Meng-Landwirtschaft.lu

Nachrichten

14.01.2014 |

Start der Saatgut-Tour

Tour-Route: Von Hannover nach Berlin und Brüssel Tour-Route: Von Hannover nach Berlin und Brüssel

Morgen ist es so weit: In Hannover startet die Saatgut-Tour der jungen AbL, gemeinsam mit vielen Unterstützern aus dem Bereich Ernährung und Landwirtschaft. Mit zwei Schleppern geht es vor dem Niedersächsischen
Landwirtschaftsministerium parallel in die Richtungen Berlin und Brüssel, um auf dem Weg dorthin mit Menschen ins Gespräch zu kommen, deren Arbeit durch die neue europäische Saatgutgesetzgebung beeinflusst wird. Dieses Frühjahr wird im EU-Parlament über die Zukunft des Saatguts abgestimmt und so soll bei mehreren Zwischenhalten mit Akteuren aus Zivilgesellschaft, Politik, Tier- und Pflanzenzüchtung, Backhandwerk und Landwirtschaft diskutiert werden. Saatgutsouveränität ist die Grundlage einer vielfältigen, bäuerlichen Landwirtschaft und unserer aller Ernährung. Die Regelung des Saatgutrechtes auf EU-Ebene hat großen Einfluss auf die Struktur von Saatgutzüchtung und -vermehrung und damit auf die Vielfalt unserer Feldkulturen. Die Reform der EU-Saatgutgesetzgebung und die Beratungen des EU-Parlaments in Brüssel am 21. Januar 2014 verbinden die Saatgut-Tour mit der „Wir haben es satt!“-Demonstration am 18. Januar in Berlin und die Kundgebung zur Reform der europäischen Saatgutgesetzgebung am 20. Januar in Brüssel mit einer öffentlichkeitswirksamen Brückenfahrt unter dem Motto „Saatgutvielfalt retten – Zukunft säen in Berlin und Brüssel“. Während der gesamten Tour wird es einen Blog geben, der Sie mit ausführlichen Berichten, Bildern und Videos auf dem Laufenden hält.

13.01.2014 |

Demo für Agrarwende: Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Pressekonferenz (Foto: V. Gehrmann) Pressekonferenz (Foto: V. Gehrmann)

Am kommenden Samstag werden in Berlin wieder zahlreiche Menschen für eine andere Agrarpolitik demonstrieren. Die Veranstalter rechnen mit 20.000 Teilnehmern, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Über 100 Organisationen unterstützen die Forderung nach einer Agrarwende, heute stellten einige ihre Anliegen vor. Neben Tierwohl und Gentechnik steht dabei das geplante Freihandelsabkommen zwischen EU und USA ganz oben auf der Themenliste.
So warnte Shefali Sharma eindringlich vor einer Absenkung von Verbraucherschutzstandards im Tausch gegen Handelszugeständnisse. Die US-Amerikanerin arbeitet für das Institute for Agriculture and Trade Policy (IATP) mit Sitz in Minneapolis. Es gehe für Washington vor allem um das amerikanische Modell der Fleischproduktion – ein gescheitertes Modell, das nun nach Europa exportiert werden solle. Deshalb dränge die US-Industrie auf Deregulierung: die Europäer sollen gentechnisch veränderte Organismen schneller zulassen, chemisch behandeltes Fleisch und Wachstumshormone akzeptieren. Auch Jürgen Maier vom Forum Umwelt und Entwicklung betonte, der Agrarsektor sei für die USA der wichtigste Posten beim Freihandel. Die Beteuerungen aus Berlin und Brüssel, der Verbraucherschutz werde nicht geschwächt, sei daher unglaubwürdig – denn nur hier, mit Zugeständnissen bei der Lebensmittelherstellung, habe Europa den USA etwas anzubieten. Mit einer generellen Anerkennung der amerikanischen Standards, wie sie womöglich geplant sei, würden strengere EU-Gesetze jedoch ausgehebelt, so Maier.
Sharma verdeutlichte eines der Folgeprobleme der industriellen Fleischproduktion. In ihrem Land habe der verbreitete Medikamenteneinsatz in den Ställen zu vielen Tausend Toten geführt – weil Krankheitserreger gegen Antibiotika resistent wurden und Ärzte oft kein Mittel mehr finden, das noch wirkt. Das sei mittlerweile auch in der EU ein drängendes Problem, erinnerte Reinhild Benning vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Mehr als 20.000 Menschen jährlich stürben offiziellen Zahlen zufolge an resistenten Krankheitserregern, so die Agrarexpertin.
Die Auswirkungen der Fehlanreize im Landwirtschaftssystem zeigen sich aber nicht nur vor der Haustür. Das für die Tiere nötige Futter stammt von den Gentechnik-Soja-Plantagen Südamerikas – dort fehlten wiederum Flächen für Nahrungsmittel, sagte Barbara Wiegard vom kirchlichen Hilfswerk Misereor, das die Demonstration ebenfalls unterstützt. Das Argument, mit der Industrialisierung der Agrarproduktion könne der Hunger bekämpft werden, wies Wiegard zurück. Hier würden Hungernde als Begründung „missbraucht“.
Jochen Fritz, einer der Organisatoren der Demonstration, freute sich schon auf Samstag. Es hätten sich bereits über 50 Bauern mit Traktor für den Zug vom Potsdamer Platz zum Kanzleramt angemeldet. Aus dem ganzen Land kämen 50 bis 60 Busse voller Teilnehmer. Ein breites gesellschaftliches Bündnis kommt da laut Fritz nach Berlin. „Ich glaube, es ist ein Novum, dass Veganer zusammen mit Milchbauern für eine andere Agrarpolitik kämpfen“, so der Vertreter des Bündnisses „Meine Landwirtschaft“. Eine andere Art der Landwirtschaft sei machbar: „Wir sind überzeugt, dass diese von Menschen gemachten Gesetze auch von Menschen verändert werden können.“

