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Nachrichten

24.05.2012 |

Gentechnik-Klüngel in deutschen Behörden

Lobbyismus Monsanto und Co trafen britischen Wissenschaftsminister (Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio)

Nach Recherchen von Testbiotech gibt es ernst zu nehmende Hinweise auf Interessenskonflikte in einer Expertenkommission, die das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu Fragen der Sicherheit von Gentechnik in Futter- und Lebensmitteln beraten soll. Dieser Verdacht besteht demnach bei neun der insgesamt 13 Experten. Sie könnten „als voreingenommen und in vielen Fällen industrienah gelten.“ Außerdem gebe es auch bei zwei leitenden Angestellten des BfR nicht die nötige Distanz zur Gentechnik-Industrie. Neben der Expertenkommission haben die Autoren des Berichts noch bei weiteren Forschungseinrichtungen Bedenken: „Insgesamt ergibt sich das Bild einer organisierten und zumindest zum Teil verdeckten Einflussnahme der Industrie in zentralen Einrichtungen des Bundes, die mit der Risikoabschätzung und der Forschungsförderung im Bereich der Agrogentechnik befasst sind.“

24.05.2012 |

Brot oder Trog - Die Folgen des Fleischkonsums

Kuhstall Tonnenweise verseuchter Mais wurde zu Futter für Milchkühe verarbeitet (Foto:Birgit Lieske /Pixelio)

Eine neue Studie von Brot für die Welt und dem Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile Lateinamerika berichtet von den Folgen des steigenden Bedarfs an Futtermittel für die Tierhaltung, der wiederum auf die weltweit steigende Nachfrage nach Fleisch und anderen tierischen Produkten zurückzuführen ist. Die Studie erläutert den Zusammenhang zwischen der Tierhaltung in Europa und den Menschenrechtsverletzungen in Entwicklungsländern. Sie zeigt, dass der Anbau von Soja zu Landvertreibungen führt, bei denen Landwirte, die über Generationen kleine Höfe betrieben, ihr Land an Großunternehmen verlieren. Sie stellt außerdem fest, dass der Anbau des meist gentechnisch veränderten Sojas in Monokulturen immense Schäden für die Ökosysteme bedeutet. Neben einem geringeren Konsum von tierischen Produkten wird in dem Bericht empfohlen, die Besteuerung von tierischen Erzeugnissen zu prüfen. Außerdem müssten in der Reform der EU-Agrarpolitik entsprechende Instrumente zur Förderung von heimischem Futtermittelanbau verankert werden.

23.05.2012 |

Novelle des Tierschutzgesetztes erntet Kritik

Huhn im Käfig Die Unterstützung beim Bau von Legebatterien macht die jüngst beschlossene Tierschutznovelle unglaubwürdig (Foto: matt_scherf/istockphoto)

Die Bundesregierung hat die Novelle des Tierschutzgesetztes beschlossen, wie das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz berichtet. Neuerungen bringen das Verbot von Brandzeichen für Pferde und ein fast vollständiges Verbot von Tierversuchen mit Menschenaffen. Außerdem soll ab Januar 2017 die betäubungslose Kastration von Ferkeln verboten werden. Der Gesetzentwurf enthält auch eine Ermächtigung, das Zurschaustellen bestimmter Wildtiere in Zirkusbetrieben durch Verordnung zu verbieten. Die Grünen nannten den Entwurf „gänzlich unambitioniert“. Im Vorfeld hatten sie einen eigenen Vorschlag eingebracht, nachdem für Zirkustiere eine Positivliste mit einigen Tieren erstellt werden soll, die artgerecht im Zirkus gehalten werden. Die Zurschaustellung aller anderen Tiere sollte verboten sein, so die Partei. Auch Tierschutzorganisationen zeigten sich unzufrieden mit der Novelle des Tierschutzgesetztes. Sie forderten ein konsequenteres Umsetzten des europäischen Verbots von Tierversuchen, wenn diese starke Schmerzen, schwere Leiden oder schwere Ängste verursachen.

22.05.2012 |

Keine Pflanzenart ist überflüssig

Blumen Vielfalt Der Reichtum liegt in der Biodiversität.

