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Nachrichten

27.02.2014 |

Schlachthof-Razzia: Verdacht auf Hygienemängel und Tierquälerei

Gesetzesverstöße im Schlachthof befürchtet (Foto: Alice Welch/U.S. Department of Agriculture/flickr.com) Gesetzesverstöße im Schlachthof befürchtet (Foto: Alice Welch/U.S. Department of Agriculture/flickr.com)

Bei einer Großrazzia vor zwei Tagen in einem Großschlachthof des holländischen Konzerns VION in Bad Bramstedt wurde umfangreiches Beweismaterial aufgrund von Tierschutz- und Hygieneverstößen sichergestellt. Laut der Oberstaatsanwaltschaft Kiel habe es Probleme mit der Sauberkeit und der Einhaltung von Tierschutzrichtlinien gegeben. Durch die nicht fachgerechte Tötung der Rinder sollen diese häufig nur schwer verletzt gewesen sein und während der Schlachtung wieder zu sich gekommen. Der Großbetrieb, in welchem täglich bis zu 500 Tiere geschlachtet wurden, bleibt nun geschlossen, bis die Mängel behoben sind. „Wir töten Tiere, um sie zu essen, aber wir dürfen sie nicht über Gebühr quälen oder ihnen Leiden zufügen“, so Agrarminister Robert Habeck (Grüne), von dessen Ministerium die Ermittlungen ausgingen. Für den Lebensmittelkonzern VION sind die Vorwürfe nicht nachvollziehbar, alles sei „tagesaktuell dokumentiert und transparent“, heißt es in der Pressemitteilung.

26.02.2014 |

Monsanto erhält Patent auf konventionelle Sojapflanze

Frische Sojabohnen Frische Sojabohnen

Das Europäische Patentamt hat heute dem US-Gentechnikkonzern Monsanto ein Patent auf die Nutzung natürlicher, genetischer Sojavarianten erteilt. Darauf machte die Initiative „No Patents on Seeds“ aufmerksam. Die Koalition von NGOs aus verschiedenen Ländern bezeichnet das Vorgehen als „Skandalpatent“ und „Biopiraterie in großem Maßstab“. Gemeinsam mit dem Bundestag und dem EU-Parlament teilen sie die Kritik an der Patentierung natürlich gezüchteter Pflanzen und Tiere, bei korrekter Auslegung der Gesetzgebung dürfe es solche Erteilungen gar nicht geben. Das Patent erstrecke sich „auf die Untersuchung und Auswahl von Sojapflanzen“, die aufgrund ihrer natürlichen Beschaffenheit gut an veränderte Klimabedingungen angepasst sind. „Für die konventionelle Züchtung beansprucht Monsanto ein Monopol auf die Verwendung von mehreren 100 Genvarianten, die bei diesen Pflanzen natürlicherweise vorkommen“, kritisiert No Patents on Seeds. Monsanto versuche dadurch, Kontrolle über die genetische Vielfalt zu erreichen, die es benötigt, um beispielsweise Nutzpflanzen an den Klimawandel anzupassen.

25.02.2014 |

Agrarminister Schmidt will Pestizide auf Öko-Vorrangflächen erlauben

Vorrangflächen: Ursprünglich als naturbelassenes, ökologisches Areal gedacht Vorrangflächen: Ursprünglich als naturbelassenes, ökologisches Areal gedacht

Am morgigen Mittwoch wird das Kabinett der Bundesregierung über die Vorschläge des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zur Umsetzung der EU-Agrarreform in Deutschland abstimmen.
Die Ideen waren gut. Landwirte sollten auf ihren Flächen ökologischer wirtschaften, um weiterhin Subventionen zu bekommen. So sind landwirtschaftliche Betriebe verpflichtet, zukünftig auf 5% ihrer Flächen sogenannte Ökologische Vorrangflächen einzurichten. Daran sind rund fünf Milliarden Euro der EU-Subventionen in Deutschland jährlich gebunden. Doch Europa lässt den Mitgliedsstaaten bei der Ausgestaltung dieser Flächen, die zum Schutz der Artenvielfalt eingerichtet werden sollen, viel Raum. Das deutsche Landwirtschaftsministerium scheint dies ausnützen zu wollen, um möglichst wenige der notwendigen Verbesserungen für die Natur einzuführen. So sollen auf diesen Flächen Pflanzenschutz- und Düngemittel zugelassen werden. Der angedachte Umweltschutzaspekt, wie ihn sich EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos vorgestellt hatte, wird so hinfällig. Auch der Vorschlag, den Anbau von Zwischenfrüchten auf diesen Flächen zu erlauben, welche keinen nennenswerten Beitrag zum Biodiversitätserhalt leisten, ist eine Abschwächung der ursprünglichen Idee. Eigentlich sollten im besten Falle auf diesen Flächen beispielsweise Blühstreifen Heimat für Tiere schaffen. Der neue Landwirtschaftsminister verteidigt hingegen das Vorgehen; zwar brauche man effektive Schutzmaßnahmen, es dürfe jedoch nicht zu Flächenstilllegungen kommen, da Ertragsverlust befürchtet wird. „Wenn es so kommen sollte, bleibt wohl alles beim Alten, was verheerend wäre“, macht AbL-Geschäftsführer Ulrich Jasper klar. Eine einmalige Chance wird verspielt und trotz Milliardensubventionen die Umwelt weiter stark belastet. Wir lassen das Greening nicht zum Greenwashing verkommen.
Wehren Sie sich dagegen, und schreiben an Minister Schmidt über nachfolgenden Link.

