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Nachrichten

19.06.2012 |

Agrarministerrat legt Fortschrittsbericht vor

Fortschrittsbericht zur EU Agrarreform präsentiert aktuellen Verhandlungsstand Fortschrittsbericht zur EU Agrarreform präsentiert aktuellen Verhandlungsstand (Foto:Gabi Schoen)

Die Dänische Ratspräsidentschaft legte gestern im Agrarministerrat einen Fortschrittsbericht zur gemeinsamen Agrarreform vor, in dem der aktuelle Verhandlungsstand dargestellt wird. In dem Bericht heißt es, der Reformvorschlag der EU Kommission fände breite Unterstützung, jedoch gäbe es noch Verbesserungsbedarf bei der Vereinfachung der Reform und dem Abbau von Bürokratie. Auch ist der Mindestanteil an Umweltprogrammen in der Zweiten Säule der GAP und die nationalen Kofinanzierungssätze umstritten. Der Bericht der Dänen präsentiert die wesentlichen Fortschritte, die im Rahmen der Diskussionen des letzten Halbjahres zu den jeweiligen Vorschlägen der GAP-Reform erzielt werden konnten. Wenn Zypern die Ratspräsidentschaft im Juli übernimmt, wird an den offenen Punkten weiter gearbeitet werden.

15.06.2012 |

UN-Generalsekretär fordert Ende des Konsum-Prinzips

Ban Ki-Moon UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon zeigt sich im Vorfeld des Umweltgipfels optimistisch (Foto: Marcello Casal Jr / Agência Brasil - Radiobrás)

In einer Woche findet in Rio de Janeiro der internationale Umweltkongress „Rio+20“ statt. Im Vorfeld äußerte sich jetzt UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon. In einem Gastbeitrag für das Nachrichtenmagazin „Spiegel Online“ zeigt er sich optimistisch. Der Umweltgipfel könne die Diskussionen der Zukunft entscheidend beeinflussen und sei „Ausdruck einer dynamischen weltweiten Bewegung für den Wandel“. Allerdings sieht er das Modell des Wachstums durch steigenden Konsum, für nicht mehr aktuell. „Viel zu lange haben wir versucht, den Weg zu Wohlstand durch gesteigerten Konsum zu sichern. Dieses Modell ist tot.“, so Ban Ki-Moon. Im Vorfeld des Gipfels wurden die Stimmen zahlreicher Kritik laut, die befürchten, die Konferenz verkomme zu einer Plattform für leere Versprechungen der Regierung. Ihre Sorge ist durch die ernüchternde Erfahrung, die sie nach der Vorgängerkonferenz 1992 machen mussten, begründet, als die wenigsten Versprechungen umgesetzt wurden.

14.06.2012 |

Imkerverbände fordern starke Agrarreform gegen Bienensterben

Foto: Biene Monokulturen und Pestizide setzen den Bienen zu (Foto: Frank Hollenbach / pixelio.de)

Im Streit um die EU-Agrarreform, die bestimmt, wie die Landwirtschaft ab 2014 aussehen wird, haben jetzt auch die deutschen Imkerverbände Stellung bezogen. Auch Sie fordern eine Bindung der Direktzahlungen für Landwirte an Umweltmaßnahmen. Sie gehen allerdings weiter als der Vorschlag des EU-Agrarkommissars Ciolos. So fordern sie, dass Landwirte künftig mindestens 10% ihrer landwirtschaftlichen Fläche vorrangig zur Förderung der Biodiversität bewirtschaften müssen. Außerdem soll eine Frucht höchstens 50% der Ackerfläche ausmachen, um den monokulturellen Anbau zu verhindern, durch den Bienen die Nahrungssuche erschwert wird. Der Vorschlag der EU-Kommission sieht hingegen 7% Vorrangfläche und 70% Höchstanteil einer Frucht vor. Zusätzlich fordern die Imker eine starke zweite Säule. Also mehr finanzielle Mittel zur Förderung von Umweltprogrammen. Für die Gesundheit der Bienen und die Qualität der Bienenprodukte sei eine vielfältige Landwirtschaft unabdingbar. Ein Bienenvolk beweidet schließlich mindestens 30 Quadratkilometer, darunter sind auch viele landwirtschaftliche Flächen.

14.06.2012 |

AbL: Eiweißpflanzen auf deutsche Äcker!

