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Nachrichten

31.05.2013 |

Kritik an Studie zu Nachernteverlusten

Mit der Initiative "Teller statt Tonne" gegen Lebensmittelverschwendung (Logo:Slow Food) Mit der Initiative "Teller statt Tonne" gegen Lebensmittelverschwendung (Logo:Slow Food)

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) berichtet in einer am 29. Mai veröffentlichten Studie zu Nachernteverlusten von niedrigen Zahlen für die deutsche Landwirtschaft. Von Kartoffeln seien nur 5% und 4,2% von Möhren bei der Nachernte „unwiederbringlich verloren“ so das Ministerium. Die Organisation Slow Food übt jedoch Kritik; denn in der Studie werden auch die Lebensmittel, die als Tierfutter, Dünger oder Energiequelle genutzt werden, mit Nahrungsmitteln gleichgesetzt. Auch Produkte, die auf Grund „der hohen Anforderungen des Handels nicht in den Verkauf gelangen“, werden nicht berücksichtigt, so die Pressestelle des BMELV. „Diese Zahlen sind auf den ersten Blick schön anzusehen, leisten aber keinen wirklichen Beitrag zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung“ kritisiert Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland das Ergebnis der Studie. Im Rahmen der Initiative „Zu gut für die Tonne“ setzt sich das BMELV unterstützt von Slow Food gegen Lebensmittelverschwendung ein. Bei Aktionen wird beispielsweise verschmähtes Gemüse, das es wegen kleinerer äußerer Mängel nicht in den Handel schafft, zu leckeren Gerichten verarbeitet. Slow Food fordert ein größeres und vielfältigeres Angebot an frischen Lebensmitteln, wovon auch viele Menschen, die auf günstige Lebensmittel angewiesen sind, profitieren würden.

28.05.2013 |

DZ-Bank steigt aus Agrarspekulation aus

Die Genossenschaftsbanken wollen keinen Profit durch Hunger(Foto:Pixelio/Heiko Winter) Die Genossenschaftsbanken wollen keinen Profit durch Hunger(Foto:Pixelio/Heiko Winter)

Nachdem in der Vergangenheit bereits die Commerzbank, zwei Landesbanken sowie die Sparkassen aus der Nahrungsmittelspekulation ausgestiegen sind, handelt nun auch das viertgrößte deutsche Geldinstitut – die DZ Bank. Das genossenschaftliche Zentralinstitut der mehr als 900 Volks- und Raiffeisenbanken, bestätigte dieses Vorhaben in einem Brief an die Verbraucherorganisation Foodwatch. Desweiteren forderte der DZ-Bank-Vorstand Lars Hille eine strenge Regulierung der Agrarrohstoffmärkte, insbesondere „durch die Einführung wirksamer Positionslimite an Börsen oder zentralen Clearing-Plattformen“ auch Maßnahmen für mehr Transparenz im Sektor der Spekulation mit Nahrungsmitteln fordert die Bank. Selbst Agrarministerin Ilse Aigner lobte die DZ-Bank für ihren Ausstieg aus den Geschäften. Der Ausstieg einer weiteren Großbank beweist vor allem gesellschaftliche Verantwortung, angesichts 900 Millionen Hungernden auf der Welt. Die größten Nahrungsmittelspekulanten, die Deutsche Bank und die Allianz-Versicherung hingegen halten auch weiterhin an den Geschäften fest.

27.05.2013 |

Weltweiter Protest gegen Monsanto

Dem Regen zum Trotz: March against Monsanto in Berlin Dem Regen zum Trotz: March against Monsanto in Berlin

Am Wochenende fand in 436 Städten in 52 Ländern der „Marsch gegen Monsanto“ (#March against Monsanto) statt, Tausende Menschen beteiligten sich um gemeinsam gegen den Saatgut-Konzern zu protestieren. Mit Transparenten mit Aufschriften wie „Echtes Essen für echte Menschen“ forderten die Demonstranten ein Ende der kriminellen und unfairen Geschäftspraktiken des Konzerns, in der argentinischen Stadt Córdoba protestierten beispielsweise mehrere Tausend Menschen gegen den Bau einer Gen-Saatgutfabrik und in Wangeningen, dem Zentrum der niederländischen Lebensmittelindustrie versammelten sich rund 3.000 Menschen vor dem Sitz von Monsanto um gegen den Konzern und Gentechnik in der Landwirtschaft zu demonstrieren. Auch in Berlin brachten trotz des anhaltenden Regens etwa 300 Gegner ihren Protest auf die Straße.