24.02.2014 |

Dänemark: Schächten zukünftig verboten

Qualvolle Praxis: Töten ohne Betäubung (Foto: Yofial/ Wikimedia/CC BY-SA 3.0) Qualvolle Praxis: Töten ohne Betäubung (Foto: Yofial/ Wikimedia/CC BY-SA 3.0)

In Dänemark ist die Praxis des betäubungslosen Schlachtens, allgemein als Schächten bezeichnet, zukünftig verboten. Der dortige, neue Landwirtschaftsminister Dan Jørgensen unterzeichnete eine entsprechende Richtlinie. In den gerade einmal zwei Wochen im Amt des Landwirtschaftsministers wurde seine tierschutzfreundliche Position deutlich, er verlangte die Abschaffung der gängigen Praxis des Ringelschwanzkupierens und der Kastration von Ferkeln. Jørgensen machte klar, dass der Tierschutz der Religion übergeordnet werden müsse, womit er parteiübergreifend auf positive Resonanz stieß. Praktische Konsequenzen hat das neue Gesetz in Dänemark kaum, da koscheres Fleisch seit Jahren importiert wird. Vielmehr geht es um die Signalwirkung nach außen hin, auch Schweden diskutiert bereits über eine Gesetzesänderung. In Deutschland ist Schächtung grundsätzlich verboten, häufig werden jedoch Ausnahmeregelungen aus religiösen Gründen erteilt und Tiere trotzdem bei vollem Bewusstsein qualvoll getötet.

20.02.2014 |

Motorschaden bei Demo-Traktor - Zeit für Solidarität

Der kaputte Trecker wird abgeladen Der kaputte Trecker wird abgeladen

Gut 15 Stunden war eine Jungbäuerin mit ihrem Trecker aus Verden unterwegs, um auf der vierten „Wir haben Agrarindustrie satt!“-Demonstration in Berlin ein klares Zeichen für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft zu setzen. Mehr noch: erst kurz vor der Demo wurde ihrem „John Deere“ ein neuer Motor eingebaut um die rund 700 km sicher und wohlbehalten zurücklegen zu können. Trotzdem passierte auf dem Heimweg von Berlin nach Verden genau das, was sich niemand von uns wünscht: Der Trecker blieb 50 km hinter Berlin liegen! Alle Versuche ihn zu reparieren scheiterten. Der Trecker hat einen Motorschaden.
Um den Trecker nach Hause bringen zu können, organisierte die Demoleitung kurzfristig einen Tieflader und übernahm die Kosten in Höhe von rund 1500 € für den Transport des Treckers nach Verden. Dafür haben wir schon 2000€ an Spenden eingenommen, die wir direkt an die Familie weiterleiten.
Helft mit, dass die Bauernfamilie nicht auf den Kosten von 5000€ sitzen bleibt. Darum bitten ich euch um eine Spende, die wir direkt weiterleiten.

19.02.2014 |

Geflügelmast: Tiere bekommen wieder Gentech-Soja

Bald wohl gentechnisch verändert: Sojabohnen Bald wohl gentechnisch verändert: Sojabohnen

Nach vierzehn Jahren gentechnikfreier Fütterung in der Geflügelmast sei diese nun nicht mehr möglich, so der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) gestern. Große Hähnchen- und Putenfleischproduzenten, wie Unternehmen der PHW-Gruppe (Wiesenhof) und Rothkötter, wollen zukünftig auch gentechnisch verändertes Soja verwenden. Begründet wird die Wende durch die unsichere Versorgungslage bei GVO-freien Importen aus Brasilien: 2014 wird die Ernte geringer ausfallen und Verunreinigungen seien immer schwieriger zu vermeiden, heißt es in der Pressemitteilung. Diese Aussagen werden von Branchenkennern dementiert. Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG), dessen 190 Mitglieder weiterhin mit gentechnikfreiem Soja produzieren, stellt klar, dass dieses Jahr sogar mehr Soja ohne Gentechnik produziert wurde. Auch die Verschiffung der Futtermittel sei verbessert worden, der zunehmende Transport per Container senke das Verunreinigungsrisiko deutlich.

