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Nachrichten

13.03.2012 |

Landwirtschaft ist größter Wasserverbraucher

Bewässerung in der Landwirtschaft Bewässerung in der Landwirtschaft (Foto: ingo anstötz/pixelio.de)

In Marseille wurde am Montag der Weltwasserbericht der UNESCO zur Eröffnung des Weltwasserforums veröffentlicht. Rund 900 Millionen Menschen haben demnach keinen Zugang zu Trinkwasser. Größter Verbraucher ist die Landwirtschaft, sie beansprucht etwa 70% des gesamten Wasserbedarfs. Dabei wird nicht einmal ein Fünftel der landwirtschaftlichen Flächen bewässert. Für die Bewässerung wird meist Grundwasser gebraucht, das zwar auf natürlichem Weg relativ schnell kompensiert werden kann. Eine übermäßige Nutzung hat aber eine Absenkung des Grundwasserspiegels zur Folge. Außerdem trägt der Einsatz von Nitrat-Düngern zur Verunreinigung von Grundwasser bei. Die stärkste Auswirkung auf den Wasserverbrauch habe aber das geänderte Konsumverhalten: „Für die Herstellung von einem Kilogramm Reis werden 2.500 Liter Wasser benötigt, für ein Kilogramm Rindfleisch 15.000 Liter.“ Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass nur eine sektorübergreifende internationale Zusammenarbeit eine sinnvolle Wasserbewirtschaftung erreichen kann.

12.03.2012 |

Koalitionskongress zu Rohstoffspekulation

Wolfgang Schäuble Wolfgang Schäuble, Foto: Armin Kübelbeck (creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de)

Mit der Spekulation auf Rohstoffe wird schon länger auch ein Anstieg der Lebensmittelpreise in Verbindung gebracht, der Menschen in Entwicklungsländern in Armut oder Hunger stürzt. Vergangene Woche beschäftigte sich auch die Unionsfraktion auf einem Rohstoff-Kongress mit der Spekulation auf Lebensmittel. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte, ein Übermaß an Spekulation sei falsch. Er sieht es jedoch als erforderlich an, zuerst für mehr Transparenz und Information zu sorgen, da der Effekt der Spekulation auf den Preisanstieg nicht geklärt sei. So fällt auch der Gesetzesentwurf der Fraktion eher unkonkret aus. Er fordert von der Bundesregierung, sich auf europäischer Ebene für mehr Transparenz und "angemessene Eingriffsinstrumente" starkzumachen.

09.03.2012 |

EU-Ratsvorschlag zu nationalen Anbauverboten gescheitert

Eu-Fahne Bundestag Kommission Wenn sich die Mitgliedsstaaten nicht einigen können, entscheidet die Kommission über Zulassungen von Gentech-Pflanzen

Der umstrittene Vorschlag der dänischen Ratspräsidentschaft zur Regelung nationaler Anbauverbote von gentechnisch veränderten Pflanzen hat im EU-Umweltministerrat keine ausreichende Mehrheit bekommen. Die blockierende Minderheit mit Deutschland, Frankreich, Belgien und Großbritannien hat sich gegen den Vorschlag gestellt. Im Vorfeld hatten Bündnis 90/ Die Grünen die Bundesregierung aufgefordert, sich nicht hinter der Ablehnung des aktuellen Vorschlages zu verstecken, sondern sich im Europäischen Parlament aktiv für eine Verschärfung des Zulassungsverfahrens, die Stärkung gentechnikfreier Regionen und die verpflichtenden Festlegungen von Koexistenzregelungen einzusetzen. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) wirft der Regierung vor, sich nicht für den Vorschlag des Europäischen Parlaments vom Juli vergangenen Jahres stark gemacht zu haben. Dieser hätte den Regionen die Souveränität zum Erlass von Anbauverboten ohne Industriebeteiligung ermöglicht und das Zulassungsverfahren verbessert. Die Mitgliedsstaaten hoffen nun auf eine Einigung im Juni.

