Meng-Landwirtschaft.lu

Nachrichten

31.01.2014 |

Mastanlagen: Schlamperei bei Genehmigungen deutlich

Agrarindustrie auf dem Vormarsch Agrarindustrie auf dem Vormarsch

Laut einem NDR-Fernsehbeitrag sollen in Niedersachsen viele Ställe genehmigt worden sein, obwohl sie gegen geltendes Recht verstoßen. Der grüne Landwirtschaftsminister Meyer hatte zwar eine strengere Vergabepraxis angeordnet, diese setzte sich allem Anschein nach bis jetzt nicht durch. In Großkneten sei beispielsweise ein Neubau geplant und schließlich zugelassen worden, obwohl dort das Grundwasser doppelt so hoch mit Nitraten belastet ist wie erlaubt; nicht einmal Gemüse kann damit gegossen werden. Ein weiteres Beispiel sind zwei geplante Mastställe für 180.000 Hühner im Kreis Osnabrück. Ein Stall wurde bereits zugelassen, dabei der angrenzende Wald jedoch vollkommen außer Acht gelassen. Deshalb plante die Stadt, den Wald einfach abzuholzen, so der Umweltschützer Andreas Peters vom Umweltforum Osnabrück. Er klagte, und gewann. Keine Ausnahme, bis jetzt verlor die Stadt bei allen acht Verfahren. Nun besuchen die Bauern Peters immer öfters um Rat einzuholen, bevor sie einen Bauantrag stellen.

29.01.2014 |

Tierärzte fordern Distanz zur Agrarindustrie

Veterinäre zunehmend kritisch (Foto: wikipedia.de/uwemueller) Veterinäre zunehmend kritisch (Foto: wikipedia.de/uwemueller)

Im Rahmen des Leipziger Veterinärkongresses wurde beim Ethik-Symposium deutlich, dass Veterinäre der agrarindustriellen Landwirtschaft vermehrt den Rücken kehren und dieser kritisch gegenüberstehen. Die teilnehmenden Ärzte stuften sich selbst bereits als hochverstrickt ein, immer wieder sehen sie sich mit ethischen Problemen konfrontiert. Der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung, Andreas Hensel, gestand ein: „Wir sind Komplizen einer Gruppe, die Antibiotika verabreicht und Massentierhaltung betreibt [...]. Wir haben da eine Rolle, aus der wir nicht rauskommen.“ Bereits seit 2012 regt sich Widerstand aus dem gesamten Berufsstand: Über 100 Veterinäre unterzeichneten ein Positionspapier, in welchem sie sich verpflichteten „das Agrarsystem mit seinen weiter zunehmenden Bestandsgrößen, Bestandsdichten, hohem Infektionsdruck und Medikamenteneinsatz sowie das Ausmaß des Fleischkonsums auf allen Ebenen zu kritisieren, um damit glaubwürdig zu einem Systemwechsel beitragen zu können.“

28.01.2014 |

Studie: Verbraucher hinterfragen Einkauf

Blick wandert zunehmend auf Verpackungsangaben Blick wandert zunehmend auf Verpackungsangaben

Die deutschen Konsumenten werden kritischer: Laut einer neuen Verbraucherstudie des Warenprüfkonzerns SGS, zu welchem auch das bekannte Institut Fresenius gehört, überwiegt beim Supermarktbesuch Skepsis und Verunsicherung gegenüber dem umfangreichen Angebot. Ein Großteil der Kunden misstraut den Herstellerangaben auf den Produkten, jeder Zweite fühlt sich durch die mediale Berichterstattung zu den Themen Ernährung und Landwirtschaft irritiert. Daraus folgt der positive Effekt, dass im Vergleich zum Jahr 2010 zunehmend Wert auf regionale Produkte und artgerecht hergestellte Fleisch- und Milcherzeugnisse gelegt wird. Die Deutschen wollen wissen, woher die erworbenen Lebensmittel stammen, besonders bei tierischen Nahrungsmittel wie Fleisch und Eiern wandert der Blick häufig auf die Verpackungsangaben. „Die Befragung zeigt, dass die Lebensmittelindustrie heute in der Verantwortung steht, Produktqualität und regelmäßige Lebensmittelkontrollen für Verbraucher noch transparenter und noch verständlicher zu machen“, betonte SGS-Experte Alexander Flath.

