höfen und die Dringlichkeit effektiver Gegenmaßnahmen hin, um einen drohenden Strukturbruch zu verhindern. "Kredite und andere Liquiditätshilfen sind bisher in ihrer Wirkung verpufft. Staatliche Hilfen müssen daher mit einer spürbaren Mengenreduzierung verbunden sein", fordert Ottmar Ilchmann, stellvertretender Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. "Zusätzlich müssen die Molkereien den EU-Hilfsbetrag verdoppeln und Betriebe, die weniger Milch liefern, mit höheren Preisen honorieren. Auf betrieblicher Ebene kann das umgesetzt werden durch Reduzierung der Kraftfuttergaben oder Milchverfütterung an Kälber.“

Die Bundesregierung sei bei der aktuellen Milchkrise mit ihrer immensen Überproduktion mitverantwortlich, so Jutta Sundermann von Aktion Agrar. „Noch immer richtet sie ihre Politik an Export-Maximierung aus, anstatt an lokaler, bedarfsgerechter, tier- und klimafreundlicher Milchproduktion." Für eine Lösung der Krise sei zudem ein Politikwechsel auf europäischer Ebene notwendig.

Am heutigen Montag treffen sich die EU-Agrarminister in Brüssel. Schon am Freitag Nachmittag hatte Hogan mitgeteilt, dass die EU-Kommission von einer Mengenreduzierung absieht. Anstelle dessen ist ein neuerliches finanzielles Hilfspaket zu erwarten.

12.07.2016 |

Ökolandbau wächst weiter an

Ökogemüse speichert weniger krebserregende Substanzen, da kein Kunstdünger verwendet wird (Foto: CCO, Pixabay) Ökogemüse speichert weniger krebserregende Substanzen, da kein Kunstdünger verwendet wird (Foto: CCO, Pixabay)

Der Ökologische Landbau ist auch 2015 gewachsen, das geht aus den gestern veröffentlichten Zahlen des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) hervor. Im Vergleich zum Vorjahr vergrößerten sich die ökologisch bewirtschafteten Flächen um 3,9 Prozent auf 1.088.838 Hektar. Auch die Zahl der Öko-Betriebe nahm deutlich zu. Im Vergleich zu 2014 waren es 5,7 Prozent also 1338 Betriebe mehr.

Felix zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), wertet den Zuwachs an Bio-Flächen als „gutes Signal an die Menschen, die mehr Bio aus Deutschland essen wollen. Mehr Gewässer werden von Nitrat und Pestiziden bewahrt und unsere Nutztiere leben artgerechter.“ Die Zahlen belegten auch, dass ein stabiler Förderrahmen von Bund und Ländern eine wichtige Voraussetzung für Umstellung sei.

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt solle sich daher auch weiter in Brüssel für ein besseres Bio-Recht einsetzen und auf nationaler Ebene seine „Öko-Zukunftsstrategie mit Ressourcen hinterlegen“, so Löwenstein weiter. Denn obwohl Schmidt den Ökolandbau als „eine wichtige Säule der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft“ benennt und diese weiter voranbringen will, vermissen Öko-Erzeugerverbände (darunter Biokreis, Bioland, Biopark, Demeter, Gäa, Naturland, Ecoland, Verbund Ökohöfe) die notwendigen Schritte hierfür im Haushaltsentwurf 2017 des BMEL.

In der „Dresdner Erklärung“ von letzter Woche reagieren die Verbände mit Unverständnis darauf, dass der Agraretat zwar um 300 Millionen Euro anwachsen solle, davon jedoch keine Mittel für die von Schmidt 2014 initiierte „Zukunftsstrategie Ökolandbau“ vorgesehen sind. Sie hätten zwar die neue Nachhaltigkeits-Strategie der Bundesregierung, 20 Prozent Bio-Fläche zu erreichen, begrüßt, „aber ohne die Mittel diese umzusetzen, ist sie das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben wird.“

07.07.2016 |

KTG Agrar in Insolvenz

Ein Anbauschwerpunkt der KTG Agrar ist Getreide (Foto: CCO, Pixabay) Ein Anbauschwerpunkt der KTG Agrar ist Getreide (Foto: CCO, Pixabay)

Einer der größten Agrarbetriebe Europas, die börsennotierte KTG Agrar, hat laut eigenen Angaben am Dienstag einen Insolvenzantrag gestellt. Zuvor konnte das Unternehmen einer Zinszahlung in Höhe von 18 Millionen Euro nicht nachkommen. Medienberichten zufolge, wird der operative Betrieb zunächst fortgesetzt. Der KTG Agrar bewirtschaftet eine Fläche von ca. 45.000 Hektar Land in Deutschland und Osteuropa.

Offen ist nun, was in der Folge mit den von der KTG Agrar gekauften und gepachteten landwirtschaftlichen Flächen passiert. Im Zuge der Insolvenz solle das Unternehmen neu strukturiert und saniert werden, wodurch es auch zu größeren Landverkäufen kommen könnte. In Zeiten des knappen Ackerlandes und des schweren Zugangs zu Land für junge Landwirte werden nun Appelle an Bund und Länder, solche Flächenkonzentrationen zu stoppen, laut.

So fordert die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) agrarpolitische Konsequenzen aus der Insolvenz und eine deutlichere Unterstützung kleinerer und mittlerer Betriebe. Zunächst solle offengelegt werden, wie viele Flächen des Bundes über die BVVG und des Landes an die  KTG Agrar gegangen seien und wie viele Subventionen die KTG Agrar  erhalten habe. Bei den erwartbaren Landverkäufen solle das Land dann zu fairen Preisen angeboten werden, um so Wertschöpfung und breite Eigentumsstreuung in den ländlichen Regionen zu ermöglichen.