10.01.2014 |

Fleischatlas 2014: Deutsche essen weniger Fleisch

Aktuelle Daten und Fakten im neuen Fleischatlas Aktuelle Daten und Fakten im neuen Fleischatlas

Es ist eine der wenigen erfreulichen Nachrichten, welche die neuen Auflage des Fleischatlas von BUND, HEINRICH BÖLL STIFTUNG und LE MONDE diplomatique, deutlich macht: In Deutschland ist der Fleischkonsum um zwei Kilogramm pro Einwohner zurückgegangen. Global gesehen geht der Trend jedoch in die entgegengesetzte Richtung, bis Mitte dieses Jahrhunderts sollen aus jetzt 300 Millionen Tonnen beinahe eine halbe Milliarde werden. Aus diesem Grund wird sich wohl auch die Sojaproduktion nahezu verdoppeln. Der Preis für die steigende Fleischnachfrage: Schlachtanlagen werden immer überdimensionierter, die Fleischerzeugung weltweit immer industrialisierter – mit all den unerwünschten Nebeneffekten wie Lebensmittelskandalen, Antibiotikamissbrauch oder Hormonrückständen im Fleisch. Der neue Atlas, welcher gestern vorgestellt wurde, zeigt umfangreich die Entwicklungen in der Fleischindustrie mit allen ihren negativen Auswirkungen auf Umwelt, Tier und Mensch. Dabei wird auch auf Themen wie das EU-Freihandelsabkommen mit den USA, Billiglöhne in den Schlachthöfen und die EU-Agrarpolitik eingegangen. Ab jetzt können Sie den aktualisierten Fleischatlas in Deutsch sowie erstmals als englische Version online downloaden oder in gedruckter Form bestellen. Neu ist auch eine Fleischatlas-Quiz-App für Android- und Apple-Geräte.

08.01.2014 |

EFSA fordert mehr Tierschutz beim Schlachtvorgang

Häufig Schlachtung bei vollem Bewusstsein (flickr.com/matzehielscher ) Häufig Schlachtung bei vollem Bewusstsein (flickr.com/matzehielscher )

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) fordert in mehreren Gutachten, genauer auf Reflexe und den Bewusstseinszustand von Tieren vor der Schlachtung zu achten. So soll sichergestellt werden, dass die Tiere nach der Betäubung bewusstlos und vor der Weiterverarbeitung tatsächlich tot sind. In der Vergangenheit war immer wieder kritisiert worden, dass viele Schweine, Hühner und Rinder noch bei Bewusstsein sind, wenn sie getötet werden. Laut Grünen-Politikerin Bärbel Höhn verbrühen beispielsweise jährlich eine halbe Million Schweine bei lebendigem Leibe. Geschuldet ist das dem Zeitdruck der Akkordarbeit in den riesigen Schlachtanlagen, so Höhn.

