Nachrichten
25.09.2012 | permalink
EU-Länder fordern schnelle Neudefinition der benachteiligten Gebiete
Ilse Aigner konnte die anderen Länder nicht von einer Verschiebung der Reform der benachteiligten Gebiete überzeugen.(DeutscherBundestag/Lichtblick/Achim Melde)
Bei der heutigen EU-Agrarministerkonferenz, wurde der Vorschlag der Bundesagrarministerin Ilse Aigner, die Neudefinition der benachteiligten Gebiete aus der großen EU-Agrarreform herauszunehmen und erst nach deren Abschluss getrennt zu behandeln, abgelehnt. Nur die Vertreter aus Österreich, Polen und Luxemburg sahen das genauso. Andere Länder drängten auf eine schnelle politische Einigung, andere hingegen wollten das Inkrafttreten neuer Regeln um ein Jahr auf 2015 verschieben. Die dänische Landwirtschaftsministerin Mette Gjerskov zeigte sich unterdessen irritiert, dass die von ihr bis Juni geführten Verhandlungen noch einmal grundsätzlich aufgerollt werden sollen. Der EU-Agrarkommissar Dr. Dacian Ciolos ist auch für eine schnelle Reform bei den benachteiligten Gebieten, da diese schon seit 2005 im Gespräch ist und immer wieder nach hinten verschoben wird. Ein Gebiet soll als benachteiligt eingestuft werden, sobald 60% der Fläche ein Kriterium wie hohe Hangneigung, Trockenheit oder schlechte Bodenbeschaffenheit erfüllen.
19.09.2012 | permalink
Hunderte feiern das Finale des Good Food March in Brüssel
Ein junger Landwirt übergibt Agrarkommissar Ciolos 1000 Forderungen an die künftige Agrarpolitik.
Nach Wochen voller Aktionen, Diskussionen, Protest und vor allem vieler Radwege, kamen Aktivisten aus über 20 Ländern in Brüssel zusammen, um den Good Food March mit einem großen Finale zu beenden. Mit Fahrrädern und auf Traktoren pilgerten sie aus Österreich, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden nach Brüssel und trugen nicht nur ihre eigenen Forderungen an die künftige Agrarpolitik direkt ins EU-Parlament, sondern auch die der Tausenden Menschen, die den Marsch mit einer Foto-Nachricht aus der Heimat unterstützen. Henrik Maaß, ein junger Bauer aus Deutschland übergibt ein Buch mit den ersten 1000 Bildern und Forderungen zur EU-Agrarreform an EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos. Der bestellte gleich 27 weitere Bücher, um sie an alle Agrarminister der EU zu verteilen. Danach demonstrieren die Teilnehmer mit einem Protestbrunch vor dem Europäischen Parlament, dass die Agrarreform, die über die Produktion der Lebensmittel ab 2014 entscheidet, alle angeht. „Wir sind 900 Kilometer von München bis nach Brüssel gereist, um zu sagen, dass die Zeit für eine neue Politik reif ist, die uns jungen Bauern eine Chance gibt, Europa mit grünen, besseren und fairen Lebensmitteln zu versorgen“, sagt Regine Holloh, eine junge Landwirtin und Organisatorin des Good Food March. Am Nachmittag findet eine Konferenz von Slow Food und Arc2020 im Parlament statt.
