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Nachrichten

10.09.2012 |

Der Good Food March auf dem Weg nach Brüssel

Good Food March auf dem Weg nach Brüssel Die Good Food March-Aktivisten auf dem Weg nach Brüssel

Im Rahmen des Good Food March reisen Aktivisten aus ganz Europa nach Brüssel, um für gute Lebensmittel und eine gerechte Landwirtschaft zu protestieren. Auf drei Routen fahren sie mit dem Fahrrad oder gehen zu Fuß direkt vor das europäische Parlament, wo sie sich am 19. September treffen. Aus Deutschland startete der Protestmarsch mit einem Protestessen aus nicht-genormten Gemüse mit über 1000 Besuchern auf dem Odeonsplatz in München. Inzwischen haben die Radler Strasbourg hinter sich gelassen und sind auf dem Weg nach Luxemburg. Unterwegs haben sie immer wieder Aktionen und Informationsveranstaltungen gemacht. Sie fordern eine gerechte, ökologische und soziale Landwirtschaft. Sie wollen die europäische Regierung dazu bringen, diese Forderung in der anstehenden Agrarreform umzusetzen.

27.08.2012 |

Wissenschaflticher Beirat: Direktzahlungen an Bauern abschaffen!

Blumenwiese Wie können landwirtschaftliche Dienste für die Umwelt am besten honoriert werden? (Foto: Volker Gehrmann)

Professor Harald Grethe von der Universität Hohenheim, der auch Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Bundesministeriums für Landwirtschaft ist, äußerte sich kritisch zur geplanten EU-Agrarreform. Er bemängelte das sogenannten „Greening“ der Direktzahlungen, also den Versuch die Zahlungen, die pro Hektar an Landwirte gezahlt werden, an Ökokriterien zu binden. Stattdessen sollten, seiner Meinung nach, die Direktzahlungen schrittweise komplett eingestellt werden. Landwirte sollten für konkrete Maßnahmen, die gesellschaftlich gewollt sind, aus der sogenannten 2. Säule entlohnt werden. Außerdem sprach er sich dafür aus, die Subventionen für Agrarkraftstoffe wie E10 sofort einzustellen. Die Förderung durch die Politik sei „besonders skandalös“, da es wissenschaftlich unstrittig sei, dass die sogenannten „Biokraftstoffe“ kaum Wirkung auf die Umwelt hätten.

23.08.2012 |

Argentinien: Urteil gegen Soja-Anbauer wegen Vergiftung der Bevölkerung mit Pestiziden

Sentencia Argentina 2012: Demonstration gegen Pestizide in Córdoba (Foto: juicioalafumigacion.com.ar)

In Argentinien wurden am Dienstag ein Sojafarmer und der Pilot eines Sprühflugzeuges zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, da sie die durch Pestizideinsätze die Gesundheit der Bewohner des Viertels Ituzaingó Anexo in der Stadt Córdoba gefährdet hatten. Die Richter des obersten Gerichtshofs der Provinz Córdoba befanden die beiden Angeklagten für schuldig, gegen Vorschriften verstoßen zu haben, die das Ausbringen von Agrochemikalien in besiedelten Gebieten untersagen. Ein weiterer Sojaproduzent wurde mangels Beweisen freigesprochen. Die Verurteilten müssen nun vier Jahre gemeinnützige Arbeit leisten. Ende 2001 hatte eine Gruppe von Müttern aus Ituzaingó Anexo mit Nachforschungen begonnen, da sich dort Erkrankungen, Fehl- und Missgeburten häuften. Eine der Klägerinnen, Sofía Gatica, deren Tochter nach der Geburt an Nierenversagen verstarb, erhielt für ihren mutigen Kampf gegen den Pestizideinsatz Anfang 2012 den ‚Goldman Environmental Prize’. „Ein historisches Urteil, doch dass die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wurde, verspottet die Opfer!“, äußerte Gatica nach der Urteilsverkündung. Es handelt sich um das erste Urteil in Argentinien zur Vergiftung von Menschen mit Pestiziden. In dem südamerikanischen Land werden jährlich 370 Millionen Liter Pestizide versprüht, vor allem auf den Sojafeldern, auf denen Futtermittel für Europas Fleischindustrie wachsen. Im September werden Sofía Gatica und Maria del Milagro Godoy auf der GMO-free Europe Konferenz in Brüssel und einer zweiwöchigen Tour durch Europa über ihre Erfahrungen berichten.