24.05.2013 |

Protest gegen Gentechnik bei Video World

Aktive fordern Verkaufsstopp von GVO-Snacks. (Foto:Greenpeace Berlin) Aktive fordern Verkaufsstopp von GVO-Snacks. (Foto:Greenpeace Berlin)

Bereits vor 2 Jahren deckte die Berliner Greenpeace-Gruppe auf, dass die Filmverleih-Kette „Video World“ in 26 ihrer 36 Filialen, Schokolade und Chips mit gentechnisch veränderten Zutaten anbietet. Greenpeace Berlin macht seitdem immer wieder mit Aktionen auf die einhergehenden Probleme durch Gentechnik aufmerksam und sammelte Unterschriften, die der Geschäftsleitung klar machen sollen, dass auch die KundInnen keinen Appetit auf gesundheitliche Risiken und Gefahren für die Umwelt haben. Bisher zog jedoch nur eine Filiale die, aus den USA importierten, „Butterfinger“ und „Reeses“ Riegel aus ihrem Angebot. So protestierten am 19. Mai wieder Greenpeace-AktivistInnen vor einem Geschäft in Berlin-Schöneberg um KundInnen und Öffentlichkeit über die Gentechnik in den süßen Snacks aufmerksam zu machen.

23.05.2013 |

Düngereinsatz so hoch wie noch nie

Düngung Düngung einer Ölpalmen- plantage in Indonesien (Foto: Agus Andrianto/CIFOR)

Noch nie wurde weltweit so viel Dünger verwendet wie heute. Eine gemeinsame Studie der Heinrich-Böll-Stiftung und des WWFs warnt vor den Auswirkungen des falschen Mineraldüngereinsatzes in den Tropen und Subtropen. Der vermehrte Einsatz von Stickstoffdüngern wirkt sich negativ auf die Bodenqualität und somit auch auf die langfristige Ernährungssicherheit aus. Neben der zunehmenden Bodenversauerung warnt die Studie vor dem Abbau von Humus, der für Nährstoffe und Wasser wichtig ist. „Der synthetische Stickstoff zerstört die Bodenfruchtbarkeit, eine zentrale Grundlage der Landwirtschaft und gefährdet ganze Ökosysteme“, so Birgit Wilhelm, Referentin für nachhaltige Landwirtschaft beim WWF. Es ist daher eine grundlegend falsche Entscheidung, wenn einzelne afrikanische Regierungen bis zu 70 Prozent ihres Agrarbudgets für die Subventionierung von Dünger ausgeben, statt in ein nachhaltiges Bodenmanagement zu investieren“, so Christine Chemnitz von der Böll-Stiftung. Auch aus wirtschaftlicher Sicht ist die Investition von großen Agrarkonzernen in Afrika bedenklich, für eine Einheit Dünger zahlen zahlen Kleinbauern heute doppelt so viele Einheiten Nahrung als vor zehn Jahren, obwohl die einseitige Düngung kaum zu Ertragssteigerung führt. Dadurch landen kleinbäuerliche Produzenten häufig in der Schuldenfalle, so ein Ergebnis der Studie. Für die Erhaltung und den Aufbau von Humus, schlägt die Studie Kompostierungsverfahren, tierische Dünger, Agroforstwirtschaft, Gründüngung und Intensivbrache vor.

11.05.2013 |

Protest gegen Syngenta's Chillipatent

Capsicum annuum - Spanischer Pfeffer oder Paprika Capsicum annuum - Spanischer Pfeffer oder Paprika nach Franz Eugen Köhlers Medizinalpflanzen 1887

„Es hat es wieder getan!“, beschwert sich eine NGO-Koalition um die Münchner Gruppe „Kein Patent auf Saatgut“. Obwohl das Europäische Parlament und der Deutsche Bundestag dagegen intervenierten und das Europäische Patentabkommen Patente auf Pflanzensorten grundsätzlich ausschließt, erteilt das Europäische Patentamt weiterhin Patente auf Pflanzen, die das Ergebnis herkömmlicher Züchtung sind. Diesmal war es eine Chili-Sorte von Syngenta.

