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Nachrichten

02.04.2014 |

Agrarministerkonferenz: Subventionsstopp von Käfigbatterien gefordert

Legebatterien sind EU-weit verboten Legebatterien sind EU-weit verboten

Seit Januar 2012 ist es europaweit verboten, Hühner in Legebatterien zu halten. Trotzdem werden solche Anlagen, die nicht den europäischen Tierschutzstandards entsprechen, mit finanzieller Unterstützung ins Ausland verkauft. Die Ausfuhr von Anlagen, sowohl zur Schweine- als auch Geflügelzucht, dürfe nicht länger mit deutschem Steuergeld gefördert werden, betonten die Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein anlässlich der Agrarministerkonferenz in Cottbus, die gestern begonnen hatte. Alleine von 2009 bis 2012 habe die Bundesregierung 107 Millionen Euro an staatlichen Garantien, sogenannte Hermes-Bürgschaften, für den Export von Schweine- und Geflügelhaltungssystemen gegeben. Diese sind nach europäischem Gesetz nicht tiergerecht und bei uns 'aus gutem Grund gar nicht mehr zugelassen', so der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer. Zudem würde so der deutsche Markt mit Produkten zu Dumpingpreisen von ausländischer Konkurrenz überschwemmt, da dort niedrigere Standards herrschen und somit unterstützt werden.

01.04.2014 |

Agrarminister Schmidt: „Ich bin kein Ideologe“

Gegenüber dem Tagesspiegel hat der neue Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt seiner Landwirtschaftspolitik eine klare Richtung gegeben. Grundlegend machte er deutlich, dass er sich unvoreingenommen und ohne ideologischen Hintergrund den anstehenden Themen widmen möchte. Dazu zählt unter anderem der Streit um die Zulassung des Genmaises 1507 und das Freihandelsabkommen mit den USA, bei welchem er sich mit Nachdruck gegen eine Aufweichung der Standards ausspricht. Gerne würde Schmidt zudem die deutsche Ökolandwirtschaft vorantreiben und ausbauen, was aus seiner Sicht durch viele bürokratischen Hürden unnötig erschwert wird. Auf der anderen Seite bezeichnete er die intensive Landwirtschaft jedoch als „unabdingbar“. In diesem Bereich will er sich allerdings für eine artgerechtere Viehhaltung einsetzen, die neue Tierwohlinitiative hat Priorität. Auch die massenhafte Tötung männlicher Küken soll beendet werden. Der Franke setzt auf neuartige Technik aus Israel, die schon im Ei das Geschlecht des Embryos erkennen kann und die Aussortierung nach dem Schlüpfen unnötig macht.

31.03.2014 |

Antibiotika: Landwirte müssen Verbrauch melden

Antibiotika-Verbrauch steigt immer weiter an Antibiotika-Verbrauch steigt immer weiter an

In den letzten Monaten stand die besonders hohe Vergabe von Antibiotika in der Tiermast immer wieder in der Kritik. Nun wurde mit einer Novellierung des Arzneimittelgesetzes reagiert, welche am morgigen Dienstag in Kraft tritt. Die Bauern sind ab jetzt dazu verpflichtet, den Behörden alle sechs Monate zu melden, welche Antibiotika sie in welchem Umfang verabreicht haben. Falls zu viele Medikamente eingesetzt werden, können Prüfungen und Maßnahmen eingeleitet werden, um eine Minimierung zu erreichen. Durch den Aufbau einer solchen Datenbank kann erstmals genau abgeschätzt werden, wie hoch der deutschlandweite Verbrauch überhaupt ist. Das Hauptziel ist dann, die Vergabe deutlich zu reduzieren, um der zunehmenden Resistenzbildung bei lebenswichtigen Medikamenten entgegenzuwirken. Während Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt davon überzeugt ist, dass alle Beteiligten von den neuen Gesetzen profitieren, fordern die Grünen eine grundsätzliche Änderung der Haltungsbedingungen.

