Nachrichten
26.03.2012 | permalink
Braucht die Landwirtschaft neue Technologien?
Reichstag (foto:Rainer Sturm / pixelio.de)
In der Diskussion im Bundestag am vergangenen Freitag zur zukünftigen Agrarpolitik wurde deutlich, dass die Interessen der Parteien weit auseinandergehen. Während die agrarpolitischen Sprecher der Koalitionsparteien Prioritäten bei der Wettbewerbsfähigkeit und der nachhaltigen Intensivierung der Landwirtschaft setzten, kritisierte die Opposition, die Bundesregierung zeige nur eine geringe Reformbereitschaft bei der EU-Agrarreform, die gerade verhandelt wird. Außerdem legte die CDU am Freitag ein Positionspapier zu mehr Transparenz in der Tierhaltung vor. Es „muss dem Verbraucher aber klar sein, dass es kein Zurück mehr in Großvaters nur vermeintlich gute Zeiten geben kann", meint Staatssekretär Peter Bleser und fordert stattdessen mehr Forschung und neue Technologien als Lösungsansatz.
21.03.2012 | permalink
Demo für Bauernhöfe statt Agrarindustrie in Kiel
500 Menschen und zahlreiche Trecker demonstrierten heute in Kiel
Ein breites Bündnis aus Landwirtschafts-, Umwelt-, Imker-, Verbraucher-, Tierschutz- und Eine-Welt- Organisationen demonstriert heute vor dem Landeshaus in Kiel unter dem Motto: „Bauernhöfe statt Agrarindustrie“. Hintergrund für die Kundgebung ist, dass das Bündnis vor der Landtagswahl ein deutliches verbraucher- und agrarpolitisches Zeichen setzen will. 500 Menschen kamen um die Politiker in die Pflicht zu nehmen und fordern diese
auf, sich aktiv für eine Wende in der Agrarpolitik und für eine klima- und umweltverträgliche und gentechnikfreie Landwirtschaft mit artgemäßen Tierhaltungsbedingungen einzusetzen.
21.03.2012 | permalink
Deutsche Bank will Nahrungsmittelspekulationen drosseln
Spekulationen mit Agrarrohstoffen treiben die Lebensmittelpreise in die Höhe (Foto:Grace-Winter/pixelio)
Die Deutsche Bank zieht scheinbar Konsequenzen aus der Kritik von Verbraucherschützern, Nahrungsmittelspekulationen trieben die Preise für Nahrungsmittel nach oben und führen damit, insbesondere in ärmeren Ländern, zu Hunger. Die Deutsche Bank will nun ihr Engagement bei spekulativen Rohstoffgeschäften für die Nahrungsmittelproduktion überdenken und im laufenden Jahr keine neuen, an der Börse gehandelten Anlageprodukte mehr emittieren, die auf dem Handel mit landwirtschaftlichen Rohstoffen oder auf Preiswetten von Grundnahrungsmitteln basieren. Einen vollständigen Ausstieg aus der Agrarspekulation lehnt die Deutsche Bank jedoch bisher ab. Verbraucher- und Entwicklungshilfe Organisationen sehen diese Entwicklung als halbherzig. Die Deutsche Bank übernehme nur scheinbar Verantwortung da die bestehenden Produkte fortgeführt werden und weiterhin die Hungerkrisen der Welt verschärfen.
21.03.2012 | permalink
Neue Förderkriterien zugunsten bäuerlicher Landwirtschaft
Neue Förderkriterien für bäuerliche Landwirtschaft (Foto:Berlin-pics/Pixelio)
Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz in Mecklenburg-Vorpommern, stellte gestern einen Erlass für die Neuausrichtung der einzelbetrieblichen Förderung in der Landwirtschaft vor. Der Erlass trat gestern in Kraft und ist Ergebnis eines intensiven Diskussionsprozesses, der mit den Verbänden und den Wirtschafts- und Sozialpartnern beraten wurde. Die Ziele sind eine stärkere Förderung der bodengebundenen, bäuerlichen Landwirtschaft, eine stärkere Berücksichtigung tierschutzrechtlicher Aspekte, verbesserte Haltungsbedingungen und Tiergesundheit und minimierter Antibiotika-Einsatz. Damit soll ein Paradigmenwechsel in Mecklenburg-Vorpommern eingeleitet werden.
21.03.2012 | permalink
Tiertransporte sollen auf acht Studen begrenzt werden
Tiertransporte sollen künftig nur noch 8 Stunden dauern
Das Europäische Parlament hat einer von Sozial- und Christdemokraten sowie den Grünen eingereichten Petition zur Einführung einer maximalen Transportzeit von acht Stunden zugestimmt. Die schriftliche Erklärung fordert die Kommission und den Rat auf, einen Passus in die Tiertransort-Verordnung (Nr. 1/2005) aufzunehmen, der die Maximaldauer von Schlachttiertransporten auf höchstens acht Stunden festsetzt. Die Erklärung wird nun der Europäischen Kommission und den Regierungen der Mitgliedsstaaten übermittelt werden.