07.01.2014 |

BUND: Massiver Hormoneinsatz in Schweinezucht

Schweinezucht: Alles hormongesteuert (Bild: BUND) Schweinezucht: Alles hormongesteuert (Bild: BUND)

Der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung ist weithin bekannt, heute stellte der BUND jedoch in einer neuen Studie klar, dass in der deutschen Schweinemast zudem routinemäßig Hormone eingesetzt werden. Um das Wachstum der Tiere zu beschleunigen, sind Hormonpräparate EU-weit verboten, nicht jedoch um die Sexualzyklen der Schweine anzupassen, damit diese zur gleichen Zeit gebären. Durch die Vergabe an die gesunden Tiere wird der Betreuungsaufwand verringert und gleichzeitig die Ferkelanzahl erhöht. Was einerseits wirtschaftliche Vorteile für den Mäster bringt, schädigt andererseits Umwelt, Tier und Mensch: Zunehmend werden Ferkel in unnatürlicher hoher Anzahl geboren, es gibt Totgeburten oder die Ferkel sterben, da die Muttersau ihren Nachwuchs nicht mehr ausreichend versorgen kann. Auch gelangen hormonell wirksame Substanzen mit der Gülle in Böden und Gewässer und damit in Trinkwasserressourcen, von wo aus sie nicht oder nur teilweise entfernt werden können. Die Tendenz für Hormonbehandlungen sei steigend, so Reinhild Benning vom BUND gegenüber dem ZDF. Sie fordert den neuen Bundesagrarminister Hans-Peter Friedrich auf, sämtliche Daten der Hormonanwendung offenzulegen und diese zu verbieten.

20.12.2013 |

EU: Landwirtschaftliche Emissionen sollen drastisch gesenkt werden

Ammoniakemissionen aus Gülle Ammoniakemissionen aus Gülle

Die EU-Kommission plant eine deutliche Verschärfung der Luftreinhaltungsvorschriften. Das gilt besonders für den Agrarsektor als Hauptverursacher von Ammoniak- und Methanemissionen. Der Ammoniakausstoß soll dort bis 2030 um 34 % gesenkt werden im Vergleich zu 2005. Deutschland wäre in Europa mit einer vorgesehenen Verringerung um 39 % am stärksten von den Plänen betroffen. Um diese Einsparungen zu erreichen, schlägt die Generaldirektion Umwelt verschiedene Maßnahmen vor, darunter die Beratung von Landwirten zur Verringerung der Emissionen, Berichtspflichten für die Stickstoffbilanz und ein besseres Düngemanagement. Dafür könnten Mittel aus der ländlichen Entwicklung bereitgestellt werden. Die EU-Ausschüsse der Bauernverbände und ländlichen Genossenschaften halten die anvisierte Reduktion für undurchführbar. Der Deutsche Bauernverband (DBV) kritisiert, dass die Ziele völlig an der Realität vorbei gehen würden und die bereits erzielten Erfolge für eine bessere Luftqualität völlig ignorieren. Die Ziele seien nicht umsetzbar, ohne die Rinder-, Schaf- und Schweinehaltung in Deutschland und Europa in weiten Teilen aufzugeben und hierdurch die Importabhängigkeit Europas drastisch zu verschärfen.

18.12.2013 |

Europaweites Klonfleisch-Verbot geplant

Auch Klonfleisch-Import zukünftig verboten (Foto:FLICKR/Klaus Friese) Auch Klonfleisch-Import zukünftig verboten (Foto:FLICKR/Klaus Friese)

„Wir treten auf europäischer Ebene für ein Verbot des Klonens von Tieren und des
Imports von geklonten Tieren und deren Fleisch ein. Wir streben eine Kennzeichnungspflicht für Nachkommen von geklonten Tieren und deren Fleisch an.“ So heißt es im Koalitionsvertrag von SPD und CDU/CSU. Dem kommen die Pläne der EU-Kommission entgegen: Zukünftig soll das Klonen an sich sowie der Verkauf vom Fleisch dieser Tiere europaweit verboten werden. „Die Mitgliedstaaten der EU sollen sicher stellen, dass Nahrung von geklonten Tieren nicht auf den Markt kommt“, heißt es in dem Gesetzesvorschlag. Damit wäre auch der Import von geklonten Tieren und deren Fleisch aus Drittstaaten wie den USA untersagt. Das Gesetzesvorhaben bezieht sich jedoch nicht auf Nachkommen von geklonten Tieren. Der Grund für das Verbot sind ethische Bedenken, schädlich für den Konsumenten seien die Lebensmittel von geklonten Tieren nicht, so Gesundheitskommissar Tonio Borg. Geklonte Tiere haben meist eine kürzere Lebenserwartung, auch leiden viele der Tiere noch heute an Missbildungen.

