Nachrichten
07.03.2013 | permalink
US Agrarattaché zu Gentechnik und Freihandelsabkommen
Die Verhandlungen eines bilateralen US-EU-Freihandelsabkommens hat der US-Agrarattaché in Berlin als eines der „großen” Projekte 2013 für die Agrarwirtschaft bezeichnet. Ein großes Problem sei die europäische und deutsche Sicht auf gentechnisch veränderte Organismen. Spencer warnte vor einer Überbewertung ihrer Risiken.
07.03.2013 | permalink
Irische Ratspräsidentschaft fordert Greening Light
Foto: pixelio/ArieJan van Emmerik
Die irische EU-Ratspräsidentschaft schlägt, wie schon der Agrarausschuss des Europaparlaments massive Abstriche am Konzept der ökologischen Vorrangflächen vor. Statt sieben Prozent, wie von der Kommission vorgeschlagen, sollen es ab 2014 nur drei, ab 2016 fünf Prozent sein. Ob daraus jemals, frühestens aber ab 2018 sieben Prozent werden, soll später beschlossen werden. Dieses Stufenmodell wurde im Sonderausschuss der Agrarminister Anfang der Woche von einer Mehrheit der Mitgliedsstaaten begrüßt.
06.03.2013 | permalink
Bauern wollen keinen Milchüberschuss
Milchkühe sollen nicht mehr produzieren als verbraucht wird.
Milchbauern erhalten im Durchschnitt über zehn Cent je Liter Milch zu wenig von ihren Molkereien, um ihre Kosten und Arbeit voll bezahlen zu können. Dies geht aus einer neuen Studie vor, die auf der Milchtagung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) vorgestellt wurde. Durch diese Unterbezahlung haben in den letzten zehn Jahren über ein Drittel der Höfe ihre Milcherzeugung aufgegeben, die Zahl der Kühe ist trotzdem nicht gesunken da andere Betriebe, größere Ställe für noch mehr Tiere gebaut haben. Der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) Romuald Schaber, kritisierte das Wegfallen der Milch-Quote in der EU am 31.März 2015. Er geht davon aus, dass die Überproduktion an Milch den Preisdruck zulasten der Milcherzeuger verstärken wird. Am 12. und 13. März stimmt das EU-Parlament in Strasbourg darüber ab, ob ein Instrument zur freiwilligen Vermeidung von Milch-Überschüssen eingeführt werden soll. Die Milchindustrie und der Bauernverband stellen sich gegen diesen Vorschlag, um die Parlamentarier zu überzeugen für eine Regulierung zu stimmen kommen auch Sie zum Aktionstag vors EU-Parlament!
05.03.2013 | permalink
Wildlebende Insekten erhalten Nahrungssicherheit
Honigbienen brauchen tatkräftige Unterstützung ihrer wilden Artgenossen.
Wildlebende Bienen und andere Insekten scheinen eine weitaus größere Bedeutung für die Landwirtschaft zu haben als bislang angenommen. Auf dieses Ergebnis kamen 50 Wissenschaftler, die weltweit etwa 600 Anbauflächen untersucht oder Studien darüber ausgewertet haben. „Unsere Daten zeigen, dass viele verschiedene Bestäuberarten noch einmal einen Mehrwert bringen: Sie sichern eine höhere Ernte und auch eine größere Gleichmäßigkeit der Erträge“, so Ingolf Steffan-Dewenter von der Universität Würzburg. Die Forscher stellten außerdem fest, dass Wildbienen erfolgreicher arbeiten als Honigbienen, da sie zwar keine größeren Mengen an Pollen transportieren, dafür aber qualitativ hochwertigere. In Deutschland sind 550 Wildbienenarten, weltweit sogar 30.000 bekannt, deren Lebensraum jedoch durch die industrielle Landwirtschaft stark eingeschränkt wird. Steffan-Dewenter sagt dazu: „Die Studie ist ein schöner Beleg dafür, dass man Artenvielfalt benötigt, um die Nahrungssicherheit der Weltbevölkerung zu gewährleisten.“ Der Lebensraum der Insekten, die in Totholz, Hecken, Waldrändern oder im Boden leben, sollten besser geschützt werden, sind sich die Forscher einig.
