Nachrichten
10.12.2013 | permalink
Rumänischer Ökobauer Willy Schuster gegen Fracking
Willy gegen Goliath Chevron
Der engagierte Ökobauer Willy Schuster, Freund von „Meine Landwirtschaft“ und Redner bei der „Wir haben es satt“-Demo im Januar sowie unserer Speakers-Tour im letzten Jahr, wehrt sich. Der Konzern Chevron will im rumänischen Pungesti Schiefergas fördern und geht dabei nicht zimperlich vor: Privatgrund wird zerstört, den sie gar nicht hätten betreten dürfen. Nun formiert sich immer stärkerer Widerstand, allen voran der Kleinbauer. Eine Bürgerinitiative ist bereits gegründet.
09.12.2013 | permalink
Größte Getreideernte aller Zeiten
Source: FAO
Die Welternährungsorganisation FAO prognostiziert mit 2,5 Milliarden Tonnen für das Jahr 2013/14 die größte Getreideernte, die die Menschheit je eingefahren hat. 90% sind Weizen, Reis, Mais und Gerste. Davon werden mittlerweile übrigens etwa genauso viel an Tiere und Autos verfüttert wie direkt von Menschen verzehrt.
09.12.2013 | permalink
Intensive Landwirtschaft verursacht Milliardenschäden
Bio - Gut für die Tiere, gut für die Wirtschaft!
Durch die agrarindustrielle Massenproduktion entstehen in Österreich pro Jahr Schäden in Höhe von mindestens 1,3 Milliarden Euro, welche durch den Steuerzahler kompensiert werden müssen. Dabei handelt es sich vor allem um Reparaturmaßnahmen, die beispielsweise durch nitrat- und pestizidverseuchtes Trinkwasser, erodierte Böden und Biodiversitätsverlust nötig werden. Das hat das Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) nach einer neuen Untersuchung herausgefunden. Dabei birgt die ökologische Landwirtschaft große Chancen: Bei einer Umstellung hin zu Bio in ganz Österreich würden sich diese Folgekosten laut dem Institut um ein Drittel reduzieren. In Österreich gibt es derzeit rund 21.000 Biobauern, welche ein Fünftel der landwirtschaftlichen Flächen bewirtschaften. Diese Dimension ist international einzigartig.
06.12.2013 | permalink
Broschüre zum Freihandelsabkommen: „Leere Versprechen, geheime Verhandlungen“
Neue, kritische Broschüre erschienen
„Mein Ziel ist es, das Bewusstsein für die Auswirkungen des Freihandelsabkommens zu schärfen und Beiträge für eine breite Debatte zu liefern“, macht die handelspolitische Sprecherin der europäischen Grünen Ska Keller deutlich. Das geplante Freihandelsabkommen mit den USA, kurz TTIP, wird Auswirkungen auf ökologische und soziale Standards und die Demokratie in der EU und den USA haben, soviel ist klar. Aber wie gut oder schlecht werden diese sein? Die neue Broschüre von Ska Keller führt vor Augen, dass die geheimen und nicht öffentlichen Verhandlungen viel heiße Luft sind, insbesondere im Bereich der Landwirtschaft. So wird plausibel argumentiert, wie das Freihandelsabkommen zukünftig die Agrarindustrie stärken und gleichzeitig die bäuerliche Landwirtschaft schwächen wird. Unsere Nahrungsmittelproduktion wird so weiter industrialisiert, Gentechnik zunehmend Tür und Tor geöffnet und unser Fleisch wohl bald mit Chlor behandelt. Um die Verhandlungen überhaupt ins Rollen zu bringen, gab es bereits einige Zugeständnisse an die USA: So darf der Gen-Mais MIR162 nun importiert und Rindfleisch mit Milchbakterien besprüht werden. Keine guten Aussichten für die europäischen Konsumenten, dafür aber eine umso mehr informative und anregende Lektüre.
05.12.2013 | permalink
Resistenzen gegen lebensnotwendige Antibiotika entdeckt
Bald Probleme für Menschen in Lebensgefahr? (Siegfried Fries/pixelio.de)
Die anhaltende, starke Kritik gegen den massiven Einsatz von Antibiotika in den Ställen findet kein Ende. Laut einer Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) wurden in Schweine- und Geflügelställen neue Keime entdeckt, welche gegen besonders wichtige Reserveantibiotika resistent sind. Die Bakterien sollen selbst bei hochwirksamen Antibiotika nicht mehr helfen, wie Carbapeneme, welches von der WHO als besonders wichtig bei lebensgefährlichen Infektionen eingestuft wurde. Mediziner sind alarmiert, denn so können lebensbedrohende Erkrankungen zukünftig nicht mehr sicher therapiert werden. 2011 wurden 1700 t Antibiotika in deutschen Mastställen eingesetzt.
04.12.2013 | permalink
Schlachtbranche: Bundesrepublik Niedriglohnland Nr. 1
Unterbezahlte Arbeiter für billiges Fleisch (Foto:pinprick/flickr.com)
Seit Langem wird die Lohnpolitik der deutschen Schlachtbranche bemängelt. Dass diese Kritik gerechtfertigt ist, bestätigt nun das Thünen-Institut des Bundesministeriums. Schlachtunternehmen in Deutschland zahlen ihren Angestellten mit 33.000 Euro brutto im Jahr unterdurchschnittlich wenig. Laut EU-Statistik bekommen Arbeiter in Frankreich 17 %, in Dänemark sogar 42 % mehr Gehalt. Auch Länder wie die Niederlande und Belgien zahlen mit 40.000 Euro jährlich deutlich mehr. Traurig ist zudem, dass deutsche und niederländische Fleischverarbeiter am wenigsten ihrer wirtschaftlichen Leistung an die Beschäftigten weitergeben. Wie weitreichend bekannt, setzt die Branche außerdem überdurchschnittlich viele Leiharbeiter ein, für die bis heute keine Mindestlohnregelung besteht. Die führenden Fleischproduzenten Vion, Tönnies, Danish Crown und Westfleisch haben diese Fehlentwicklungen nun erkannt und sich auf die Einführung eines Mindestlohns geeinigt.
