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Nachrichten

17.06.2014 |

Europäische Gewässer stark pestizidbelastet

Die Idylle ist trügerisch Die Idylle ist trügerisch

Die Flüsse in der EU enthalten eine hohe Konzentration an Chemikalien. Beinahe jedes zweite Gewässer ist dadurch mittel bis langfristig bedroht, jedes sechste sogar akut, wie Forscher in einem aktuellen Wissenschaftsmagazin berichten. Grund ist vor allem der enorme Pflanzenschutzmitteleinsatz in der konventionellen Landwirtschaft. Pestizide gelangen häufig durch Regen und Wind in angrenzende Flüsse der Ackerflächen, seit Jahren würden diese Risiken unterschätzt, gesteht Volker Mohaupt vom Umweltbundesamt. Besonders betroffen sind Flüsse in Nordfrankreich, Nordengland und dem Baltikum, aber auch in Deutschland ist die Chemie-Konzentration teilweise so hoch, dass Fische an Wachstums- oder Fortpflanzungsstörungen leiden und Algen und wirbellose Tiere verenden. Die Forscher fordern deshalb, den Fokus wieder stärker auf die Wasserverschmutzung zu richten, besonders auch im Hinblick darauf, dass die Gefahren offensichtlich noch größer sind als jetzt angenommen: Verstärkende Wechselwirkungen zwischen den Chemikalien und Messungenauigkeiten sind wahrscheinlich.

12.06.2014 |

Bundesinstitut attestiert Chlorhuhn Risikofreiheit

Hühnchen: Bald mit Chlor behandelt? Hühnchen: Bald mit Chlor behandelt?

Das Symbol der TTIP-Gegner, ein mit Chlor behandeltes Huhn, ist ungefährlich, so Prof. Lüppo Ellerbroek vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einem gestern ausgestrahlten ARD-Beitrag. Ellerbroek schließt sich damit der europäischen Behörde EFSA an, welche der Behandlung von Fleisch mit Chlordioxid und Peroxysäure zur Entfernung von Keimen Risikofreiheit quittiert. „Das deutsche Huhn ist auf keinen Fall gesünder als das US-Chlorhuhn“, so der Professor. Das gechlorte Hühnchen der Gesundheit schaden, hätten die Gegner des Freihandelsabkommens auch nie behauptet, sagte Campact-Aktivistin Strasser im TAZ-Interview. Das Problem liege doch darin, dass diese Praktik überhaupt benötigt wird. Wenn unser Essen mit Chlor behandelt werden müsse, könne doch etwas ganz dramatisch nicht in Ordnung sein, so Strasser. Sie kritisiert die Kurzsichtigkeit des Risikoinstituts, welches sich nur das fertige Produkt angeschaut habe. Auch der agrarpolitischer Sprecher der Grünen, Friedrich Ostendorff, bemängelt die Keimminimierung durch Chlor: „Statt dessen müssen die Produktionsbedingungen verbessert, die Viehdichten reduziert und der Antibiotikaeinsatz beschränkt werden. Das ist der richtige Ansatz, um gesunde Lebensmittel im Einklang mit Tier und Umwelt zu erzeugen.“

10.06.2014 |

Regierung verweigert sich Weltagrarbericht-Unterzeichnung

Kein Statement für kleinbäuerliche Landwirtschaft Kein Statement für kleinbäuerliche Landwirtschaft

Der Deutsche Bundestag wird die Bundesregierung nicht zur Unterzeichnung des Weltagrarberichts auffordern. Ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen scheiterte am vergangenen Mittwoch im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am Widerstand von CDU/CSU und SPD. Die Grünen hatten im Antrag „Weltagrarbericht jetzt unterzeichnen“ betont, dass der Weltagrarbericht (IAASTD) aus einem von UN und Weltbank initiierten mehrjährigen Prozess mit über 900 Teilnehmern aus 110 Ländern hervorgegangen sei und ihn bisher 58 Staaten anerkannt haben. Mit der Absage an eine Unterzeichnung verweigere sich Deutschland „diesem international herausragenden Prozess“. Der Bericht fordert „eine grundsätzliche Neuausrichtung von Agrarpolitik und Agrarforschung, welche die überragende Bedeutung der bäuerlichen Landwirtschaft für die Bekämpfung des Hungers anerkennt.“ Ein Grünen-Vertreter hatte an die Bundesregierung appelliert, Farbe zu bekennen, ob sie das Modell einer industriellen Landwirtschaft unterstütze oder auf der Seite einer kleinbäuerlichen Landwirtschaft in Entwicklungsländern stehe. Vertreter der Koalitionsfraktionen argumentierten, die Bundesregierung handle „im Lichte der Erkenntnisse und Empfehlungen des Weltagrarberichtes“, was eine Unterzeichnung überflüssig mache.