In einer Studie, die mit 14 Jahren Laufzeit zu den längsten Beobachtungen bisher zählt, wurde untersucht, wie sich die Artenvielfalt auf die Produktivität von Wiesen auswirkt. Beim Vergleich von Biomasse-Erträgen und Bodenfruchtbarkeit zwischen Grasland-Parzellen schnitten, langfristig gesehen, die Wiesen mit der höchsten Pflanzenvielfalt am besten ab. "Für die Praxis der Landwirtschaft heißt das etwa, dass Mähwiesen durch Artenreichtum mehr Ertrag abwerfen. Zudem ist die Vielfalt in den Grünstreifen um Felder von besonderem Vorteil: Mit jeder zusätzlichen Pflanzenart steigt die Diversität der Räuberinsekten, die laut früheren Forschungen auch in die Felder gehen und dort etwa die Zahl der Blattläuse reduzieren.", meint der Studienautor Nico Eisenhauer. Dabei komme es auf jede einzelne Pflanzenart an. Das Artensterben wird von etlichen Experten als drängendstes Problem bewertet, um die Grundlagen unseres Erdzeitalters zu erhalten.

18.05.2012 |

EU-Agrarkommissar knickt ein!

EU Agrarkommissar Dacian Ciolos EU Agrarkommissar Dacian Ciolos

Am Dienstag erklärte EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos im Agrarministerrat seine Absicht, die geplanten Umweltmaßnahmen in der Reform EU-Agrarpolitik (GAP) auf Druck einiger Landwirtschaftsminister der Mitgliedstaaten zu lockern. Bisher wollte er die Direktzahlungen für alle landwirtschaftlichen Betriebe außer Ökobetriebe an Leistungen im Umweltschutz binden. Jetzt hat er erklärt, es sollen auch bestimmte Umweltmaßnahmen angerechnet werden, die bereits bestehen. Außerdem sollen auch mehr Betriebe aus der Pflicht genommen werden, mindestens 3 verschiedene Feldfrüchte mit einem Mindestanteil von 5% der Ackerfläche anzubauen. Umweltschutzorganisationen reagieren entsetzt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht im Zurückweichen des Kommissars einen „inakzeptablen Rückschritt“. Der Bund ökologischer Lebensmittelwirtschaft kritisiert, die Kommission habe wohl nicht verstanden, dass in Zeiten der Staatsschuldenkrise sehr genau begründet werden muss, wofür die Betriebe honoriert werden. Sie fordern daher ein Ende des „Gießkannenprinzips“ der Betriebsprämien, bei dem alle Betriebe ohne Rücksicht auf Umwelt- und Artenschutzmaßnahmen Zahlungen erhalten.

14.05.2012 |

Bürger wollen Zahlung nur bei Tier- und Umweltschutz

Geldscheine 60 Milliarden Euro sind im Agrartopf der EU (Foto: Gerd Altmann / Pixelio.de)

Aus einer Studie, die der Bund für Umwelt und Naturschutz in Auftrag gegeben hatte, geht hervor, dass rund zwei Drittel der Bundesbürger die Vergabe von Agrarsubventionen an höhere Umwelt- und Tierschutzstandards binden wollen. Ein Fünftel der in der Forsa-Studie Befragten sprechen sich dafür aus, weiterhin an alle Landwirte Subventionen zu verteilen. Der Rest gibt an, keine Meinung zu diesem Thema zu haben. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos will im Zuge der EU-Agrarreform Umweltstandards einführen, an die sich Landwirte halten müssten, um die gesamten Zahlungen zu erhalten. Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner wird vorgeworfen sie blockiere diese Ökologisierung der Direktzahlungen an Landwirte. Bisher werden die Direktzahlungen aus dem europäischen Agrartopf, der mit 60 Milliarden Euro den größten Posten des EU-Haushaltes ausmacht, nach Betriebsgröße gezahlt, ohne dass dafür besondere Leistungen für Umwelt- und Tierschutz eingefordert werden.

14.05.2012 |

Kein Geld für industrienahe EFSA

Mais Comic Die EFSA-Risikobewertung von Gentechnik-Pflanzen ist umstritten (Bild: Testbiotech)

Das Europäische Parlament entschied erstmals der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Haushaltsentlastung vorerst zu verweigern. Der EFSA wird eine große Nähe zur Industrie vorgeworfen, die eine unabhängige Prüfung von Lebensmitteln auf ihre Sicherheit behindert. Mehrere Mitarbeiter der Behörde haben neben ihrer Tätigkeit bei der EFSA oder im direkten Anschluss bei Lobbyverbänden wie dem International Life Sciences Institute (ILSI) gearbeitet. Dieses Institut gibt sich zwar unabhängig und gemeinnützig, wird aber von Lebensmittelmultis wie Kraft, Nestle, BASF, Unilever und Monsanto finanziert. Außerdem wird den Lebensmittelprüfern vorgeworfen, sich bei der Genehmigung von gentechnisch verändertem Mais auf die Studien verlassen zu haben, die vom Gentechnikriesen Monsanto vorgelegt wurden, ohne diese kritisch genug zu hinterfragen.