19.09.2012 | permalink
Bioland fordert Verbot von Totalherbiziden und Insektiziden
Durch Monokulturen und Pflanzenschutzmittel nahm der Bestand des Rebhuhns um 90% ab (Thorben Wengert/pixelio)
In der Agrarlandschaft leben nur noch halb so viel Vögel wie vor 30 Jahren, dies geht aus Studien von „BirdLife International“ und dem „European Bird Census Council“ hervor. Grund dafür ist eine intensive Landwirtschaft mit Monokulturen und hochwirksamen Pestiziden, die viele Wildkräuter und dort lebende Insekten weitgehend vernichten. Durch die geringe Pflanzenvielfalt auf Äckern nimmt die Zahl der Bienen und anderer Insekten ab, dass bedeutet die Nahrungsgrundlage von Vögeln geht immer mehr verloren. Der Bestand des Rebhuhns ist beispielsweise um 90 Prozent zurückgegangen. Auf ökologisch bewirtschafteten Flächen leben, laut einer Analyse des Forschungsinstituts für ökologischen Landbau (FiBL), doppelt so viele Individuen und 30 Prozent mehr Arten, als auf konventionell betriebenen Äckern. Aufgrund dieser Zahlen fordert Bioland von der Bundesregierung das Verbot besonders gefährlicher Pestizide für Bienen und Insekten, sowie ein Verbot von Totalherbiziden.
17.09.2012 | permalink
Aigner möchte Antibiotika in der Tierhaltung eindämmen
2011 wurden 1734 Tonnen Antibiotika an Tierärzte abgegeben (Foto: Jan Ganschow)
Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) möchte am Mittwoch dem Bundeskabinett eine Gesetzesnovelle vorlegen, die Antibiotika in der Tierhaltung einschränkt. Sie will damit das Risiko der Entstehung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen begrenzen. Mittel, die bei der Heilung von Menschen eine besonders große Rolle spielen, sollen in der Tierhaltung grundsätzlich verboten werden. Die Verschärfung der Bestimmungen ziele darauf ab, den Einsatz von Antibiotika auf das zur Behandlung von Tierkrankheiten absolut notwendige Maß zu beschränken, betonte die Ministerin. In der Intensivtierhaltung wird zurzeit 40mal mehr Antibiotika benutzt, als in Krankenhäusern. Aigner möchte eine zentrale Datenbank einrichten, welche aufzeichnet welches Arzneimittel, welchen Tieren wie lange verabreicht wurde. Die Umweltorganisation BUND kritisiert jedoch, dass nur Mastbetriebe jedoch keine Fischfarmen und Zuchtbetriebe in dieser Datenbank verzeichnet werden sollen. Außerdem wird bemängelt, dass eine Datenbank allein nicht ausreicht Antibiotika in der Tierhaltung einzudämmen.
17.09.2012 | permalink
Forscher warnen vor tödlichen Lebererkrankungen durch Gentechnik-Weizen
Forscher: Gentech-Weizen könnte zu tödlichen Leberschäden führen (Foto: Wilhelmine Wulff / pixelio.de)
In Australien wird zurzeit gentechnisch veränderter Weizen zu Testzwecken angebaut. Verschiedene Wissenschaftler haben nun öffentlich zugängliche Daten dazu unter die Lupe genommen – und warnen vor möglicherweise tödlichen Leberschäden durch den Verzehr dieses Gentechnik-Getreides. Im gentechnisch veränderten Weizen ist ein Molekül enthalten, das bei Aufnahme in den menschlichen Körper zur Verringerung der Glykogen-Produktion führen könnte. Ein Mangel an Glykogen kann eine vergrößerte Leber oder gar eine Zirrhose zur Folge haben. Ursache für die problematische Wechselwirkung ist laut den Wissenschaftlern die Ähnlichkeit zwischen einigen menschlichen Genen und solchen des Gentechnik-Weizens. Die Nutzung des gentechnisch veränderten Getreides wird durch die öffentliche Forschungseinrichtung CSIRO (Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation) vorangetrieben, die jedoch einen großen Teil ihres Budgets aus der Privatwirtschaft erhält. Zu den Geldgebern sollen auch die Agrochemiekonzerne Monsanto und Bayer gehören.
17.09.2012 | permalink
Auf zum Good Food March-Finale am 19.09 in Brüssel!