18.02.2014 |

Neuer Agrarminister Schmidt spricht sich gegen Gentechnik aus

Mehrheit gegen Gentechnik! (Grafik: Ansgar Lorenz) Mehrheit gegen Gentechnik! (Grafik: Ansgar Lorenz)

Der gestern zum Nachfolger von Hans-Peter Friedrich ernannte Landwirtschaftsminister Christian Schmidt hat sich erstmals gegen den Anbau des gentechnisch veränderten Maises ausgesprochen. Im Portal Abgeordnetenwatch - eine unabhängige Plattform, mit welcher Bürger die Möglichkeit haben, deutsche Abgeordnete öffentlich zu befragen - bezog Schmidt am Tag seiner Ernennung auf eine Anfrage klar Position gegen den Gentech-Mais 1507. Schmidt stellte klar: „Die Haltung der CSU ist eindeutig: Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik an“. Auch wenn sich der Anbau in Europa durchsetzen sollte, werde er sich dafür einsetzten, dass Bayern weiterhin gentechnikfrei bleibt. Weiter versprach er: „Wir wollen jetzt nicht lamentieren, sondern unsere Kräfte sammeln und alles dafür tun, dass wir zügig eine Ausstiegsklausel bekommen“. Jetzt müssen auf die Worte Taten folgen!

17.02.2014 |

Studie: Arbeit in Stall und Schlachthof macht krank

Studienergebnis:„Je enger und länger der Kontakt zum Tier, desto gefährlicher" Studienergebnis:„Je enger und länger der Kontakt zum Tier, desto gefährlicher"

Eine zwölf Jahre andauernde Langzeitstudie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat festgestellt, dass Angestellte in Schweine- und Geflügelställen sowie Schlachthöfen einem deutlich erhöhten Krankheitsrisiko ausgesetzt sind. Die Wissenschaftler stellten fest, dass gesundheitsgefährdende Bestandteile in der Stallluft vorhanden sind, die Atemwegserkrankungen hervorrufen können: „Je enger und länger der Kontakt zum Tier, desto gefährlicher wird es für den Mitarbeiter“, so der Projektleiter Guter Linsel. Besonders der Lebendtierannahmebereich im Schlachthof sowie die Arbeit in Brütereien können eine extrem hohe Staub- und Keimbelastung der Angestellten bedeuten. Um die Gesundheit der Mitarbeiter nicht zu gefährden, sieht Projektleiter Linsel Nachbesserungen des Arbeiterschutzes für unumgänglich.

17.02.2014 |

Edathy-Affäre: Christian Schmidt wird neuer Agrarminister

Nachfolger Christian Schmidt (Foto: J. Patrick Fischer) Nachfolger Christian Schmidt (Foto: J. Patrick Fischer)

Nachdem am Freitag der Rücktritt von Bundeslandwirtschaftsminister Friedrich bekannt wurde, steht nun der Nachfolger fest: Christian Schmidt (CSU) wird den Posten übernehmen. Der 57-jährige Jurist Schmidt ist, wie auch die Ehemaligen Aigner und Friedrich, nicht vom Fach. Er wechselt als parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium der Verteidigung ins Landwirtschaftsressort, bekannt als Experte für Wehrfragen. Früher waren die Minister selbst Bauern, heute ist es wichtig den bayrischen Regionalproporz zu halten, auch Schmidt stammt aus Franken wie sein Vorgänger. Hans-Peter Friedrich legte sein Amt aufgrund der Edathy-Affäre nieder. Er wird des Geheimnisverrats bezichtigt, da er SPD-Chef Sigmar Gabriel im Oktober letzten Jahres als Innenminister darüber informiert hatte, dass der Name des Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy bei Ermittlungen im Ausland aufgetaucht sei. Edathy sieht sich dabei mit Anschuldigungen zum Erwerb und Besitz von Bildern und Filmen konfrontiert, die sich im Grenzbereich zur Kinderpornografie bewegen sollen.

14.02.2014 |

Anbau von Gentech-Mais in Deutschland unwahrscheinlich

Agrar-Staatssekretär Peter Bleser Agrar-Staatssekretär Peter Bleser (Foto: Laurence Chaperon)

Laut des Agrar-Staatssekretärs Peter Bleser sind die Befürchtungen über einen baldigen Anbau von gentechnisch verändertem Mais in Deutschland weitgehend unbegründet. Nachdem die Entscheidung nun bei der EU-Kommission liegt, welche deutlich machte sich für den europaweiten Anbau auszusprechen, wurden die Gegenstimmen in der deutschen Bevölkerung immer lauter. Der Staatssekretär sieht diese fehlende Akzeptanz bei Landwirten und Bürgern und die strengen Haftungsregelungen als Grund, die Pflanze auf nationaler Ebene nicht zuzulassen. Dafür schlägt Landwirtschaftsminister Friedrich eine Opt-out-Regelung vor, die es den Bundesländern ermöglicht, den Anbau zu verbieten. Felix Löwenstein vom BÖLW kann Friedrichs Plänen wenig Glauben schenken: „Friedrich wird genau erklären müssen, wie er Kanzlerin Merkel jetzt von regionalen Anbauverboten überzeugen will“. Laut Bleser ist ein Anbau des Maises 1507 in diesem Jahr unmöglich, rechtliche Voraussetzungen können keinesfalls vor dem Aussaattermin geschaffen werden.

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