10.05.2012 |

EU-Parlament gegen Patente auf Leben

Kein Patent auf Leben Foto: Kein Patent auf Leben

Das Europäische Parlament hat am heutigen Donnerstag eine Resolution gegen Patente auf Tiere und Pflanzen verabschiedet. Das bestehende Recht verbietet Patente auf traditionell gezüchtete Tiere und Pflanzen. Dennoch vergab das Europäische Patentamt (EPA) in der Vergangenheit über 1500 Pflanzenpatente und 1100 Tierpatente. Die Abgeordneten forderten die Kommission auf, Berichte zur Patenterteilung und deren Auswirkung zu erstellen. Das EPA soll unter Kontrolle gestellt werden und sich an das bestehende Recht halten, so die Parlamentarier. Die Patente auf Tiere und Pflanzen aus traditioneller Züchtung gerieten in die Kritik von Landwirtschafts- und Naturschutzorganisationen. Es wird eine Monopolstellung einiger weniger Unternehmen befürchtet, durch die sie die globale Lebensmittelproduktion weitgehend unter ihre Kontrolle bringen könnten.

08.05.2012 |

Wildblumen statt Maismonokulturen für Biogas

Blumenwiese Wie können landwirtschaftliche Dienste für die Umwelt am besten honoriert werden? (Foto: Volker Gehrmann)

Die Tageszeitung „taz“ berichtet von einem Modellversuch, der zeigt, dass der Anbau von Wildblumen, wie Klee, Buchweizen, Wilde Möhre und Lichtnelke, bei der Biogaserzeugung dem bisher dominierenden Mais wirtschaftlich in Nichts nachsteht. Immer wieder wurde Kritik aus Umwelt- und Naturschutzverbänden laut, dass der intensive Anbau von Mais in Monokulturen die Biogaserzeugung eher zu einem Übel für Ökosysteme macht. Der Projektleiter Jochen Goedecke berichtet, die geringeren Ernteerträge bei Wildblumenwiesen würden durch Einsparungen beim Düngemittel- und Pestizidverbrauch ökonomisch kompensiert. Gespritzt werden müssten diese Wildpflanzen nämlich nicht, da sie sehr viel widerstandsfähiger seien als Mais. Außerdem müssten sie nur einmal ausgesät werden, um dann fünf Jahre geerntet werden zu können. Für Biodivesität sowie die Qualität des Bodens brächten die Wiesen immense Vorteile.

04.05.2012 |

Patentamt zieht Sperma-Patent zurück

Demo gegen Patente auf Leben Im Oktober demonstrierten 300 Menschen gegen Patente auf Pflanzen und Tiere in München. Foto: no-patents-on-seeds.org

In München hat das Europäische Patentamt (EPA) der US-Firma Inguran und ihrer Tochter XY, LLC ein Patent auf ein Verfahren zur Auswahl von Sperma bei Zuchttieren entzogen. Das Verfahren sollte das Sperma von Stieren gezielt so auswählen, dass bei einer künstlichen Befruchtung entweder männliche oder weibliche Tiere entstehen. Bereits 2005 hatten die Umweltorganisation Greenpeace und die europäischen Grünen Widerspruch eingelegt, da sie befürchten, Konzerne wie Monsanto, Dupont, Syngenta und Bayer könnten das Patentrecht mißbrauchen, um die Kontrolle über die globale Nahrungsmittelproduktion zu erlangen. Das Sperma-Patent wurde jetzt „wegen mangelnder erfinderischer Tätigkeit widerrufen“. Christoph Then von der internationalen Koalition „no-patents-on-seeds“ fordert nun das EU-Parlament auf, einer Resolution der großen Fraktionen zuzustimmen, mit der die Vergabe von Patenten auf konventionelle Züchtung von Tieren und Pflanzen eingeschränkt wird. Ansonsten seien derartige Patente weiterhin möglich.

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