27.01.2014 |

Dänemark: Kastenstände werden teilweise abgeschafft

Dänen verbessern Tierschutz, Deutschland steht schlechter da (Foto:Vier Pfoten) Dänen verbessern Tierschutz, Deutschland steht schlechter da (Foto:Vier Pfoten)

Ab 2015 ändern sich die Tierschutzbestimmungen in Dänemark, wodurch sich die Sauen zukünftig 80 Prozent ihrer Lebenszeit frei bewegen dürfen. Das dänische Parlament hatte diesen Änderungen mit breiter Mehrheit zugestimmt. Die Regelung betrifft nach Angaben des Agrarressorts vorerst nur Neubauten, sie soll aber bis 2035 schrittweise auf bestehende Haltungssysteme ausgedehnt werden. Die Neugestaltung und Erweiterung der Ställe koste Geld und könne nicht innerhalb kurzer Fristen bewältigt werden. Damit wird die vorherige Regelung, welche in Deutschland weiterhin gilt, für nichtig erklärt. Vor der Novellierung durften die Tiere die Hälfte ihres Lebens in Kastenständen fixiert werden. Damit will Dänemark seinen Platz als Marktführer im Tierschutz beibehalten.

24.01.2014 |

88 Prozent fordern deutsches Votum gegen Gentech-Mais 1507

Foto: Die Auslöser, Berlin Foto: Die Auslöser, Berlin

Eine repräsentative Deutschland-Umfrage der GfK im Auftrag von Greenpeace zur Abstimmung der EU-Agrarminister über den Gentechnik-Mais 1507 von Pioneer liefert klare Ansagen: 88,4 Prozent fordern, dass Deutschland dagegen stimmt und 73,7 Prozent fordern ein nationales Verbot bei EU-Zulassung.

22.01.2014 |

TTIP: Investorenschutz-Verhandlungen ausgesetzt

Bündnis gegen Freihandelsabkommen Bündnis gegen Freihandelsabkommen

Seit Monaten wurden die geheimen Gespräche zum Freihandelsabkommen infrage gestellt, jetzt zeichnet sich ein erster Erfolg für die Kritiker ab: Die Gespräche über ein Klagerecht für Konzerne sollen vorerst ausgesetzt werden, machte EU-Handelskommissar Karel De Gucht klar. Innerhalb von drei Monaten haben nun Gegner und Befürworter die Möglichkeit, ihre Argumente vorzutragen, erst danach soll mit den USA weiterverhandelt werden. „Die verbreitete Kritik am Investitionsschutz überzeugt mich, dass öffentliches Nachdenken über die Ziele der EU nötig ist, bevor wir weitermachen“, so De Gucht in einem Schreiben. Das Klagerecht soll den Konzernen garantieren, dass ihre Investitionen in Staaten von Gesetzesänderungen, beispielsweise zugunsten von Umweltschutzmaßnahmen, nicht negativ beeinflusst werden. Was das konkret bedeutet, ist Auslegungssache. So verklagte der US-Tabakkonzern Philip Morris beispielsweise Australien auf Schadensersatz in Milliardenhöhe, da dort Warnhinweise auf Zigarettenpackungen verpflichtet eingeführt wurden.

20.01.2014 |

Voller Erfolg: Zehntausende in Berlin gegen die Agrarindustrie

Kreativer Protest in Berlin (Foto: Die Auslöser, Berlin) Kreativer Protest in Berlin (Foto: Die Auslöser, Berlin)