27.03.2014 |

Trächtige Kühe regelmäßig geschlachtet

Viele Kälber sterben noch vor der Geburt Viele Kälber sterben noch vor der Geburt

Laut einer Hochrechnung der Bundestierärztekammer werden jährlich ca. 180.000 tragende Rinder geschlachtet. Dabei verenden die Kälber im Mutterleib qualvoll. Grund dafür ist, dass nur die Kuh selbst durch den Bolzenschuss betäubt wird, das ungeborene Kalb erstickt einige Minuten später aufgrund von Sauerstoffmangel. Bei den betreffenden Tieren handelt es sich laut Tierschutzbund meist um Kühe, deren Milchleistung zu gering ist und die aufgrund von Unwirtschaftlichkeit auch trotz Trächtigkeit geschlachtet werden. Diese Vorgehensweise ist völlig legitim, weder die deutsche noch die europäische Tierschutzverordnung sieht eine Regelung bei trächtigen Nutztieren vor. Die Bundestierärztekammer fordert nun ein generelles Verbot dieser Praxis. Aus diesem Grund soll das Tierschutzgesetz an betreffender Stelle überarbeitet und ergänzt werden, heißt es in der Pressemitteilung.

26.03.2014 |

TTIP: Kritik von amerikanischer Seite

Verhandlungen hinter verschlossenen Türen (Foto: Alpha/avlxyz/flickr.com) Verhandlungen hinter verschlossenen Türen (Foto: Alpha/avlxyz/flickr.com)

Seit Monaten wird kontrovers über den geplanten Freihandel zwischen USA und EU diskutiert, bis jetzt vor allem ausgehend von europäischer Seite. Nun werden zunehmend auch kritische Stimmen jenseits des Atlantiks laut. Allen voran scheint dem US-Präsidenten Obama die Relevanz des geplanten Abkommens abhandengekommen zu sein: Bezeichnete er es Anfang des Jahres noch als äußerst wichtig, besonders für den Arbeitsmarkt, fand das TTIP in der Rede zur Lage der Nation nur noch Platz in einem Nebensatz. Wie von Seiten der TTIP-Gegner hierzulande wird auch in Amerika eine Aufweichung der bisherigen Standards befürchtet, so könnten beispielsweise die strengen Gesetze bezüglich des Alkoholkonsums bei Jugendlichen angegriffen werden. Möglich gemacht wird das durch den Investorenschutz, der Unternehmen befähigt, gerichtlich gegen einen Staat vorzugehen, falls ihre Rechte verletzt werden. 40 amerikanische Organisationen fordern deshalb dringend eine Aussetzung dieser Regelung. In Europa wird indes besonders ein Angriff des Verbraucherschutzes befürchtet, Stichwort Chlorhühnchen und Gentechnik.

21.03.2014 |

Pestizideinsatz: Bienen verlieren Orientierung

Pestizide schaden Bienen erheblich Pestizide schaden Bienen erheblich

Einige Pestizide lassen Bienen orientierungslos werden. Forscher der Freien Universität Berlin fanden heraus, dass weniger Bienen ihren Stock wieder fanden, nachdem sie kleine Mengen von Neonikotinoiden verabreicht bekommen hatten. Herstellern von Agrochemikalien wie Bayer und BASF dürfte das Ergebnis gar nicht schmecken: sie drängen darauf, ein in der EU seit Dezember gültiges Teilverbot für bestimmte Pflanzen, welche besonders attraktiv für Bienen sind, aufzuheben.
Es habe sich gezeigt, dass das Orientierungsvermögen der Bienen durch die Pestizide gestört wurde, heißt es auf der Website der FU über die Studie, die im Fachmagazin Plos One erschien. „Aus diesen Zusammenhängen ergibt sich eine große Verantwortung und Sorgfalt beim Einsatz der Pestizide“, erklärte der Neurobiologe Randolf Menzel, der den Versuch geleitet hatte. „Der Befund unserer Untersuchung ist deshalb von allgemeiner Bedeutung, weil der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, den sogenannten Neonicotinoiden, die das Nervensystem der Insekten beeinträchtigen und sie dadurch töten, kontrovers und heftig diskutiert wird.“

17.03.2014 |

Preiskampf beim Fleisch: „Schlicht eine Schweinerei“

Preissenkungen zu Lasten der Tiere (Foto: Ralf Roletschek/ wikipedia,CC-BY 2.5) Preissenkungen zu Lasten der Tiere (Foto: Ralf Roletschek/ wikipedia,CC-BY 2.5)