03.03.2013 | permalink
Bauernverband will Milchüberschüsse erhalten
Udo Folgart, stellvertretender Präsident des Deutschen Bauernverbandes Foto: SPD
Für den stellvertretenden Präsidenten des DBV und Chef eines Betriebes mit über 250 Milchkühen, Udo Folgart (SPD), ist die Sache klar: Freie Fahrt für große Bauern. Gegen den Vorschlag des konservativen EU-Parlamentariers Dantin, des EP-Agrarausschusses und des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM), bei Überproduktion die zu belohnen, die weniger produzieren, und jene zu bestrafen, die mehr produzieren, will er am Mittwoch in Brüssel mit Unterstützung der Bundesregierung und ihres Thünen-Instituts mobil machen.
- sh:z Schleswig-Holsteinischer Zeitung: Milchbauern fürchten Preisverfall
- top agrar: Harte Debatten über Milchmarkt-Politik nach 2015
- top agrar: Folgart: Keine Quote durch die Hintertür
- Milchindustrie und DBV wollen Überschüsse behalten: Milchindustrie und DBV wollen Überschüsse behalten
- Thünen Institut: Stellungnahme zum ergänzenden Vorschlag des Europaparlaments zur Bewältigung schwerwiegender Störungen auf dem Milchmarkt
- BDM: Freiwilliger Produktionsverzicht ist wichtiges Marktkriseninstrument
01.03.2013 | permalink
Giftiger Schimmelpilz in Futtermittel entdeckt
Tonnenweise verseuchter Mais wurde zu Futter für Milchkühe verarbeitet (Foto:Birgit Lieske /Pixelio)
Auf 3500 Höfen in Niedersachen und in sechs weiteren Bundesländern wurden Betriebe mit hochgiftigem Rinderfutter beliefert. 10.000 Tonnen einer mit dem Schimmelpilzgift Aflatoxin belasteten Maislieferung wurde in acht Betrieben zu Futter für Milchkühe verarbeitet. Laut dem Landwirtschaftsministerium in Hannover, wurden hauptsächlich Betriebe in Niedersachsen beliefert. Kleinere Mengen gingen aber auch nach Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen sowie in die Niederlande. Der Handelsgigant Alfred C. Toepfer International transportierte die Ware aus Serbien nach Niedersachsen. Die Kraftfutterhersteller beschuldigen den Agrarhändler, die Ware nicht gut genug kontrolliert zu haben. Das Schimmelpilzgift im Futtermittel lagert sich nach Angaben von Verbraucherschützern am ehesten in Kuhmilch ab. Eine Gefährdung für die Verbraucher sieht das Landwirtschaftsministerium in Niedersachsen bislang jedoch nicht, da Milch vermischt werde, wenn sie von den Molkereien von verschiedenen Höfen abgeholt wird. Auch bei Fleisch besteht nach ersten Einschätzungen kein Risiko für den Verbraucher.
- süddeutsche.de: Schimmelpilz im Mais: Giftiges Futtermittel entdeckt
- Spiegel online: Futtermittelfirmen werfen Importeur zu laxe Kontrollen vor
- top agrar online: Neuer Skandal: Futtermittel mit Schimmelgift verunreinigt!
- AbL: PM:Futtermittel-Industrie potenziert Risiken für Bauern und Verbraucher. AbL-Chef fordert volle Entschädigung
01.03.2013 | permalink
Novelle zur Senkung des Antibiotikaeinsatzes beschlossen
Einen neue Datenbank soll den Gebrauch des Medikaments transparenter machen (Foto:Michael Staudinger/pixelio.de)
Gestern wurde im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eine 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes beschlossen, mit dem Ziel den Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung zu senken. Durch den vorliegenden Gesetzesentwurf sollen die Überwachungsbehörden der Länder effektiver und Vorschriften für den verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika verbessert werden. Eine Datenbank für den Einsatz von Antibiotika soll den Gebrauch des Arzneimittels transparenter machen. Die Behandlungshäufigkeit von Antibiotika in jedem einzelnen Betrieb soll künftig bundesweit erfasst und bewertet werden. Bei Überschreitung des Durchschnittes sollen Prüf- und Handlungsverpflichtungen folgen. „Es muss alles getan werden, um den Antibiotika-Einsatz insgesamt zu reduzieren“, betonte Bundesministerin Ilse Aigner gestern in Berlin. Friedrich Ostendorff von den Grünen, Sprecher für Agrarpolitik, bezeichnet den Entwurf zur Änderung des Arzneimittelgesetzes als „dürftig“. Einziges Ziel: Die verbesserte Erfassung des ohnehin schon offensichtlichen Antibiotikaskandals.