Soja „Massive Zweifel“ an WWF-Studie zur Gentechnik-Soja berechtigt (Foto: Franz Haindl/pixelio)

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner im Vorfeld der Vorstellung einer Eiweißpflanzenstrategie des Ministeriums auf, klare Anreize für Landwirte zu schaffen, Eiweißpflanzen anzubauen. Die sogenannten Leguminosen binden nämlich den in der Luft enthaltenen Stickstoff und machen so chemische Stickstoffdünger überflüssig, die mit hohem fossilem Energieverbrauch hergestellt werden. Würden in Deutschland auf den Ackerflächen alle fünf Jahre Leguminosen angebaut, würde das für die Folgefrüchte über 120.000 Tonnen Rein-Stickstoff in den Boden legen, argumentiert der Vorsitzende Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf. Er fordert, die Direktzahlungen an Landwirte sollten in der EU-Agrarreform deshalb an den Anbau dieser Pflanzen gebunden sein. Ohne diese entscheidende politische Weichenstellung, sei die Eiweißstrategie der Ministerin aber inkonsequent und verkomme zu einem Blendwerk. „Die Interessen, die dagegen stehen, sind klar: es ist die chemische Industrie und es ist die Futtermittelindustrie, die weiter am Import von Sojafuttermitteln aus Amerika verdienen will. Ministerin Aigner muss sich auch hier entscheiden, was sie will.“ Die klare Forderung an sie lautet: Steuergelder an Landwirte, nur bei Fruchtfolge mit 20 Prozent Leguminosen.

13.06.2012 |

Grüne: Tiere als empfindsame Lebewesen achten

Hähnchenmast Wie kann das Staatsziel Tierschutz umgesetzt werden?(istockphoto_RyanJLane)

Nach der „Novelle de Tierschutzgesetztes“ der Bundesregierung, die bei der Opposition auf Kritik stoß, legen die Grünen jetzt einen Entwurf zur Neuregelung des Tierschutzgesetztes vor. Die Partei kritisiert, das in der Verfassung festgelegte Ziel des Tierschutzes sei nicht genügend umgesetzt und fordert Tiere als empfindsame Lebewesen zu achten. Konkret bedeute das, anzuerkennen, „dass auch Angst – insbesondere schwere Angst – Leiden bedeutet“. Außerdem fordern die Abgeordneten, das Halten und die Verwendung von Tieren in Zirkussen generell zu verbieten. Ausnahmen sollen auf einer Positivliste benannt werden. Die Grünen reagierten mit ihrem Entwurf auf die Änderungsvorschläge der Bundesregierung, die sie als „gänzlich unambitioniert“ bezeichneten. Auch Tierschutzverbände äußerten Kritik an den Regierungsvorschlägen. Sie forderten ein konsequenteres Umsetzen des europäischen Verbots von Tierversuchen. Diese Forderung findet sich auch im Entwurf der Grünen wieder.

12.06.2012 |

Sachverständige fordern höhere Steuer auf tierische Produkte

Peter Altmaier Ist eine höhere Steuer der richtige Weg zu einem geringeren Konsum tierischer Produkte? (Foto: Thomas Imo / photothek, BMU)

Vergangene Woche überreichte der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) dem neuen Umweltminister Peter Altmaier das Umweltgutachten 2012 mit dem Titel "Verantwortung in einer begrenzten Welt". Darin fordern die Regierungsberater unter anderem, zu prüfen, wie sich die Steuer auf gesättigte Fettsäuren in Dänemark auf die Gesundheit und Umwelt ausgewirkt hat, und sie bei positivem Ergebnis auch in Deutschland einzuführen. Außerdem empfehlen sie, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz auf tierische Produkte, wie Fleisch und Käse, abzuschaffen und die Produkte stattdessen mit den vollen 19% zu besteuern. Davon wird sich ein geringerer Konsum von Fleisch- und Milchprodukten erhofft. Schließlich ist die Tierhaltung für mehr Treibhausgase verantwortlich als der gesamte Mobilitätssektor. Der Sachverständigenrat besteht aus Universitätsprofessoren verschiedener Gebiete und berät das Umweltministerium seit 40 Jahren.

12.06.2012 |

Die Ökobranche wächst weiter

Bio-Siegel Das Eu-Biologo und das staatliche Biosiegel (Quelle: www.bio-siegel.de)

Die Biobranche wächst und wächst. Am Ende des letzten Monats verkündete das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung, dass jetzt über 1 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche von Bio-Betrieben bewirtschaftet würden. Das entspricht 6,1% der gesamten Nutzfläche. Kurz darauf meldete die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), dass die Marke von 65.000 staatlich zertifizierten Bioprodukten überschritten wurde. Geleistet wird das von insgesamt 22.506 Betrieben in Deutschland. Die Tendenz ist steigend. Aus einer Umfrage des konservativen Deutschen Bauernverbands (DBV) geht hervor, dass 10% der Landwirte sich vorstellen können, in den nächsten zwei bis drei Jahren auf den ökologischen Betrieb umzustellen. Weitere 2% sind sich dessen ganz sicher. Die Landwirte versprechen sich davon eine sicherere Abnahme der Produkte und höhere Produktpreise. Dennoch wächst damit das Angebot an Öko-Produkten nach Angaben des DBV langsamer als die Nachfrage in Deutschland.