Nach Eiern, Kaffee und einigen weiteren Lebensmitteln jetzt das Fleisch: Die Discounter haben wieder einmal den Preiskampf eingeläutet. Letzte Woche senkte Aldi seine Fleischprodukte um bis zu zehn Prozent, Norma folgte. Kritische Stimmen kommen nun von Landwirten und Politikern. Sie befürchten, dass das Ringen um den günstigsten Preis schlussendlich auf dem Rücken der Tiere ausgetragen wird, der schleswig-holsteinische Agrarminister Robert Habeck (Grüne) bezeichnete die Dumping-Schlacht „schlicht eine Schweinerei“. Abstriche beim Tierschutz dementierte Aldi zwar, da lediglich günstigere Einkaufspreise entscheidend gewesen sein sollen, Habeck bezeichnete den Trend jedoch als Zwang für die Bauern, Masse statt Klasse zu produzieren. Auch der schleswig-holsteinische Bauernverband betonte, dass damit der Druck auf die Erzeuger erhöht werde, kostensparender zu produzieren. Höhere Tierschutzstandards, wie es die Initiative Tierwohl vorsieht, werden so ausgehebelt. Nun seien die Verbraucher aufgefordert, verantwortungsvoll zu handeln und betreffende Produkte zu „verschmähen“, so Habeck.

13.03.2014 |

Brandenburger Volksinitiative „Stoppt Massentierhaltung“ gestartet

VertreterInnen der Volksinitiative VertreterInnen der Volksinitiative

Mit einer Pressekonferenz in Potsdam fiel heute der Startschuss für die Initiative „Stoppt Massentierhaltung“ des Aktionsbündnisses Agrarwende Berlin-Brandenburg. Der regionale Zusammenschluss von Bio-Anbauverbänden, Tier-, Natur- und Umweltschutzorganisationen sowie Bürgerinitiativen will damit der in Brandenburg stark zunehmenden industriellen Tierhaltung mit ihren Auswirkungen etwas entgegensetzten und die Missstände in das Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen. Jochen Fritz von „Meine Landwirtschaft“ und der AbL forderte, dass Brandenburg nicht zum Massentierhaltungs-Bundesland Nummer eins werden dürfe, Fehlentwicklungen wie in Niedersachsen sollen sich nicht wiederholen. Naturbelastungen, beispielsweise durch Ammoniak, tierquälerische Haltungsbedingungen und die Problematik der zunehmenden Bildung multiresistenter Keime durch die Tierhaltung müssen unbedingt vermieden werden und eine umweltverträgliche, nachhaltige und auf das Tierwohl ausgerichtete Landwirtschaft erreicht werden. Um eine Beratung im Landtag zu erzwingen, will die Initiative mehr als 20.000 Unterschriften innerhalb eines Jahres sammeln. Außerdem findet am dritten April eine Demonstration im Rahmen der Agrarministerkonferenz in Cottbus statt.

11.03.2014 |

Saatgut-Verordnung abgeschmettert

Freiheit für die Vielfalt Foto Gehrmann

Mit 650 gegen 15 Stimmen in der Schlussabstimmung lehnte das Europaparlament einen Verordnungsentwurf der EU-Kommission ab, der die Zulassung von Saatgut zentral für die gesamte EU und noch restriktiver regeln sollte als bisher. Ein großer Erfolg für hunderttausende Bürgerinnen und Bürger, die dagegen Sturm gelaufen waren.

06.03.2014 |

Neue Unterschriftenaktion: Handelsabkommen TTIP und CETA stoppen!

Jetzt gegen TTIP aktiv werden! Jetzt gegen TTIP aktiv werden!

Kurz vor Beginn der vierten Verhandlungsrunde über ein Freihandels- und Investitionsschutzabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA hat das Bündnis „TTIP unfairhandelbar“ heute (6. März) eine breit angelegte Unterschriftenaktion gestartet. Mit der Aktion werden die Kandidatinnen und Kandidaten für das EU-Parlament aufgefordert, die Ratifizierung der Handelsabkommen mit Kanada (CETA) und den USA (TTIP) zu verweigern. Die Unterzeichnenden erklären darin, dass sie intransparente Verhandlungen hinter verschlossenen Türen ablehnen, eine Verschlechterung von Arbeitnehmerrechten, Verbraucherschutz- und Umweltstandards sowie Finanzmarktregeln nicht akzeptieren und dass Banken und Konzerne keine neuen Klagerechte gegen Staaten vor Schiedsgerichten (ISDS) erhalten dürfen, weil dies demokratische Entscheidungen hintertreibt. Im Bereich Landwirtschaft könnten die geplanten Freihandelsabkommen Gentechnik, Chlorhühnchen und Hormonfleisch die Tür öffnen.

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