08.03.2012 |

Petitionsausschuss für Tierschutzkennzeichnung

Artgerechter Schweinestall Artgerechter Schweinestall

Der Petitionsausschuss sprach sich am Mittwoch für eine Kennzeichnungspflicht von Tierprodukten aus. Der Petent kritisierte, weder auf verarbeiteten Produkten noch bei den in einem Fachgeschäft gekauften Produkten könne der Verbraucher nachvollziehen, aus welcher Tierhaltung das Produkt stammt. Bisher sind nur Eier gekennzeichnet, nicht aber Produkte in denen Eier verarbeitet wurden. Verbrauchern bleibe nur der Kauf von tierischen Produkten aus biologischer Haltung. Der Petitionsausschuss wird das Anliegen nun an das Europäische Parlament weitergeleitet. Die Petition fand 4.667 Unterzeichner. Das Bundesministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz befürworte eine Tierschutzkennzeichnung und habe sich bereits in europäischen Gremien dafür ausgesprochen, so der Ausschuss. Jetzt müsse die Kommission einen Rechtsvorschlag vorlegen.

08.03.2012 |

EU will Tierschutzstrategie 2012-2015 vorantreiben

Glückliches Schwein Es hapert in der EU bei der Umsetzung von Tierschutzgesetzen

Auf der von der Europäischen Kommission und der dänischen EU-Ratspräsidentschaft organisierten Konferenz wurde die im Januar präsentierte neue Tierschutzstrategie 2012 - 2015 vorgestellt. Diese basiert auf früheren Strategien und ist auf die Information der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die bessere Durchführung und Durchsetzung geltender Vorschriften gerichtet. Sie enthält eine Liste von Maßnahmen, die über einen Zeitraum von vier Jahren (2012 bis 2015) nach und nach ergriffen werden sollen, um sektorspezifischen Aspekten und allgemeinen Tierschutzanforderungen Rechnung zu tragen. Der EU Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik John Dalli betonte: "Die Verbraucher lassen zunehmend Tierschutzerwägungen in ihre Kaufentscheidungen einfließen. Wenn wir ihnen Zugang zu den richtigen Informationen verschaffen, sodass sie eine sachkundige Wahl treffen können, fördern wir damit unsere Tierschutzstrategie."

07.03.2012 |

UN-Experte fordert Junk-Food Steuer

Junk Food (Foto: nimkenja/pixelio.de) Wird Junk-Food bald besteuert?(Foto: nimkenja/pixelio.de)

Der Sonderberichterstatter der UNO für das Menschenrecht auf Nahrung, Olivier de Schutter, hat einen Bericht an den UN-Menschenrechtsrat vorgelegt. Er kritisiert, das Recht auf Nahrung dürfe nicht zu einem Recht, nicht verhungern zu müssen, verkommen. Er verweist darauf, dass Hunger als ein Mangel an Kalorien verstanden wurde, wodurch der sogenannte versteckte Hunger, der Mangel an Mikronähstoffen, aus dem Fokus geriet. Für die Landwirtschaft bedeute das, dass eine reine Produktivitätssteigerung wenig hilfreich ist. Stattdessen müssten andere Aufgaben der Landwirtschaft, wie die Sicherung eines regelmäßigen Einkommens für Kleinbauern, anerkannt werden. Problematisch seien aber auch Übergewicht und Adiposität. 65 Prozent aller Menschen leben laut de Schutter in Ländern, in denen mehr Menschen an Übergewicht als an Untergewicht sterben, und schlägt eine Steuer auf ungesunde Lebensmittel vor. Mit den Einnahmen sollten Aufklärungskampagnen und gesunde Lebensmittel subventioniert werden.