Das Thema Ernährung bewegt immer mehr Menschen, das zeigte die vierte „Wir haben es satt“-Demonstration am vergangenen Samstag in Berlin deutlich. Aus ganz Deutschland und dem Ausland zog es 30.000 Bauern, Imker und Verbraucher in die Hauptstadt, so viele wie noch nie zuvor beteiligen sich, um bei strahlendem Sonnenschein kreativ und friedlich gegen die industrielle Nahrungsmittelproduktion durch die Straßen zu ziehen. Angeführt von rund 70 Treckern ging es vom Potsdamer Platz mit mehreren Aktionen schließlich bis vor das Bundeskanzleramt. Ein bunt gemischtes Publikum zeigte sich, von jung bis alt, verkleidet als Maiskolben oder rosa Schwein, alle waren motiviert und bester Laune sich gegen das Freihandelsabkommen, Massentierhaltung und die derzeitige Agrarpolitik zu wehren und sich für eine nachhaltige, ökologische und bäuerliche Landwirtschaft auszusprechen. Dabei kamen viele der Gäste zu Wort, Carlo Petrini, als Präsident von Slow Food International, sagte: „Die bäuerliche Landwirtschaft ist nicht modernitätsfern, arm oder unterentwickelt. Es ist ein nachhaltiges landwirtschaftliches Modell, das natürliche und menschliche Ressourcen respektvoll nutzt und so soziale und Ernährungssicherheit weltweit garantiert.“ Thomas Schröder, vom Tierschutzbund, forderte ein Umdenken in der Agrarpolitik, denn „immer größere Bestände in immer intensiveren Haltungen mit immer mehr manipulierten Hochleistungstieren sind ein Irrweg“, so Schröder. Abgerundet wurde die Demonstration, zu welcher das Bündnis „Wir haben es satt!“ aus über 100 Organisationen aufgerufen hatte, durch ein energiegeladenes Konzert der Hip-Hop-Reggae Band Ratatöska. Am Schluss blieben neben den vielen begeisterten Teilnehmern nur noch 2 Trecker übrig, die durch technische Defekte nun mit einem Tieflader zurück nach Niedersachsen gebracht werden müssen. Um die mehreren tausend Euro bezahlen zu können, freuen wir uns über weitere Spenden.

17.01.2014 |

„Wir haben es satt“: Was uns antreibt

Bauer und Unternehmer Pavlos Georgiadi Bauer und Unternehmer Pavlos Georgiadi

Morgen ist es soweit, zum vierten Mal werden wieder tausende Menschen nach Berlin kommen, um für eine ökologische, gerechte Landwirtschaft zu demonstrieren, für „Gutes Essen. Gute Landwirtschaft. Für alle!“ Auch viele Gäste, die sich im gesamten europäischen Ausland engagieren und einsetzten, zieht es in die Hauptstadt. Was treibt diese Menschen an? Wieso widmen sie ihr Leben der Nachhaltigkeit? Was wollen Sie erreichen? Die internationale Kampagne ARC2020, eine Partnerorganisation von „Meine Landwirtschaft“, hat ihnen Raum für die Beantwortung dieser Fragen gegeben. Pavlos Georgiadis, ein junger und passionierter griechischer Bauer und Unternehmer fühlt sich von den Politikern nicht mehr vertreten, die er gewählt hat, er fordert einen politischen und gesellschaftlichen Wandel: „Das Europa, das ich will, ist eines der Solidarität, Produktivität, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Mutualismus und mit Werten. Ich will ein Europa, das ernsthaft über die Zukunft unserer Lebensmittel und die Zukunft unserer Landwirtschaft diskutiert. Dieses Wochenende ist es an der Zeit, zu sagen „Wir haben es satt“. Dieses Wochenende ist es an der Zeit, unserer Zukunft selbst in die Hand zu nehmen!“. Auch Dominika Jarosz aus Großbritannien freut sich darauf, nach Berlin zu reisen. Die Koordinatorin mehrerer Kampagnen, wie FEEDING THE 5000 gegen Lebensmittelverschwendung, findet es großartig, Teil einer Bewegung sein zu dürfen, die versteht, das Ernährung das wohl wichtigste soziale, wirtschaftliche und ökologische Thema ist, dem die Menschen gegenüberstehen: „Wir brauchen das, um Druck auf Wirtschaft und Regierungen ausüben zu können, damit endlich etwas passiert!“. Mehr dazu gibt es auf der Seite von ARC2020.