17.12.2013 |

Pharma-Pferde für Verzehr geschlachtet

Wieder Pferdefleischskandal (Foto: Flickr/Alois Staudacher) Wieder Pferdefleischskandal (Foto: Flickr/Alois Staudacher)

Monatelang mussten wir uns Anfang des Jahres mit Pferdfleisch-Lasagne herumschlagen, nun trifft der nächste Skandal die Franzosen. Dort sollen hunderte Pferde, welche von der Pharmaindustrie für die Herstellung von Medikamenten genutzt wurden, geschlachtet und ihr Fleisch anschließend als Lebensmittel verkauft worden sein. Laut des Pharmaunternehmens Sanofi waren die Pferde „Fabriken für Antikörper“, um aus diesen Seren für Medikamente gegen Tollwut bis hin zu Gegengiften bei Schlangenbissen herzustellen. Zwar seien die Tiere gesund, jedoch nicht für die Lebensmittelproduktion zugelassen. Vermutlich wurden Veterinärdokumente von Händlern gefälscht, welche die gekauften Pferde zu Schlachttieren umdeklarierten. Bei einer Razzia hatte die französische Polizei deshalb 21 Personen festgenommen, darunter wohl auch Fleischproduzenten und Tierärzte.

16.12.2013 |

Viel Arbeit für den neuen Landwirtschaftsminister Friedrich

Neuer Landwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (© Henning Schacht) Neuer Landwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (© Henning Schacht)

Nach dem positiven Mitgliederentscheid der SPD-Basis kann die Große Koalition nun ihre Arbeit aufnehmen. Am Wochenende wurde mit der Verteilung der Ministerien dafür die letzte Hürde genommen. Nun steht fest, dass Innenminister Hans-Peter Friedrich das Ressort Landwirtschaft übernehmen wird: „Ich habe eine sehr hohe Affinität, was die Landwirtschaft angeht“, so Friedrich gegenüber der ZEIT. Der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, Felix Prinz zu Löwenstein, fordert den neuen Landwirtschaftsminister auf, die Chance einer steigenden Nachfrage nach heimischen Bio-Produkten zu nutzen. Denn durch Verbesserungen der Rahmenbedingungen für die Ökologische Landwirtschaft könne der Ökologische Landbau mit seinen Leistungen für Natur und Umwelt deutlich ausgeweitet werden. Zudem fordert Löwenstein von Friedrich, sich in Brüssel dafür einsetzen, dass der Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln auf ökologischen Vorrangflächen ausgeschlossen wird. Die Bioverbände Naturland und Bioland erwarten ein klares „Nein“ des Ministers beim Thema Gentechnik: „In den Koalitionsverhandlungen wurde diese Frage offen gelassen, weil SPD und CSU sich nicht gegen die Gentechnik-freundliche Kanzlerin durchsetzen konnten“, betont Jan Plagge, Präsident von Bioland, und Hans Hohenester, Präsidiumsvorsitzender von Naturland. „Als zuständiger Minister hat Hans-Peter Friedrich jetzt die Chance, sich zum Anwalt jener großen Mehrheit der deutschen Bevölkerung zu machen!“.

12.12.2013 |

Animal Rights Watch klagt gegen Ferkeltötung

Brutale Ferkeltötung gängige Praxis? (Foto: ARIWA) Brutale Ferkeltötung gängige Praxis? (Foto: ARIWA)

Die Tierschutzorganisation Animal Rights Watch wirft der Schweinezuchtbranche in der Massentierhaltung zahlreiche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vor. Dabei bezieht sich die Organisation auf Videos aus Zuchtbetrieben in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Die Videos dokumentieren beispielsweise das Töten von kleinen und schwachen Ferkeln durch Schläge. Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) wies die pauschalen Vorwürfe zurück, dass Züchter kleine oder schwache Ferkel entgegen den Regeln brutal erschlagen.

Gehe zu Seite: ... 34 35 36 37 38 39 40 41 42 ...