Haben schon einen langen Weg hinter sich: Die Teilnehmer des Good Food March
Der Good Food March für eine echte Reform der EU Agrarpolitik erreicht am 19. September sein Ziel, das Europaparlament in Brüssel. Wenn es Euch irgendwie möglich ist, dann seit dabei, wenn wir unsere Forderungen zu „Good food – Good farming“ dort präsentieren.
Seit drei Wochen sind in Deutschland, Frankreich, Österreich, Belgien und Holland Jung und Alt in Bewegung und radeln mit dem „Good Food March“ nach Brüssel. Wir brauchen eine echte und nachhaltige Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) und diese Chance ergibt sich nur alle sieben Jahre. Die deutschen Radfahrer sind seit ihrem Start am 25. August in München schon über 900 Kilometer unterwegs. Hut ab vor allen, die diese nicht ganz leichte Strecke mitgefahren sind! Über 50 Veranstaltungen haben in den letzten Wochen in 15 Länder stattgefunden.
1200 Menschen aus allen Staaten der EU beteiligten sich zudem durch ihr Foto mit ihrer persönlichen Botschaft an die Abgeordneten des Europa-Parlaments. Nutzt bitte die Chance und schickt Euer Bild mit Eurer Botschaft mit auf die letzten Meter des Marsches: Ein kurzer Text auf einem A4 Blatt und ein Foto (Querformat!) mit aussagekräftigem Hintergrund (Essen, Garten, Supermarkt, Küche, Abfalltonne etc.) und ab geht die Post per email an: photo@goodfoodmarch.eu.
Genauso wichtig ist es, dass wir am Mittwoch, den 19. September in Brüssel wirklich so viele wie irgend möglich. Kommt mit zur Demonstration zu den EU-Institutionen (10.30 Uhr Parc du Cinquantenaire) und ab 12:30 Uhr zum „Good Food Brunch“ vorm Europaparlament. Wir erwarten dort Parlamentspräsident Martin Schulz, Agrarkommissar Dacian Ciolos, Slow Food Präsident Carlo Petrini und viele Abgeordnete. Die anschließende Konferenz „Reform der GAP 2020 – Eine Chance für die Demokratie in Europa“, kann ab 15 Uhr vor dem Parlament auf einer Leinwand mit verfolgt werden. Falls Ihr es selbst nicht schafft, habt Ihr vielleicht Freunde und Bekannte, die näher an Brüssel wohnen – sagt ihnen Bescheid!
Wir wollen, dass zukünftig Steuergelder nur für sinnvolle ökologische, soziale und kulturelle Leistungen der Landwirtschaft und nur für Bauern, nicht für die Agrar- und Lebensmittelindustrie ausgegeben werden. Wir kämpfen für echtes „Greening“, gegen Dumping in die Dritte Welt und gegen Billigimporte für Tierfutter und Agrarsprit, gegen Spekulation mit Agrarrohstoffen, die den Hunger fördern und gegen Gentechnik auf dem Acker. Last not least fordern wir faire Chancen für junge Bäuerinnen und Bauern und für kleine Familienbetriebe. Kommt mit nach Brüssel und bereitet den Radlern einen tollen Empfang. Sie haben es verdient! Wir freuen uns auf Euch und alle, die ihr mobilisieren könnt.
Euer Good Food March Team von Meine Landwirtschaft
Jochen Fritz, Iris Kiefer, Regine Holloh
Wer schon am 18. September anreist kann mit uns im Parc du Cinquantenaire (ab 18 Uhr) zelten und eine Suppe von unserem Good Food March Koch Wam Kat genießen.
Ansprechpartner vor Ort: Regine Holloh 0049-176-24521297 und Jochen Fritz 0049-171-8229719
14.09.2012 | permalink
EU: Kehrtwende beim Agrarsprit
Kein Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelknappheit und Bioenergie?
Die EU will ihre Vorgaben zum Einsatz von Agrarsprit revidieren. Dies zeigt ein interner Entwurf für eine Richtlinie, die im Herbst vorgelegt werden soll. Auslöser sind wissenschaftliche Studien, laut denen Biokraftstoffe weniger CO2 einsparen als angenommen und Kritik an der Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion.