05.03.2012 |

Aigner lehnt Bundesratbeschluss ab

Käfighaltung (Photo: PeTA Deutschland e.V.  / pixelio.de) "Kleingruppenhaltung" unterscheidet sich nur gering von Käfighaltung. (Photo: PeTA Deutschland e.V. / pixelio.de)

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner kündigte an, dass sie den Vorschlag des Bundesrates zu Übergangsfristen der sogenannten Kleingruppenhaltung nicht umsetzten werde. Der Bundesrat stimmte am vergangenen Freitag der Initiative der Länder Niedersachsen und Rheinland-Pfalz zu, wonach die Kleingruppenhaltung, die von Tierschutzverbänden stark kritisiert wird, bis 2023 verboten werden sollte. Im Vorfeld des Bundesratbeschlusses hatten Geflügelzüchter mit einer Schadensersatzklage gedroht. Peter Bleser, parlamentarischer Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, sagte, die verkürzte Frist gefährde die Interessen der Geflügelindustrie. Der Vorschlag sei verfassungsrechtlich nicht umsetzbar.

02.03.2012 |

Bundesrat stimmt für Ende der 'Kleingruppenhaltung'

Huhn hinter Gittern Huhn hinter Gittern Photo:Rouven Weidenauer/pixelio.de

Der Bundesrat hat am heutigen Freitag einem Verordnungsantrag der Länder Niedersachsen und Rheinlandpfalz zugestimmt, der vorsieht, eine Übergangsfrist bis zum Verbot der sogenannten Kleingruppenhaltung von Legehennen bis 2023 (im Härtefall bis 2025) einzuführen. Ein Antrag der Bundesregierung, der eine Übergangsfrist bis 2035 vorsah war vormals gescheitert. Die „Kleingruppenhaltung“ wird von Tierschutz- und Umweltverbänden als tierqäulerisch angesehen. Der Antrag wird nun an das Bundeslandwirtschaftsministerium weitergeleitet. Ministerin Aigner hat aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichtes nur noch bis zum 31. März Zeit, die Verordnung in Kraft zusetzen. Lehnt sie dies ab, können die Bundesländer ab dem 1. April eigenständig Übergangsfristen festlegen.

01.03.2012 |

Bt-Mais schadet Nützling

Marienkäfer auf Distel - Bild Foto: Uwe Duwald / pixelio.de, Marienkäfer stehen auf der roten Liste und können durch den Einsatz von Gentechnik zusätzlich gefährdet werden.

Frühere Studien der ETH-Zürich hatten bereits gezeigt, dass das Bt-Toxin, das der gentechnisch veränderte Bt-Mais produziert, schädlich für Nützlinge ist. Die Forschungsanstalt Agroscope reagierte jedoch mit Kritik und veröffentlichte eine Gegenstudie. Daraufhin reagierte jetzt wiederum die ETH-Zürich und wiederholte sowohl ihre eigene Studie als auch die Untersuchung von Agroscope. Die Forscher um Angelika Hilbeck kamen zu dem Ergebnis, dass das Toxin Marienkäferlarven doch töten könne. Sie kritisieren methodische Mängel bei der Agroscope-Studie. Diese seien so gravierend, dass die Forscher von Agroscope nicht einmal Schäden bei den Raupen des Maiszünslers gefunden hätten, gegen den das Toxin aufgrund seiner Schadhaftigkeit für Maispflanzen eigentlich wirken soll. Marienkäfer werden hingegen als Nützlinge in der Landwirtschaft bezeichnet, da sie Blattläuse fressen.

29.02.2012 |

Urteil zu GVO Saatgut

rapsfeld Raps kreuzt sich leicht aus, die Samen können bis zu 10 Jahre im Boden keimfähig bleiben. (Foto: Simone Knorr)

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute entschieden, dass der Staat Landwirte zum Umbruch ihrer Einsaat zwingen kann, wenn diese unwissentlich gentechnisch verändertes Saatgut ausgebracht haben, das keine Zulassung hat. Mit diesem Urteil bleibt die gentechnikfreie Landwirtschaft vor nicht zugelassenen Gentechnik-Pflanzen, die unbeabsichtigt auf den Acker kommen, geschützt. Hintergrund dieses Urteils war der Rapssaatgutfall von 2007, bei dem unwissentlich mit Gentechnik verunreinigtes Rapssaatgut ausgesäht wurde.Das Land ordnete an, das Rapsfeld umzubrechen um die Verbreitung des Saatguts zu verhindern, wogegen zahlreiche Landwirte klagten.

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