22.08.2012 |

Sachsen-Anhalts Bauern halten an Bioenergien fest

Kein Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelknappheit und Bioenergie? Kein Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelknappheit und Bioenergie?

Nachdem Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) vergangene Woche, wegen der weltweiten Nahrungsmittelknappheit die Abschaffung des Biosprits E10 forderte, meldet sich jetzt der Landesbauernverband Sachsen-Anhalt zu Wort. Hauptgeschäftsführer Fritz Schumann behauptet: „Die Bioenergie hat nichts mit dem Hunger in der Welt zu tun.“, da nur ein Prozent der weltweiten Getreide- und Reisproduktion zur Energiegewinnung eingesetzt wird. Außerdem werden aus dem Getreide für die Ethanolgewinnung, die besonders eiweißhaltigen Komponenten als Tierfutter benutzt. „Die Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt braucht die Bioenergie als wichtiges Standbein zur Sicherung der Arbeitsplätze im ländlichen Raum“, so Schumann. Auch die Bundesregierung erwägt trotz der hohen Getreidepreise zurzeit keine Änderung ihrer Biokraftstoff-Strategie.

21.08.2012 |

Union verteidigt 'moderne' Tierhaltung

Brandzeichen am Schenkel Wenn es nach Holzenkamp geht ein legitimes Mittel - Brandzeichen bei Pferden. (Foto:bbroianigo/pixelio)

„Wir nehmen die Kampfansage der Grünen an die moderne Tierhaltung an und werden dagegenhalten“, sagte der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Franz-Josef Holzenkamp. In einem Interview mit dem Presse- und Informationsdienst AgE wirft der niedersächsische Unionspolitiker den Grünen vor, mit dem Begriff der "Massentierhaltung" ein gefährliches Spiel zu treiben und damit die Lebensfähigkeit ganzer Regionen aufs Spiel zu setzen. Zwar zeigt sich Holzenkamp offen zu Forderung nach mehr Tierschutz in der Landwirtschaft, jedoch werde er nicht zulassen „Auflagen so zu verschärfen, dass Produktionen ins Ausland verlagert werden." Auch einer Erneuerung des Tierschutzgesetzes steht er kritisch gegenüber, er glaubt beispielsweise nicht an ein Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration zum 1.Januar 2017. Außerdem will der Christdemokrat ein Verbot des Schenkelbrands bei Pferden, bei dem die Tiere mit einem glühenden Eisen markiert werden, nicht hinnehmen.

20.08.2012 |

Kein Import von Gentech-Nahrung in die Türkei

YEMEZLER! Türkische Greenpeace-AktivistInnen gegen Gentechnik erfolgreich (Foto: Greenpeace Akdeniz)

Ursprünglich hatte der Dachverband der Lebensmittel- und Getränkeindustrie (TGDF) beim türkischen Agrarministerium um eine Genehmigung zum Import von 29 verschiedenen Gentechnik-Organismen gebeten. Nach einer Kampagne von Greenpeace, die laut Berichten von über 320.000 Menschen unterstützt wurde, zogen die Lebensmittelproduzenten ihren Antrag auf die Einfuhr gentechnisch veränderter Nahrung zurück. Die Organisatoren der Kampagne gegen die Einfuhr von Gentechnik sprachen von einem großen Erfolg. Ein Greenpeace-Vertreter, Tarik Nejat Dinc, verwies gleichzeitig auf ein aktuelles Vorhaben des Agrarministeriums, tierische Erzeugnisse, bei deren Herstellung Gentechnik verfüttert wird, zu kennzeichnen. Eine solche Regelung gibt es aktuell in keinem Land. „Das wird ein Durchbruch nicht nur für die Türkei, sondern auch für die weltweite Anti-Gentechnik-Bewegung“, erklärte Dinc.

20.08.2012 |

Österreichische Volksbank beendet Lebensmittelspekulation

Krötenwanderung attac Mit der Aktion "Krötenwanderung" sollen Banken dazu gebracht werden, Lebensmittelspekulationen zu beenden. (attac)

Die österreichische Volksbanken AG geriet in die Kritik, weil sie ein Finanzprodukt anbot, das Agrarprodukte beinhaltete. Die Bank warb damit, dass die derzeitige Dürre in USA zu steigenden Lebensmittelpreisen und so zu hohen Renditen führe. Die enorme Kritik aus Presse und Zivilgesellschaft zwang die teilverstaatlichte Bank, aus dem Geschäft mit Lebensmitteln auszusteigen. Die Organisation Attac Deutschland fordert nun, die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken müssten ihren österreichischen Kollegen folgen und alle Fonds- und Veranlagungsprodukte vom Markt nehmen, die auf Agrarrohstoffen basieren. Der Handel mit Grundnahrungsmittel wird seit geraumer Zeit als Grund für steigende Lebensmittelpreise angenommen, die zu Hungerkrisen in Entwicklungsländern führen.

