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Nachrichten

13.08.2012 |

EU-Zulassung für Pflanzenschutzmittel schützt Gewässer nicht

Pestizid Pestizide Acker Spritzmittel Traktor Gift 2 Monsanto vertreibt nicht nur Gentechnik, sondern auch chemische Spritzmittel (Foto: Uwe Steinbrich / pixelio.de)

Wissenschaftler der Universität Koblenz-Landau haben herausgefunden, dass die tatsächliche Pestizid-Belastung in Gewässern erheblich höher ist, als von der EU angenommen. Im Zulassungsprozess der Spritzmittel ermittelt die EU nach einem Berechnungsmodell die voraussichtliche Konzentration des jeweiligen Pestizids in Gewässern, die bei der landwirtschaftlichen Anwendung entsteht. Die Wissenschaftler haben am Beispiel der Insektizide diese berechneten Werte mit den tatsächlich gemessenen Werten verglichen. Ihr Ergebnis ist erschütternd: „Zwischen den Werten gibt es keinerlei statistischen oder auch nur augenscheinlichen Zusammenhang.“ Die hohe Konzentration von Pflanzenschutzmitteln in Seen und Flüssen führt zum Absterben von Arten. Prof. Dr. Ralf Schulz, der die Studie leitete, nennt zwei Ursachen für die hohen Werte: „Entweder ist die Zulassung von Insektiziden oder die landwirtschaftliche Praxis mit erheblichen Fehlern behaftet – vermutlich sogar beides“. Er empfiehlt Schutzstreifen zwischen Äckern und Gewässern.

10.08.2012 |

Auch Fair-Trade leidet unter Lebensmittelspekulation

Kleinbäuerin Besonders Kleinbauern leiden unter Lebensmittelspekulationen (Foto: Volker Gehrmann)

Die Nachfrage nach fair gehandelten Produkten steigt kontinuierlich. Trotz Finanzkrise gaben deutsche Verbraucher und Verbraucherinnen 477 Millionen Euro im Jahr 2011 für fair-trade Produkte aus, wie das Forum Fairer Handel berichtet. Das entspreche einer Steigerung von 16% gegenüber dem Vorjahr. Doch auch Kleinbauern, die unter fair-trade Bedingungen arbeiten, sind von Lebensmittelspekulationen betroffen. Finanzinvestoren verstärken durch den Kauf und Verkauf von Rohstoffderivaten Preisschwankungen an den Rohstoffmärkten so stark, dass Kleinbauern keine zuverlässige und stabile Struktur mehr geboten ist. Das Forum Fairer Handel fordert daher politische Konsequenzen: „Wir setzen uns deswegen grundsätzlich für eine stärkere Regulierung von Rohstoff-Derivatmärkten ein, denn das Monopoly-Spiel an den Warenterminbörsen hat reale Auswirkungen auf Bauern, Kooperativen und Händler", so Antje Edler.

09.08.2012 |

Olympische Gleichberechtigung könnte Vorbild für Entwicklungsländer sein

Sorghum Kenya Die Rolle der Geschlechter spielt eine tragende Rolle beim Kampf gegen Armut und Hunger. Photo: Bioversity International/ Y. Wachira

Bei den Olympischen Spielen in London starten erstmals für alle teilnehmenden Nationen auch Frauen. Außerdem gibt es neuerdings keine Disziplin mehr, bei der ausschließlich Männer antreten dürfen. Die Organisation Brot für die Welt freut sich über diesen Fortschritt in Sachen Gleichberechtigung und nutzt die Gelegenheit, um auf das wichtige Thema aufmerksam zu machen. Sie beklagen die Herabsetzung von Frauen in vielen Entwicklungsländern: Sie verdienen weniger als Männer; besitzen nur selten Land und sind häufig Opfer von häuslicher oder sexueller Gewalt. In vielen Entwicklungsländern ist die Diskriminierung von Frauen eine Ursache für Hunger und Armut. Häufig werden Frauen keine Kredite gewährt oder sie haben kein Recht auf Grund und Boden. Dabei spielen Frauen, als wichtige Arbeitskraft und Wissensträgerinnen, eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung von Armut und Hunger. Auch der Weltagrarbericht sieht im Bereich der Geschlechterrollen einen möglichen Hauptschwerpunkt künftiger Forschung und Politik, die sich auf die Qualifizierung, Beratung und die agrartechnische Ausbildung von Frauen konzentrieren sollte.