10.05.2013 |

Lebensmittelindustrie in Schulen

Gummibärchen Gummibärchen – auch zum täglichen Verzehr zu empfehlen wegen ihrer Vitamine? (Foto: Jörg Siebauer / pixelio.de)

Trotz offiziellen Verboten machen einige Lebensmittelhersteller mal mehr mal weniger verdeckt Werbung für ihre Produkte an vielen Schulen. Wie die Verbraucherschutzorganisation foodwatch in einem Hintergrundpapier zu den Marketing-Methoden der Lebensmittelindustrie an Schulen und Kindergärten darstellt, versuchen einige Firmen an diesen eigentlich geschützten Orten Kinder zum Konsum von Süßigkeiten, Snacks und Soft-Drinks mit zweifelhaften Mitteln anzuregen. Das geschieht z.B. durch interessengeleitete, fragwürdige Ernährungsbildung oder durch gezielte Platzierung des Markenlogos in Unterrichtsmaterialien und bei Veranstaltungen in Schulen.
So ordnet beispielsweise ein Soft-Drink-Hersteller in seiner Unterrichtsmappe sein Zuckerwasser mit Mini-Fruchtanteil statt an der Spitze in einer Ernährungspyramide ganz unten ein und empfiehlt es wegen seiner Vitamine und leistungssteigernden Wirkung zum täglichen Verzehr.
Foodwatch lässt die VerbraucherInnen in einer Aktion dazu noch bis zum 15. Mai abstimmen, wer den Goldenen Windbeutel als Preis für die dreisteste Werbemasche des Jahres bei einem Kinderprodukt erhält.

06.05.2013 |

Saatgutverordnung veröffentlicht - Ab in die Nische?

Vorrang für Vielfalt Vorrang für Vielfalt

Der massive Protest gegen die Verarmung der Saatgutvielfalt in Europa hat bei der EU Kommission sichtlich Wirkung gezeitigt: Spezielle Ausnahmen für den Aufwand bei der Registrierung von „Nischenprodukten“ und alten Sorten sollen den Sturm der Entrüstung besänftigen, der durch Medien und Internet ging. Die Auseinandersetzung um die Ziele und Methoden der Saatgutpolitik der EU hat damit allerdings erst begonnen.

03.05.2013 |

Studie zur Klimawirkung landwirtschaftlicher Exporte

Cover Schweine im Weltmarkt Die neu erschienene Studie "Schweine im Weltmarkt"

„Schweine im Weltmarkt... und andere Rindviecher.“
heißt eine aktuelle Studie zu den Klimawirkungen der exportorientierten Landwirtschaft in Deutschland, die vom Forum Umwelt und Entwicklung und Germanwatch herausgegeben wurde. Demnach gehen 14 Prozent der Treibhausgasemissionen der deutschen Landwirtschaft auf das Konto der Erzeugung hauptsächlich tierischer Produkte für den Export.
Die deutsche Agrarpolitik verfolgt seit einigen Jahren ausdrücklich das Ziel, den Export landwirtschaftlicher Produkte zu steigern. Angesichts weitgehend gesättigter Märkte und damit stagnierender Nachfrage im Inland sind zunehmende Exporte nötig, um ein weiteres quantitatives Wachstum des Sektors zu ermöglichen. Ein weiteres Ziel der deutschen Agrarpolitik ist es, die Emission von Treibhausgasen aus der Landwirtschaft zu reduzieren.
Die vorliegende Studie stellt die derzeit verfügbaren Informationen zu den Klimawirkungen der deutschen Agrarexporte zusammen und bewertet sie. Mit der Studie soll eine Diskussion darüber angestoßen werden, ob die Ausrichtung der Landwirtschaft auf Konkurrenzfähigkeit am Weltmarkt und die damit einhergehende Steigerung der Produktion der zu exportierenden Produkte mit den Zielen des Klimaschutzes kompatibel ist.

30.04.2013 |

EU schützt Bienen für zwei Jahre

BieneAnita Etappensieg im Duell Biene gegen Bayer (Foto: Anita Stöwesand/pixelio)

Bienen werden künftig besser vor gefährlichen Agrargiften geschützt. Nach einer Studie der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die bei Bienen und anderen Insekten auf Grund von im Saatgut eingebrachten Neonikotinoide Orientierungsschwierigkeiten nachweisen konnte, stimmte gestern die Mehrheit der Mitgliedsstaaten für ein Verbot von drei Insektiziden, sogenannten Neonikotinoiden. Während sich die Vertertung Deutschlands vor eineinhalb Monaten noch enthalten hatte, stimmte sie nun im Berufungsausschuss auch für das zunächst zweijährige Verbot dieser Gifte. Da aber wieder keine qualifizierte Mehrheit zustande kam, liegt die endgültige Entscheidung nun bei der Kommission, die aber schon signalisierte, die Entscheidung umzusetzen. Das Verbot soll ab Dezember für Raps, Mais, Sonnenblumen und Baumwolle gelten. Für Agrochemie-Konzerne wie Bayer, BASF und Syngenta ist dieses Verbot eine Niederlage, trotz intensiver Lobbyarbeit konnten sie es nicht aufhalten.

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