Nachrichten
02.05.2012 | permalink
Länder kritisieren Aigners 'Regionalfenster'
Regionale Lebensmittel sind beliebt (Foto:iStockphoto / gerenme)
Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Alexander Bonde kritisierte vergangene Woche auf der Agrarministerkonferenz in Konstanz den Vorschlag der Bundesministerin Aigner für ein Regionalfenster. Der Grüne bemängelte, dass nach Aigners Vorschlag lediglich 51% der Bestandteile eines verarbeiteten Produktes regional sein müssen. Er sagte, das mache die Arbeit, derjenigen zu Nichte, die bereits Regionalsiegel eingeführt haben, die einen Mindestanteil von 90% haben. Deutliche Kritik kam auch aus den anderen von der Opposition geführten Bundesländern sowie aus Mecklenburg-Vorpommern, wo die Große Koalition regiert, aber auch aus Schleswig-Holstein, wo CDU und FDP die Mehrheit im Landtag stellen.
30.04.2012 | permalink
Agrarsubventionen veröffentlicht: BUND kritisiert ungerechte Verteilung
Es hapert in der EU bei der Umsetzung von Tierschutzgesetzen
Nachdem datenschutzrechtliche Bedenken ausgeräumt wurden, wurden jetzt die Empfänger der europäischen Agrarsubventionen des Jahres 2011 veröffentlicht. Der Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) sieht sich in seiner Befürchtung bestätigt, dass wenige Betriebe übermäßig von den Subventionen profitieren, während vor allem kleinere Höfe benachteiligt sind. Die Mehrheit der landwirtschaftlichen Betriebe, nämlich 62 Prozent, würden von insgesamt 5,75 Milliarden Euro weniger als 12 Prozent, erhalten, so der Umweltverband. Laut BUND-Agrarexpertin, Reinhild Benning könnten kleinere Höfe vor allem aus einer Bindung der Direktzahlungen an Umweltleistungen Vorteile ziehen, da sie hier im klaren Vorteil gegenüber Großbetrieben seien. Landwirtschaftsministerin Aigner sprach sich bisher gegen ein solches sogenanntes „Greening“ der Zahlungen aus. Der BUND wies ergänzend darauf hin, dass im Jahr 2011 insbesondere Fleischkonzerne sich kräftig aus dem Topf der Marktförderung bedient hätten.
30.04.2012 | permalink
EU-Parlament empfiehlt Verringerung des Fleischkonsums
EU-Flagge (Photo: Schoenemann/Pixelio)
Wie der Vegetarierbund Deutschland (Vebu) meldet, hat das europäische Parlament am vergangenen Mittwoch einen Initiativbericht „Ressourcenschonendes Europa“ angenommen, in dem die Bedeutung eines Wandels der Essgewohnheiten hervorgehoben wird. Im Bericht würden die „Änderungen der Ernährungsgewohnheiten mit dem Ziel der verringerten Aufnahme tierischer Eiweiße“ als sinnvoll und Ressourcen sparend anerkannt. Der Vebu hätte sich zwar ein noch stärkeres Signal, wie die Empfehlung eines „Veggietages“ aus Brüssel gewünscht, ist aber angesichts des enormen Drucks, der seitens der Lobbyverbände der Fleischindustrie gekommen sei, aber zufrieden.