09.08.2012 |

Beschwerde gegen neue Gentechnik-Zulassung

Mais Comic Die EFSA-Risikobewertung von Gentechnik-Pflanzen ist umstritten (Bild: Testbiotech)

Das Europäische Netzwerk kritischer WissenschaftlerInnen legt bei der Europäischen Kommission offiziell Beschwerde gegen die EU-Zulassung von gentechnisch veränderter Soja der Firma Monsanto ein, wie der Verein testbiotech berichtet. Die Pflanze ist resistent gegen das Pflanzengift „Glyphosat“, welches Monsanto unter dem Namen „Roundup“ vertreibt, und produziert zusätzlich selbst ein Insektengift. Es wird kritisiert, dass die Kombinationswirkung zwischen Glyphosat-Rückständen und dem pflanzeneigenen Gift nicht ausreichend untersucht wurde. Stattdessen habe die zuständige europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) Studien von Monsanto zur Prüfung zugelassen, die nachweislich nicht gängigen wissenschaftlichen Standards erfüllen. Christoph Then von Testbiotech sieht, damit geltendes europäisches Recht verletzt: „Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA winkt die gentechnisch veränderten Pflanzen in einem vereinfachten Prüfungsverfahren durch und die EU-Kommission versagt bei der Kontrolle. Hier wird eklatant gegen geltende EU-Bestimmungen verstoßen"

09.08.2012 |

Bundesregierung unterstützt Qualhaltung

Huhn im Käfig Die Unterstützung beim Bau von Legebatterien macht die jüngst beschlossene Tierschutznovelle unglaubwürdig (Foto: matt_scherf/istockphoto)

Die Bundesregierung hat Medienberichten zufolge Exportgarantien für den Bau von zwei riesigen Käfigeierfabriken in der Ukraine vergeben. Der Deutsche Tierschutzbund zeigt sich empört, besonders, da die Haltung von Hennen in Legebatterien in der EU aus tierschutzrechtlichen Gründen verboten ist. „Da verschlägt es selbst uns Tierschützern, die wir an politische Doppelzüngigkeit gewöhnt sind, die Sprache. Hier zeigt sich, wie ehrlich es die Regierung mit dem Tierschutz meint. Die Legehennen sind ihr egal, allein wirtschaftliche Interessen zählen", kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Außerdem befürchten die Kritiker, dass Eier aus den umstrittenen Haltungssystemen auch auf deutschen Tellern landen könnten, da für verarbeitete Produkte, im Gegensatz zu Schaleneiern, keine Kennzeichnungspflicht besteht. Sie fordern die zuständige Ministerin auf, sich für eine verpflichtende Kennzeichnung einzusetzen und Abstand von den Unterstützungen beim Bau von Legebatterien zu nehmen.

09.08.2012 |

Bundesregierung sieht keinen Handlungsbedarf bei Lebensmittelspekulationen

Börsenmarkler Welchen Anteil tragen Rohstoffspekulationen auf steigende Preise? (Foto:S. Hofschlaeger/pixelio.de)

Die Bundestagspartei Die Linke berichtet, die Bundesregierung sehe derzeit keine Notwendigkeit, gegen Lebensmittelspekulationen vorzugehen. Das gehe aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Partei hervor. Hintergrund sind die hohen Preise für Mais. Die Bundesregierung macht dafür Hitze und Dürre in USA, Kachsastan, Ukraine, Rußland und Südamerika verantwortlich. Die Linke hingegen argumentiert, derzeit bestehe noch kein Mangel an Mais, vielmehr seien die Vorräte größer als im Vorjahr. Insofern liege diese Analyse „völlig daneben“. „Nicht die Dürre ist also im Ergebnis verantwortlich für Preisanstiege, sie gibt nur den Anlass für massive Zockerei an den Warenterminbörsen, die dann die Preise in die Höhe schießen lassen“, argumentiert Niema Movassat, Entwicklungspolitiker der Fraktion Die Linke. Die Bundesregierung verweist im Kampf gegen „Fehlentwicklungen an Rohstoffmärkten“ auf internationale Abkommen. Die Oppositionellen werfen der Regierung vor, sie verpasse es, eine drohende Hungerkatastrophe abzuwenden.