20.03.2012 | permalink
AbL warnt vor neuen Landbau-Konzernen in Ostdeutschland
Ehemaligen DDR-Agrar-Großbetriebe werden noch größer (Photo: Rainer-Sturm/pixelio)
Die Bauernorganisation AbL kritisiert eine schleichende Übernahme ehemaliger DDR-Agrar-Großbetriebe durch außerlandwirtschaftliche Investoren. Nachdem sich nach der Wende viele ehemalige DDR-Kader zunächst ihre weitere Dominanz bei den in GmbHs oder Genossenschaften umgewandelten Landwirtschaftlichen Produktions-Genossenschaften (LPGen) gesichert haben, steht jetzt ein Generationenwechsel an. Dieser führt dazu, dass viele Eigner oder deren Kinder ihre Eigentumsrechte mit Gewinn abstoßen wollen. Außerlandwirtschaftliche Investoren nutzen diese Situation nun aus. Die AbL warnt vor neuen, regelrechten Landbau-Konzernen mit vielen Tausenden oder Zehntausenden von Hektaren und agrarindustriellen Tierhaltungsmethoden. In diesem Zusammehang unterstütz sie auch die Wardower Bürgerinitiative gegen die Unternehmensgruppe L.S.G. mbH, die mittlerweile 11.000 Hektar kontrolliert.
16.03.2012 | permalink
Leitlinien zum Landraub
Knappes Land für die lokale Bevölkerung
Die einjährigen Verhandlungen innerhalb der UN-Welternährungsbehörde (FAO) zwischen Delegierten verschiedener Staaten, sowie Entwicklungsorganisationen, wie Misereor, Fian und Brot für die Welt zum Thema "Landgrabbing" enden jetzt mit der Veröffentlichung von “Freiwilligen Leitlinien zur verantwortlichen Regierungsführung im Umgang mit Landbesitz, Wäldern und Fischereiressourcen”. Viele Kleinbauern verlieren derzeit ihr Land an Investoren, die sich Agrarflächen in den Entwicklungsländern sichern. Die meisten verlieren damit auch ihre einzige Chance, Armut und Hunger zu überwinden. Mit den neuen Leitlinien, die sich für Geschlechtergerechtigkeit und eine Anerkennung des Gewohnheitsrechts bei der Frage des Landbesitzes aussprechen, soll das nun verhindert werden. Während Entwicklungsminister Dirk Niebel das Dokument als „Meilenstein in der Bekämpfung von Landgrabbing“ feiert, bleibt abzuwarten, wie effektiv die freiwilligen Leitlinien angewendet werden.
16.03.2012 | permalink
Agrarreform in der Diskussion
Streit um EU-Direktzahlungen (Photo:LG Frank)
Bei einem Landwirtschaftstag der LVM Versicherung diskutierten vergangenen Dienstag wieder Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft über die anstehende Agrarreform. Wichtigstes Thema war wieder das sogenannte Greening. Dr. Robert Kloos, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, sagte, er stimme bei der Forderung der Kommission, die Direktzahlung künftig an Umweltmaßnahmen zu binden, grundsätzlich überein. Es seien "in der Ausgestaltung aber noch viele Fragen offen". Lutz Ribbe, Direktor der Stiftung Euronatur, sah die Reform als "Schritt in die richtige Richtung", für ihn ist sie jedoch "eher hellgrün als dunkelgrün". Ein weiteres Thema war die Neuausschreibung von sogenannten benachteiligten Gebieten. Landwirte, die benachteiligte Gebiete bewirtschaften erhalten Beihilfen. Diese benachteiligten Gebiete sollen nach Vorschlag der Kommission neu definiert werden, was auch Ribbe für wichtig für die Akzeptanz in der Bevölkerung hält. Bund und Länder sprechen sich hingegen gegen eine Neuabgrenzung aus.
14.03.2012 | permalink
Konstanter Fleischkonsum 2011
Konsum von Hähnchenfleisch bleibt jetzt konstant (Photo:Jürgen Oberguggenberger/ Pixelio)
Wie der deutsche Fleischer-Verband berichtet, blieb der Fleischverzehr im Jahr 2011 weitgehend konstant. Mit 61 Kilogramm Fleisch pro Kopf aßen die Deutschen rund 100 Gramm mehr Fleisch als im Jahr 2010. Dabei macht Schweinefleisch mit 39,6 Kilogramm den größten Anteil aus. Der Zuwachs beim Verzehr von Geflügelfleisch ist wohl vorerst gestoppt und bleibt bei 11,5 Kilogramm pro Kopf und Jahr stehen. Aus dem Geschäftsbericht des Verbandes geht außerdem hervor, dass im Jahr 2010 mit der ungeheuerlichen Menge von 8,296 Millionen Tonnen Schlachtgewicht sogar 14% mehr Fleisch produziert, als verbraucht wurde. Einen neuen Trend verzeichnet der deutsche Fleischer-Verband beim steigenden Umsatz im Catering-Service für Feiern.
13.03.2012 | permalink
Initative gegen Wegwerfgesellschaft
Zu viele Lebensmittel landen in der Mülltonne (Foto: Rolf van Melis/pixelio.de)
Verbraucherschutzministerin Aigner präsentierte eine Studie der Universität Stuttgart zu den Wegwerfraten. Das Ergebnis ist eindeutig: 11 Millionen Tonnen Lebensmittel werden jährlich weggeworfen. Das entspricht einer Menge von 81,6 Kilogramm im Wert von 235€ pro Bundesbürger im Jahr, wovon mehr als die Hälfte vermeidbar wäre. Der größte Anteil landet in privaten Mülltonnen (61%). Aigner will nun die Aufklärungskampagne „Zu gut für die Tonne“ starten und eine Konferenz zu Thema abhalten. Eine Webseite soll Möglichkeiten zeigen, bei Einkauf, Lagerung und Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum die Verschwendung zu stoppen. Umweltverbände und die Opposition kritisieren die Initiative der Ministerin als wenig effektiv und unkonkret. „Aigner blendet völlig aus, dass 39 Prozent der weggeworfenen Lebensmittel bereits beim Hersteller aussortiert werden, obwohl sie einwandfrei sind“, meint Martin Häusling von den Grünen im Europaparlament und spricht die Qualitätsvorgaben an, die rein äußerliche Merkmale betreffen.