16.08.2012 |

Entwicklungsminister fordert Verkaufstopp von Agrartreibstoff E10

Dirk Niebel Entwicklungsminister Niebel will Diskussion zwischen Tank und Teller auflösen.

Der Bundesminister für Entwicklung Dirk Niebel forderte einen sofortigen Verkaufstopp vom Agrartreibstoff E10. Anlässlich der steigenden Nahrungsmittelpreise, die zu einer neuen Hungerkrise führen könnten, erklärte Niebel in einem Interview, die Produktion von Agrartreibstoffen könne zu einem Preisanstieg beitragen. Da der Anbau von Energiepflanzen wie Mais subventioniert werde, fehlten inzwischen enorme Flächen zum Anbau von Lebensmitteln, was das Angebot verknappe. Niebel betonte, bei der Diskussion um Tank oder Teller, müsse unbedingt die Lebensmittelsicherung priorisiert werden. Die Forderung nach einem Verkaufstopp wird von Entwicklungsorganisationen wie „Brot für die Welt“ begrüßt. Agrartreibstoffe standen schon lange in der Kritik, da, neben einem negativen Effekt auf die Preisentwicklung von Grundnahrungsmitteln, auch nicht geklärt ist, ob, angesichts des enormen Dünger- und Pestizideinsatzes, tatsächlich ein positiver Effekt auf die Umwelt erreicht wird.

15.08.2012 |

Tiertransporte - Wünsche der EU-Bürger zählen nicht

Schwein Es gibt kein Limit für die Dauer von Tiertransporten

Der Deutsche Tierschutzbund (DTB) hat ein Schreiben des europäischen Kommissars für Gesundheit und Verbraucherpolitik, John Dalli, veröffentlicht, in dem der für Tierschutz zuständige Kommissar erklärt, er „keine neuen Rechtsvorschriften über den Tiertransport in Erwägung zieht". Der DTB hatte sich mit 1,1 Millionen Unterschriften an die Kommission gewandt und verlangte eine maximale Transportdauer von 8 Stunden. „Doch der Wille der Menschen zählt nicht und die Tiere leiden - teilweise tagelang - weiter unter Hunger und Durst, Verletzungen, Hitze oder Kälte ", kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Der DTB befürchtet, dass es nun weiterhin kein Limit für die Dauer von Tiertransporten geben wird. Erst kürzlich veröffentlichten die Tierschützer einen Bericht über die Transporte, aus dem hervorgeht, dass Kälber teilweise durch ganz Europa bis in die Türkei gefahren werden, auch von deutschen Transporteuren.

14.08.2012 |

G20 schlecht vorbereitet auf anstehende Nahrungskrise

Nahrungsmittel-Preisindex der FAO: Düstere Aussichten Nahrungsmittel-Preisindex der FAO: Düstere Aussichten

Nach der Hungerkrise im Jahr 2008 richteten die G20-Staaten das sogenannte Rapid Response Forum ein. Es sollte als Instrument dienen, um frühzeitig auf steigende Lebensmittelpreise reagieren zu können. Laut Experten werden bereits im nächsten Monat aufgrund einer Dürre in den USA die Preise so stark steigen, dass es erneut zu einer Hungerkrise kommen wird. Nun soll es zwischen Mexiko, den USA und Frankreich eine Telefonkonferenz geben, in der entschieden wird, ob das Rapid Response Forum zusammenkommen sollte, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Vor September wird es also sehr wahrscheinlich nicht zu einem Treffen kommen. Wieder einmal viel zu spät, kritisieren viele. In der Gruppe der G20 gäbe es zu viele verschiedene Interessen, als dass effektiv gehandelt werden könne, so die Kritiker. Zur Entspannung der Weltmarktpreise könnte zum Beispiel beitragen, wenn die USA weniger Getreide für die Produktion von Agrartreibstoffen aufwenden würden. Präsident Barack Obama wird vorgeworfen, dass er aufgrund der anstehenden US-Wahlen nicht wagt, den Maisproduzenten diese Einnahmequelle zu beschneiden.

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