11.06.2012 |

Agrarreform: Lenkt Aigner jetzt ein?

Aigner nah Die AbL beschuldigt Aigner, die Ökologisierung der Landwirtschaft zu blockieren (Foto: Volker Gehrmann)

Die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner hatte bisher den Vorschlag der EU-Kommission abgelehnt, die Direktzahlungen an Bauern künftig nur auszuzahlen, wenn diese im Gegenzug mindestens 7% ihrer landwirtschaftlichen Fläche vorrangig zum Schutz von Biodiversität und Umwelt bewirtschaften. Jetzt sagte Aigner, der Agrarkommissar Ciolos müsse definieren, was unter diese 7% Vorrangfläche fällt. Sie sprach sich dafür aus, den Anbau von Eiweißpflanzen, die meist als Tierfutter dienen, auf den Flächen zu ermöglichen. Eine Stilllegung der Flächen könne man sich nicht leisten. Agrarkommissar Ciolos, der die Pläne ausgearbeitet hatte, wehrt sich gegen den Vorwurf der Stilllegung. „Der mögliche Produktionsverlust .. kann mittelfristig wettgemacht werden durch den Produktionszuwachs, und zwar weil die Artenvielfalt und die Qualität der Böden durch diese Maßnahmen zunehmen.“, so der EU-Kommissar.

11.06.2012 |

Dann machen wir den Umweltschutz eben selbst

Bantam-Mais Pflanzaktion 2011 Bantam-Mais pflanzen und gegen Gentechnik demonstrieren: Am Wochenende in Hamburg. Foto: Gärtnerei Sannmann

Gärtnern erlebt in Deutschland einen neuen Aufschwung. In deutschen Großstädten finden sich Leute aus verschiedensten Bereichen zusammen, um zu gärtnern. Beim sogenannten urbanen Gärtnern geht es zum Beispiel darum, in der Stadt selbst Lebensmittel anzubauen. In den meisten Fällen passiert das in Gemeinschaftsgärten. Beim „Guerilla Gardening“ werden öffentliche Flächen, wie brachliegende Verkehrsinseln, begrünt. Die Motivationen sind vielfältig: Beim städtischen Gärtnern kann man nicht nur selbst ernten, sondern auch die Nachbarschaft kennenlernen, gärtnerische Techniken lernen, sich gesund ernähren und vor allem dafür sorgen, dass das Wissen rund um Pflanzen und Ernährung nicht in Vergessenheit gerät. Nicht selten verfolgen die oft noch jungen Gärtner auch politische Interessen. Es soll ein Zeichen gesetzt werden gegen die industrielle Landwirtschaft oder für eine andere Gestaltung des städtischen Lebensraums. Die Bantam-Aktion richtet sich zum Beispiel gegen die Gentechnik. Wer einen Bantam-Mais auspflanzt, setzt ein Zeichen gegen Gentech-Mais und für die Saatgutvielfalt.

08.06.2012 |

Düstere Aussichten am Weltmeer-Tag

Lachs Landet gentechnisch veränderter Lachs bald auf den ersten Tellern? (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)

Der 8. Juni ist der Weltmeer-Tag. Doch es steht nicht gut um unsere Ozeane. Die Nachfrage nach Fisch und insbesondere nach Sushi, den kleinen Häppchen aus Reis und rohem Fisch, steigt. Das führt zu einer immensen Überfischung der Weltmeere. Viele Verbraucher versuchen daher mit dem Kauf von zertifiziertem Fisch, nachhaltige Fischerei zu unterstützen. Häufig verlassen sie sich dabei auf das MSC-Siegel der Umweltorganisation WWF, das in einer neuen Studie aber äußerst schlecht abschneidet. Aus der Studie geht hervor, dass auch Bestände zertifiziert wurden, die als überfischt gelten. Die Organisation „fair-fish“ startete deshalb eine Petition, die den WWF auffordert Druck auf den MSC zu machen. Sie beklagt außerdem, es gebe noch immer kein Siegel für Fischerei, das fairen Handel und Tierschutz berücksichtige. Dabei sei Fisch für Entwicklungsländer als Exportgut ökonomisch wichtiger als alle anderen Produkte zusammen. Studienleiter Rainer Froese empfiehlt trotzdem zertifizierte Produkte zu kaufen. Das „Friends of the Sea“ (FOS) Siegel sei eine Alternative. Grundsätzlich gelte es aber, schlicht weniger Fisch zu konsumieren. Die Organisation „fair-fish“ gibt als Maßstab die Forderung an: höchstens einmal Fisch im Monat!

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