04.12.2013 | permalink
Erfolgreicher Protest: Absage für riesige Hühnerfarm
Der Protest war nicht umsonst (Foto: Grüne Vulkaneifel)
Die geplante Hühnerfarm mit 330.000 Hennen in der Vulkaneifel ist vom Tisch. Nachdem sich aus der Bevölkerung, insbesondere von Tierschützern, in den letzten Monaten starke Kritik geäußert hat, sprach sich nun auch der Großteil des Gemeinderats in Birresborn gegen das Projekt aus. „Der Protest der Bevölkerung gegen das Vorhaben ist zu groß, die Hühnerfarm im Gewerbegebiet ist auf absehbare Zeit nicht realisierbar“, stellte der Ortsbürgermeister Zander klar. Die Bürgerinitiative hatte bereits eine Liste mit rund 2.000 Unterschriften gesammelt, im Internet hatten sich 20.000 Menschen gegen das Vorhaben ausgesprochen. „Ich bin froh, dass unsere Eiererzeuger nicht dem Wettbewerb einer solchen Dumpingproduktion ausgesetzt sein werden“, begrüßte die Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken (Grüne) die Entscheidung. Der niederländische Investor Smits dagegen versteht die Welt nicht mehr: „Bei einem Vorabtermin hat es keine Einwände gegeben, ich bin überrascht und finde es traurig, dass sich der Gemeinderat in nur sechs Wochen von der Bürgerinitiative so hat unter Druck setzen lassen“.
03.12.2013 | permalink
"Systematisches Leiden" in illegaler Schweinehaltung aufgedeckt
Ein Leben lang eingezwängt (Foto: ARIWA)
Bereits Ende letzter Woche gelangten Bilder von Zuständen in der Schweinehaltung an die Öffentlichkeit, welche einen klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dokumentieren. Nun hat die Tierschutzorganisation Animal Rights Watch Strafanzeige gegen den zuständigen Zweckverband Veterinär- und Lebensmittelüberwachung gestellt. Die Bilder und Filmaufnahmen aus Großbetrieben in mehreren Bundesländern zeigen deutlich zu schmale und kurze Kastenstände, in welchen die Schweine kontinuierlich ausharren müssen. Der Gesetzgeber fordert jedoch, sie spätestens vier Wochen nach der Befruchtung und bis eine Woche vor dem Geburtstermin in Gruppen zu halten. Auch haben die Tiere kein „Beschäftigungsmaterial“, also Ketten oder ähnliches Spielzeug. Die Regelung, die vorsieht das Licht dem Tagesrhythmus der Tiere anzupassen wird durch Dauerbeleuchtung missachtet. Immer wieder sind zudem tote und verletzte Tiere zu sehen. In der Tierhaltung werden wenige Kontrollen durchgeführt. Da schlichtweg Personalmangel herrscht, wird nur jede Zehnte Mastanlage nach Vorankündigung von Veterinären besichtigt. So sind Missstände besonders schwer aufzudecken.
03.12.2013 | permalink
Gentech-Lachs kurz vor Markteinführung
Bei gleicher Wachstumszeit doppelt so groß (Foto: AquaBounty)
Für die Nahrungsmittelproduktion steht der Lachs als erstes, gentechnisch verändertes Tier kurz vor der Markteinführung. Die kanadische Regierung hat der US-amerikanischen Firma Aquabounty die Erlaubnis erteilt, bis zu 100.000 Fischeier jährlich zu erzeugen und zu exportieren. Die Fische, mit dem klangvollen Markennamen AquAdvantage, tragen unter anderem ein zusätzliches Gen für ein Wachstumshormon. Dadurch werden sie schneller um ein Vielfaches größer als ihre Artgenossen. Laut der kanadischen Umweltbehörde besteht bei der Aufzucht keine Umweltgefährdung, auch der Verzehr der Lachsprodukte soll gesundheitlich unbedenklich sein. Noch sind die Lachse als Lebensmittel in den USA nicht zugelassen, mit einer Freigabe durch die Lebensmittelbehörde ist jedoch in Kürze zu rechnen. Im Bereich des Vertriebs herrscht währenddessen große Skepsis: Mehrere Handelsketten haben bereits klar gemacht, auch nach einer Zulassung den Lachs nicht verkaufen zu wollen.
28.11.2013 | permalink
„Antibiotikaresistenzen müssen bekämpft werden“
Proteste gibt es schon lange (Foto: campact)
Der Staatssekretär des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Dr. Robert Kloos, hat anlässlich des sechsten Europäischen Antibiotikatages in Berlin die Notwendigkeit zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen bekräftigt. Auch machte er das Ziel der Bundesregierung deutlich, den Antibiotikaeinsatz auf ein Minimum zu reduzieren. Laut Kloos soll ab April 2014 die Minimierung des Antibiotikaeinsatzes ausgehend vom Indikator „Therapiehäufigkeit“ begonnen werden. Zudem werde künftig die Anwendungshäufigkeit in den Betrieben erkennbar, der gesamte Prozess damit transparenter. Bei Auffälligkeiten sollen die Landwirte zukünftig zu einem Minimierungskonzept, welches mit dem Tierarzt ausgearbeitet werden soll, verpflichtet werden. Friedrich Ostendorff (Grüne) fordert unterdessen die im Humanbereich dringend nötigen Reserveantibiotika in der Tierhaltung zu verbieten.