27.02.2013 | permalink
Rheinland-Pfalz und NABU hoffen aufs Parlament
NABU und rheinland-pfälzisches Umweltministerium kritisieren GAP-Kürzungen
Am Dienstag trafen sich auf einer gemeinsamen Tagung des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums und des NABU, rund 100 Teilnehmer aus EU-Parlament und –Kommission, Wissenschaft, Politik und Verbänden. Sie kritisierten die geplanten Kürzungen bei der zweiten Säule der EU-Agrarpolitik: „Die Vereinbarungen der EU-Staats- und Regierungschefs werden dramatische Auswirkungen auf die ländlichen Regionen haben. Sie gefährden die biologische Vielfalt und schaden der bäuerlichen Landwirtschaft“. Sie betonten, dass das Prinzip „öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“ durchgesetzt werden muss und die Direktzahlungen an Agrarumweltmaßnahmen gekoppelt werden müssen. Um die Kürzungen in der Entwicklung der ländlichen Räume auszugleichen, sei es unumgänglich, Gelder von den Direktzahlungen an die Landwirte aus der ersten in die zweite Säule umzuschichten heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung des Umweltministeriums und des NABUs. Zunächst setzen sie jedoch ihre Hoffnungen auf das Parlament: „Das Europäische Parlament darf in seiner Plenarsitzung im März weder den katastrophalen Anträgen des Agrarausschusses noch den Kürzungsvorschlägen der EU-Staatschefs zustimmen, wenn es als Bürgerkammer und Vertretung der Interessen der Bürgerinnen und Bürger der EU-Mitgliedstaaten ernst genommen werden will“, so der rheinland-pfälzische Staatssekretär Thomas Griese und NABU-Vizepräsident Christian Unselt.
26.02.2013 | permalink
Eier falsch gekennzeichnet!
Kennzeichnungsbetrug nun auch bei Eiern. (Foto:Norbert Enyegue/pixelio)
Der nächste Lebensmittelskandal ist da, schon wieder geht es um falsche Kennzeichnung. Wie der Spiegel berichtet hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg rund 150 Ermittlungsverfahren gegen Eiererzeuger in Niedersachsen und 50 weitere in Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen eingeleitet. Es geht um Verstöße gegen das Lebensmittel- und das Öko-Landbaugesetz, denn die Halter sollen im Schnitt 10 bis 20 Prozent mehr Hühner pro Quadratmeter gehalten haben, als erlaubt. Die Landwirte ließen sich scheinbar jahrelang mehr Hühner liefern als erlaubt war, die Masche flog jedoch erst auf, weil ein Bauer sie bei einem Gerichtsprozess gegen einen Zulieferer nebenbei verriet. Entgegen des „Betrugs mit Bio-Eiern“ wie es die Bild titelte waren jedoch die meisten verdächtigen Betriebe konventionell. Die Industrialisierung der Öko-Landwirtschaft vor allem in der Legehennenhaltung wird schon seit Langem kritisiert, die AbL fordert von betroffenen Bio-Anbauverbänden sich von agrarindustriellen Investoren zu trennen und Obergrenzen für Tierbestände und Herden zu beschließen.
26.02.2013 | permalink
Krise in Griechenland: Stadt, Land, Tier
Seit Ausbruch der Finanzkrise gewinnt die Naturalwirtschaft in Griechenland wieder an Wert. Wo noch vor drei Jahren Macchia wuchs, stehen heute Gewächshäuser. An Wochenenden fahren manche Athener aufs Land, um ihren Olivenhain, den sie jahrelang vernachlässigt haben, zu pflegen und abzuernten.