Auch Maria Heubuch, EU-Parlamentarierin äußert sich dementsprechend, dass gezielt kleine und mittelgroße, bäuerliche Betriebe bei der Neuvergabe des Ackerlandes bedacht werden müssten. „Bundes- und Landesregierungen müssen hier einen klaren Gegenakzent zu einer Shareholdergesellschaft setzen, in der die Interessen der Kapitalgeber auf Maximierung ihrer Profite den Vorrang vor den Interessen der Gesellschaft und der Umwelt beanspruchen.“ erläutert sie.

Der Konzern gilt als größter Eigner ostdeutscher Landwirtschaftsflächen. Er beschäftigt bundesweit 800 Mitarbeiter, davon 200 in Brandenburg. Die Hälfte seiner Flächen bewirtschaftet das Unternehmen eigenen Angaben zu Folge ökologisch. Vorstandsvorsitzender Sigfried Hofreiter ist bereits zuvor mit einem Agrar-Unternehmen insolvent gegangen und wurde wegen Insolvenzverschleppung 2002 rechtskräftig verurteilt

05.07.2016 |

Glyphosat in Honigen

Honig enorm mit Glyphosat belastet (Foto: CCO, Pixabay) Honig enorm mit Glyphosat belastet (Foto: CCO, Pixabay)

Wie eine Stelle der Lebensmittelüberwachung in Brandenburg herausgefunden hat, sind viele Honige mit dem Pflanzengift Glyphosat belastet. In Stichproben aus Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg konnten enorme Pestizid-Belastungen gefunden werden – zum Teil überschritten diese die mehr als hundertfache zulässige Höchstmenge. In der letzten Woche hatte die EU-Kommission das Herbizid zunächst für weitere 18 Monate zugelassen.

Ein Brandenburger Imker hatte die für ihn zuständige Lebensmittelüberwachung zur Untersuchung seines Honigs aufgefordert, da er beobachtet hatte, wie das Herbizid auf die Weizenfelder ausgebracht wurde, auf denen parallel die bei Bienen sehr beliebte Kornblume blühte. „Die Befunde belegen, dass Unkrautbekämpfung mit Glyphosat die Verkehrsfähigkeit von Honig gefährden. Jegliche Anwendung in blühenden Pflanzenbeständen muss von den nationalen Behörden verboten und dies auch Bestandteil einer eventuellen Verlängerung der Zulassung durch die EU Kommission werden“, so Thomas Radetzki, Vorstand der Aurelia Stiftung.

28.06.2016 |

Glyphosat-Entscheidung erneut verschoben

Chafer (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/, https://www.flickr.com/photos/chafermachinery/) Ja zu Glyphosat auf dem Acker? (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/, https://www.flickr.com/photos/chafermachinery/)

Eine Antwort auf die Frage, wie es mit dem Wiederzulassungsverfahren für das Breitbandherbizid Glyphosat auf europäischer Ebene weitergeht, wurde für gestern von der EU-Kommission erwartet. Diese berieten jedoch über den Fortgang des EU-Ausstiegs Großbritanniens und verschoben die Entscheidung über eine Neuzulassung neuerlich. Die derzeitige Zulassung endet am Donnerstag.

Die Entscheidung in die Verantwortung der Kommissare zu geben, war notwendig geworden, da die EU-Staaten selbst in der letzten Woche zu keinem mehrheitlichen Ergebnis gekommen waren – nur 19 Länder stimmten dafür. Zudem gab es sieben Enthaltungen. Auch Deutschland gab keine Stimme ab, da in der Koalition keine Einigkeit zum Thema herrscht. Während Umweltministerin Hinz und SPD-Chef Gabriel das Herbizid wegen des Verdachts krebsauslösend zu sein, ablehnen, spricht sich Agrarminister Schmidt für eine Neuzulassung aus. Er sieht bei sachgerechter Anwendung keine Gefahr von dem Pflanzengift ausgehen.

Es wird erwartet, dass die europäische Kommission das Herbizid für weitere 18 Monate zulässt. In der Zeit solle die Chemikalien-Agentur Echa eine Bewertung des Gifts vorlegen. Derzeitige Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, was die Diskussion um eine Wiederverlängerung in zwei Lager gespalten hatte.

27.06.2016 |

Sojaproduktion vervielfacht sich – auch mit Gentechnik

Sojabohnen-Ernte  (Foto: CCO, Pixabay) Sojabohnen-Ernte (Foto: CCO, Pixabay)

Letztes Jahr wurden weltweit 320 Millionen Tonnen Soja geerntet - über 80 Prozent davon stammen von Gentechnik-Plantagen, die vor allem in den USA, Brasilien oder Argentinien liegen. Auch in Europa wird immer mehr produziert. Gentechnikfreiheit ist hier die Regel, allerdings nicht beim größten Sojaproduzenten: in der Ukraine halten sich offenbar viele Landwirte nicht an das Gentech-Anbauverbot.

6,5 Millionen Tonnen Soja wurden 2015 nach Angaben des Vereins Donau Soja in Europa geerntet. Insgesamt macht die europäische Ernte erst zwei Prozent der weltweiten Sojaproduktion aus. Doch die Flächen wachsen schnell. Pluspunkt: in der EU ist der Anbau von gentechnisch veränderter Soja - die Pflanzen sind meist gegen Herbizide wie das glyphosat-haltige „Roundup“ von Monsanto resistent - bislang nicht genehmigt.

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