08.08.2012 |

Thünen-Experten kritisieren Agrarreform

Lebensmittel Wie lässt sich Umweltschutz in der Landwirtschaft politisch umsetzten? (Foto: iStockphoto/gerenme)

Das Thünen-Institut in Braunschweig hat im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft die Vorschläge der EU-Kommission zur zukünftigen Agrarpolitik bewertet. Die Vorschläge sehen vor, die Direktzahlung an Landwirte nur bei Einhaltung von Ökoauflagen auszuzahlen. Eine dieser Auflagen besagt, dass künftig höchstens 70% der Ackerfläche mit einer Pflanzenkultur bewirtschaftet werden dürfen. Das soll Monokulturen verhindern. Das Institut kommt zu dem Ergebnis, dass 38 % der deutschen Betriebe betroffen wären und vor allem weniger Mais anbauen müssten, um diese Vorlage zu erfüllen. Außerdem kommen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass bereits jetzt 10-15% der deutschen Betriebe die Vorgabe erfüllen, 7% ihrer Ackerfläche vorrangig im Sinne der Umwelt zu bewirtschaften. Dieser Vorschlag der ökologischen Vorrangflächen traf auf starke Kritik bei der deutschen Landwirtschaftsministerin, die hierin eine Flächenstilllegung sieht. Das Thünen-Institut rät eher von einem „Greening“ der Direktzahlung ab und empfiehlt, direkt in Umweltprogramme zu investieren, weil diese zielgerichteter und effizienter funktionierten.

07.08.2012 |

LandFrauen: Fast-Food-Ketten sind nicht per se schlecht!

McDonalds McDonalds steht in der Kritik. Die LandFrauen bescheinigen dem Betrieb eine vorzeigbare Produktion. (Foto: Claudia P/ Pixelio)

Nach einem Besuch des deutschen LandFrauenverbandes (dlv) in der McDonald‘s Food Town in Duisburg-Rheinhausen, bescheinigte dlv-Präsidentin Brigitte Scherb dem umstrittenen Betrieb eine „vorzeigbare Produktion“ und machte deutlich, dass sie gegen eine generelle Kritik an Fast-Food-Ketten sei. „So wie wir heute akzeptieren, dass Fast Food nicht per se schlecht ist, haben auch Firmen wie McDonald‘s ihre Lektion gelernt.“, so Scherb. In einer Pressemitteilung empfehlen die LandFrauen eine vielfältige Ernährung: „Immer nur Öko und Edelgastronomie ist für Körper und Seele genauso langweilig, wie Tag für Tag Hausmannskost oder Fast Food.“ Es kommt aber auch Kritik an der sogenannten Systemgastronomie von dem Verband. Es bestehe die Gefahr, dass die Verbraucheraufklärung auf der Strecke bleibe, wenn Kunden nur noch auf das Foto des gewünschten Einheitsproduktes zeigen müssten, um zu bestellen. Sie fordern ein Mehr an Kommunikation mit den Kunden.

10.07.2012 |

Bundesregierung will Eiweißpflanzen auf Ökoflächen

Soja „Massive Zweifel“ an WWF-Studie zur Gentechnik-Soja berechtigt (Foto: Franz Haindl/pixelio)

Aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken geht hervor, dass die Bundesregierung es begrüßen würde, wenn auf den geplanten ökologischen Vorrangflächen Pflanzen angebaut werden dürften, die keinen Stickstoffdünger benötigen. Das würde den Anbau von Eiweißpflanzen attraktiver machen, die für ihre Umweltverträglichkeit bekannt sind, da sie Luftstickstoff binden, was die Bodenqualität verbessert, und als Tierfutter genutzt werden können. Die ökologischen Vorrangflächen sind ein Teil der, von der EU-Kommission geplanten, Reformen der Agrarpolitik. Bisher hatte Bundesministerin Aigner die Ökoflächen als Stilllegung von Ackerland bezeichnet. Inzwischen teilt offensichtlich auch die Bundesregierung die Meinung, dass die Vorrangflächen weiterhin bewirtschaftet können, mit dem Kriterium, dass der Anbau vorrangig dem Naturschutz dient. Von Stilllegung kann dann keine Rede sein, meint auch EU-Agrarkommissar Ciolos, von dem die Vorschläge kommen.

09.07.2012 |

Green Economy: Der Ausverkauf der Natur?

Die Aussicht, den Schutz der Natur zu einer Gewinnquelle zu machen, elektrisiert Ökonomen wie Naturschützer. Aber was genau soll es bedeuten, wenn Ökosysteme in Wert gesetzt werden? Im globalen Wettbewerb geht es derzeit vor allem darum, sich mit bioökonomischen und grünen Innovationen strategisch zu positionieren. Einige wenige große transnationale Unternehmen in den USA, Europa, Japan, China und anderen asiatischen Ökonomien verfolgen dabei das Ziel, die strategische Kontrolle ganzer Wertschöpfungsketten zu erlangen.

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