11.09.2012 | permalink
Schon 1000 Foto-Nachrichten an das EU-Parlament zur Agrarreform
Schon 1000 sogenannte CAP-Snaps hat der Good Food March gesammelt
Auf Zypern hat der informelle Agrarministerrat getagt, um Positionen zur anstehenden Agrarreform auszutauschen, in der die entscheidenen Weichen der zukünftigen Lebensmittelproduktion gestellt werden. Gleichzeitig wird diese Woche im Europäischen Parlament ein Haushaltsplan für das Jahr 2013 diskutiert. Die Ergebnisse werden für die Gestaltung der Agrarreform entscheidend sein. Aber nicht nur die Politik streitet über die zukünftige Landwirtschaft. Die Produktion von Lebensmitteln betrifft alle. Rund 1000 Menschen wollen sich deshalb in die Diskussion um die zukünftige Landwirtschaft einbringen und haben ihre persönliche Foto-Nachricht zur Agrarreform verfasst. Diese Nachrichten werden mit dem Good Food March aus ganz Europa bis nach Brüssel gebracht und dort dem Europäischen Parlament präsentiert. Es soll deutlich gemacht werden, dass die BürgerInnen bei der Gestaltung der zukünftigen Landwirtschaft teilhaben wollen und sich eine ökologische, gerechte und bäuerliche Lebensmittelerzeugung wünschen.
10.09.2012 | permalink
Aktion gegen Gentechnik vor der BASF Zentrale
Good Food March 2012: Protest gegen Gentechnik-Kartoffeln vor der BASF-Zentrale
Im Rahmen des Good Food March nach Brüssel fand heute vor der BASF Zentrale in Ludwigshafen eine Aktion von VerbraucherInnen, Bäuerinnen und Bauern statt. „Der Konzern muss seine geplante Gentechnik-Speisekartoffel ‚Fortuna‘ einstampfen und soll lieber Kraft in die Forschung von gesunden, umweltverträglichen Kartoffeln stecken,“ so die klare Botschaft der Protestierenden. Zwar hat der Konzern zum Jahresbeginn das Aus für die gentechnisch veränderte Stärkekartoffel „Amflora“ bekannt gegeben, jedoch läuft das von der BASF beantragte EU-Zulassungsverfahren zum Anbau der gentechnisch veränderten Speisekartoffel ‚Fortuna’, die für die Pommeserzeugung geeignet sein soll, weiter. Der Protest zeigt wieder einmal, die Verbraucherinnen und Verbraucher wollen keine gentechnisch veränderten Lebensmittel. Und auch Pommes- und Chips Hersteller lehnen Gentechnik in Lebensmitteln ab.
10.09.2012 | permalink
Der Good Food March auf dem Weg nach Brüssel
Die Good Food March-Aktivisten auf dem Weg nach Brüssel
Im Rahmen des Good Food March reisen Aktivisten aus ganz Europa nach Brüssel, um für gute Lebensmittel und eine gerechte Landwirtschaft zu protestieren. Auf drei Routen fahren sie mit dem Fahrrad oder gehen zu Fuß direkt vor das europäische Parlament, wo sie sich am 19. September treffen. Aus Deutschland startete der Protestmarsch mit einem Protestessen aus nicht-genormten Gemüse mit über 1000 Besuchern auf dem Odeonsplatz in München. Inzwischen haben die Radler Strasbourg hinter sich gelassen und sind auf dem Weg nach Luxemburg. Unterwegs haben sie immer wieder Aktionen und Informationsveranstaltungen gemacht. Sie fordern eine gerechte, ökologische und soziale Landwirtschaft. Sie wollen die europäische Regierung dazu bringen, diese Forderung in der anstehenden Agrarreform umzusetzen.