27.04.2012 | permalink
Aigner will Umweltstandards verhindern
Ministerin Aigner bleibt trotz einer neuen Studie zu den Gefahren von Gentechnik-Mais bei einer Enthaltung - und nimmt damit die Zulassung von MIR 162 in Kauf
Im Rahmen der Agrarministerkonferenzen in Konstanz und Luxemburg sprach sich Bundesministerin Aigner für einen neuen Vorschlag zur EU-Agrarreform aus. Er sieht vor, dass die Mitgliedsstaaten einen Prozentsatz der europäischen Agrarfördermittel einbehalten und selbstständig in ökologische Maßnahmen investieren. Der Vorschlag unterscheidet sich von den bisherigen Plänen des EU-Agrarkommissars Ciolos, in denen Landwirte nur die kompletten Zahlungen erhalten, wenn sie bestimmte Umweltkriterien einhalten. Insgesamt will er 30% der Zahlung an diese Kriterien binden. Die „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft“ (AbL) kritisiert Aigners Neuerung und wirft ihr vor, sie wolle die Bindung der Zahlungen an ökologische Maßnahmen verhindern. „Anstatt die fünf Milliarden Euro Direktzahlungen der EU pro Jahr allein für Deutschland ökologisch zu qualifizieren, bietet Frau Aigner 500 Millionen Euro für freiwillige Maßnahmen an, die aber in den Produktionen mit den größten ökologischen Problemen auch weiterhin nicht greifen werden“, meint der Vorsitzende der AbL, Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf. Er wirft Aigner außerdem vor, die geplanten ökologischen Vorrangflächen wider besseren Wissens als Flächenstillegung zu bezeichnen, wogegen sich in der Vergangenheit auch Agrarkommissar Ciolos wehrte.
26.04.2012 | permalink
Agrarministerkonferenz in Konstanz
Bauernhöfe statt Agrarindustrie!
Am heutigen Donnerstag beginnt in Konstanz die zweitägige Agrarministerkonferenz, auf der die deutschen AgrarministerInnen eine Position zur anstehenden Agrarreform der EU formulieren sollen, die über die Zukunft der Landwirtschaft ab 2014 entscheiden wird. Unsere Kampagne „Meine Landwirtschaft“ zeigt gemeinsam mit der Aktion Agrarzukunft in Baden-Württemberg Präsenz. Mit einem Traktorkonvoi reisen wir in Konstanz zur Konferenz und formulieren auf einer Kundgebung unsere Forderungen: eine gerechte und nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft! Anschließend laden wir zum Marktgespräch „Bauer hält Hof“, einer offenen Diskussionsveranstaltung zu der wir alle VerbraucherInnen und Verbraucher herzlich einladen möchten sich zu beteiligen. Auf Facebook werden wir sie auf dem laufenden halten.
26.04.2012 | permalink
Wird die UN von der Wirtschaft gekapert?
Friends of the Earth International
Der Umweltkongress „Rio+20“ rückt näher. Internationale Organisationen, wie „Friends of the Earth“ und „La Via Campesina“ veröffentlichen jetzt eine Forderung an die Vereinten Nationen, die die Konferenz ausrichten, in der sie bedauern, die UN werde "von der Wirtschaft gekapert". Sie beklagen, bei Verhandlungen der UNO werde internationalen Unternehmen zunehmend zu viel Mitspracherecht eingeräumt. So werde zum Beispiel im „Zero Draft“, dem ersten Entwurf der Rio+20-Erklärung, die Rolle der Unternehmen zur Gestaltung einer sogenannten „Green Economy“ betont, die als Lösung der Klima- und Umweltkrise gesehen wird. Die Organisationen sehen internationale Unternehmen allerdings vielmehr als Verursacher von Finanz-, Klima-, Nahrungsmittel- und anderen Krisen in der Verantwortung, aus der sie die Erklärung enthebe. Sie beklagen außerdem die Zusammenarbeit einiger UN-Behörden mit internationalen Unternehmen wie Coca-Cola, Shell und BASF, denen Menschenrechtverletzungen vorgeworfen werden.
25.04.2012 | permalink
Aigners Strategie für krumme Gurken
Gemüse und Obst unterliegen in der EU Marktnormen (Foto: aluxum / istockphoto)
Am vergangenen Montag wurden im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft Experten zur Lebensmittelverschwendung angehört. Einige kritisierten die Marktnormen der EU. Landwirtschaftsministerin hatte bereits betont, sich auf europäischer Ebene für die Abschaffung der letzten 10 sogenannten speziellen Vermarktungsnormen einzusetzen. Diese bestehen neben der allgemeinen Vermarktungsnorm, die vorschreibt, nur ganzes und gesundes Gemüse und Obst zu verkaufen, das frei von Schädlingen ist, was wohl niemand kritisiert. Doch auch die speziellen Normen sind nicht schuld daran, dass es keine krummen Gurken in den Supermärkten gibt (die übrigens ausschließlich der allgemeinen Norm unterliegen). Die Produkte werden dabei in Klassen unterteilt. Während zur Einteilung in die höchste Klasse auch äußerliche Merkmale berücksichtig werden, sind die Mindestanforderungen der niedrigsten Klasse eher gering, wie zum Beispiel das Verbot zu großer Druckstellen. Hinzu kommt, dass die Abschaffung der Norm nahezu wirkungslos bleiben dürfte, weil die allgemeine Vermarktungsnorm nach europäischem Recht durch eine Norm der UNO ersetzt werden darf, die fast exakt der jetzt geltenden speziellen Norm entspricht. In dieser UN-Norm findet man in den höheren Klassen übrigens auch die vorgegebene Krümmung einer Gurke.