16.01.2014 |

Kritischer Agrarbericht 2014 vorgestellt

Aktuelle Auflage jetzt verfügbar Aktuelle Auflage jetzt verfügbar

Zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin wurde heute der Kritische Agrarbericht 2014 vom AgrarBündnis vorgestellt. Das Bündnis aus 24 Verbänden legte dieses Jahr den Schwerpunkt auf das Thema Tierhaltung. Dazu sagte Esther Müller vom Deutschen Tierschutzbund: „Wir müssen weg von der Hochleistungszucht, wo Masthühner nicht mehr laufen können und Turbokühe leistungsbedingt krank werden und früh sterben. Wir müssen weg von der Tiermanipulation, wo Schnäbel und Schwänze kupiert werden. Wir brauchen eine Tierhaltung, wo die Haltungssysteme den Bedürfnissen der Tiere angepasst werden und nicht umgekehrt.“ Ein deutliches Zeichen dafür sei das Label „Für mehr Tierschutz“, welches vor einem Jahr seinen Weg in die deutschen Supermärkte gefunden hat. Dass Verbraucher mehr Tierschutz fordern, zeige auch die an diesen Samstag wieder stattfindende Demo „Wir haben es satt“, welche nun schon zum vierten Mal Jahr für Jahr über 20.000 Menschen zusammenbringt. Hubert Weiger vom BUND forderte zudem neue Kennzeichnungsregeln für Fleischprodukte, um Tierleid, Umweltschäden und Gesundheitsrisiken durch die Fleischproduktion zu reduzieren: „Verbraucher müssen auf jedem Fleischprodukt Herkunft und Haltung der Tiere erkennen können. Sie müssen wissen, ob das Futter gentechnisch verändert war.“ Auch kritisierte er das derzeitig verhandelte Freihandelsabkommen (TTIP), da es die so dringend nötige ökologische Agrarreform stark gefährden würde:„Kommt das Freihandelsabkommen, gelten auch bei uns endgültig die Regeln des Weltmarktes – und der kennt keinen Tier- und Umweltschutz“, so Weiger. Der dreihundert Seiten starke, aktuelle Bericht ist ab heute für 22,- € erhältlich.

15.01.2014 |

Schweine grunzen am Kanzleramt

'Wir lassen die Sau raus': Schweine am Kanzleramt "Wir lassen die Sau raus": Schweine am Kanzleramt

Das sieht man auch nicht alle Tage: Schwäbisch-Hällische Bio-Schweine tollten heute ausgelassen im Stroh, direkt vor dem Kanzleramt in Berlin. Die Aktion der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) vor der Großdemonstration „Wir haben Agrarindustrie satt“ am Samstag soll den Fokus auf nachhaltige, ökologische und umweltverträgliche Landwirtschaft lenken, welche der Vorstand der Gemeinschaft und Initiator Rudolf Bühler fordert und auf seinem Hof in Wolpertshausen ausübt. Das Motto: „WIR LASSEN DIE SAU RAUS...vor dem Kanzleramt in Berlin!“. Bühler stellt klar: „Wir Bauern der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaften Schwäbisch Hall sind nach Berlin gekommen, um gegen die Agrarpolitik der Bundeskanzlerin zu demonstrieren. Wir wollen eine Politik, die uns vor Gentechnik und dem Freihandelsabkommen mit den USA schützt, damit Konzerne wie Monsanto nicht weiter profitieren und wir Bauern unsere Höfe zumachen müssen“. Er und das breite Bündnis „Wir haben satt“ fordern unter anderem ein Verbot von gentechnischer Manipulation von Pflanzen und Tieren, Schutz der natürlichen Ressourcen vor multi-nationalen Konzernen wie Monsanto, die Tiere und Pflanzen patentieren und ein Ende des Landgrabbings, welches Lebens- und Einkommensgrundlagen von Bauern monopolisiert. In den achtziger Jahren war die Schwäbisch-Hällische Rasse beinahe ausgestorben; Rudolf Bühler machte es sich zur Lebensaufgabe, die Schweine zu retten und verteidigte sie gegen Monsanto, welche eine Patentierung vorsahen. Heute haben die Tiere wieder auf über 1500 Bauernhöfen in ganz Deutschland ein Zuhause gefunden, sogar bis auf unser Demoplakat hat es ASTA, eines der Schwäbisch-Hällischen Schweine, geschafft.

Gehe zu Seite: ... 33 34 35 36 37 38 39 40 41 ...