24.04.2012 | permalink
McPlanet: Umweltschutz zu wichtig, um zu Scheitern
McPlanet 2012
Am Montag ging der McPlanet-Kongress zu Ende. Er konnte wieder vielen Umwelt- und Naturschutzinteressierten die Möglichkeit bieten sich auszutauschen, fortzubilden und zu vernetzen. In der Technischen Universität in Berlin wurden verschiedenste Themenfelder angesprochen und diskutiert. Jürgen Knirsch von Greenpeace zieht ein Fazit: „Es wurde auch deutlich Wert darauf gelegt, dass einerseits individuelle Verhaltensänderung wichtig ist, diese aber andererseits immer durch politische Vorgaben oder Rahmenbedingungen ergänzt werden muss.“ Das Motto des Kongresses „Too big to fail“ sollte vor Augen halten, dass die oberste Priorität der Schutz des Planeten und seiner Natur sein muss, der die unersetzbare Grundlage für den Menschen ist. Auch dieser Kongress hatte immer die bevorstehende UN-Konferenz Rio+20 im Blick ohne zu viel Hoffnung in sie zu setzten.
24.04.2012 | permalink
Mehr direkt vom Bauern kaufen!
Immer mehr Leute kaufen direkt vom Bauern (Foto: Katharina Wolfhard)
Die Direktvermarktung wuchs in den vergangenen Jahren stetig. Wenn Lebensmittelskandale aus Großbetrieben und Supermärkten bekannt werden, kaufen immer mehr Verbraucher direkt auf dem Bauernhof oder am Marktstand ein. Auch die Bauern profitieren von den kürzeren Vermarktungswegen. Sie können höherer Produktpreise erzielen, was wiederum Arbeitsplätze in ländlichen Gebieten sichert. EU-Agrarkommissar Ciolos hat das erkannt und will finanzielle Mittel aus der sogenannten zweiten Säule der EU-Fördergelder bereitstellen, um kürzere Vermarktungswege auszubauen. Das Prinzip ist so erfolgreich, dass vergangene Woche die Webseite „vom-land-zum-tisch.com“ online ging, auf der Bauern kostenlos ihre Ware anbieten und Verbraucher Produkte nachfragen können. Die Anzahl der landwirtschaftlichen Direktvermarkter liegt laut Landwirtschaftsministerium bei 30.000 bis 40.000. Dennoch seien die Chancen für Bauern nach wie vor gut, erfolgreich in die Direktvermarktung einzusteigen, so der bayrische Bauernverband.
20.04.2012 | permalink
Öko Landbau als Leitbild der GAP
Es gibt kein Limit für die Dauer von Tiertransporten
In seiner Position zu den Vorschlägen der EU Kommission zur Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik fordert der Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft(BÖLW) die Etablierung des Ökologischen Landbaus als Leitbild einer modernen und nachhaltigen europäischen Landwirtschaft. Der BÖLW Vorsitzende, Felix Prinz zu Löwenstein, betonte, die Agrarausgaben der EU müssen dem Prinzip "öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen" folgen. So wären die Zahlungen der Agrargelder von heute 59,5 Mrd. jährlich in Zukunft nicht zu rechtfertigen, wenn sie nicht an Leistungen für Klima-, Boden-, Wasser- und Artenschutz und die Erhaltung einer bäuerlichen Landwirtschaft geknüpft werden.