06.06.2014 |

Studie: EU-Agrarreform schadet Artenvielfalt

Einfalt anstelle der versprochenen Vielfalt! Einfalt anstelle der versprochenen Vielfalt!

Von den ambitionierten Zielen im Bereich des Umweltschutzes bei der EU-Agrarreform bleibt nicht viel übrig. Der von vielen EU-Politikern propagierte grüne Effekt existiere nicht, machen Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig in einer neuen Studie deutlich. Das Greening-Konzept sah ursprünglich beispielsweise vor, zehn Prozent der gesamten Äcker als ökologische Vorrangfläche zum Arten- und Umweltschutz zu erhalten. „Im Laufe der Verhandlungen wurde dieses Ziel jedoch zunehmend verwässert“, so Mitautor Klaus Henle vom UFZ. Durch etliche Ausnahmeregelungen wurde das Greening so zum Greenwashing. Durch diese Entscheidungen entsteht der Verlust wertvoller Kulturlandschaften, die Intensivierung in der Landwirtschaft schränkt die Artenvielfalt so nur noch stärker ein. Anstelle dessen schlagen die Autoren vor, kleine, nachhaltig wirtschaftende Bauernhöfe zu fördern und Landwirte im Bereich alternativer Arbeitsweisen zu schulen. Noch bestehe die Möglichkeit, Nachbesserungen der Reform durchzusetzen, so die Forscher.

27.05.2014 |

Dänemark beendet Schnabelkürzen

In Dänemrak trägt man zukünftig wieder Schnabel! In Dänemrak trägt man zukünftig wieder Schnabel!

Das Königreich Dänemark geht einen weiteren Schritt in Richtung verbesserter Tierschutz. Nach Schächtverbot und Kastenstandabschaffung verpflichtet sich der dänische Verband der Eierproduzenten Danske Æg, der rund 95 Prozent der gesamten Branche vertritt, ab dem 1. Juli auf das Kürzen der Legehennenschnäbel zu verzichten. Die auch in Deutschland gängige Praxis, um Kannibalismus bei der Haltung vorzubeugen, soll sowohl für die Boden- als auch Freilandhaltung gelten. Möglich mache das eine gründliche Vorbereitung im Bereich neuer Haltungsverfahren und Zuchtfortschritte, so der Bereichsleiter von Danske Æg, Jørgen Larsen Nyberg. Auch in Deutschland regt sich Protest: So hatte der niedersächsische Landwirtschaftsminister Meyer bereits vor einigen Monaten angekündigt, dass Kürzen der Schnäbel ab 2016 in seinem Bundesland zu verbieten, die Albert-Schweizer-Stiftung hat bereits fast 18.000 Stimmen gegen das Verfahren gesammelt.

22.05.2014 |

EU-Agrarreform: Ökologisierung gescheitert

Ursprünglich sollte Artenvielfalt und Naturschutz gefödert werden Ursprünglich sollte Artenvielfalt und Naturschutz gefödert werden

Der Deutsche Bundestag berät heute abschließend das Direktzahlungen-Durchführungsgesetz, das einen wichtigen Baustein bei der nationalen Umsetzung der EU-Agrarreform bildet. Im Gesetz werden u.a. die sogenannten „Greening-Auflagen“ festgelegt. Diese müssen alle landwirtschaftlichen Betriebe erfüllen, um Direktzahlungen zukünftig in voller Höhe zu erhalten. „Bisher war geplant, 30 Prozent der 5 Milliarden Euro Steuergelder, die die deutschen Landwirte jährlich an Direktzahlungen erhalten, an zentrale gesellschaftliche Ziele zu koppeln: Trinkwasserschutz, Bodenschutz und Erhalt der Artenvielfalt. Daraus wird nun nichts“, so Jan Plagge, Vorstand des BÖLW.
„Die Einigung der Koalitionsfraktionen bei den Greening-Auflagen bringt keine positiven Effekte für die Umwelt und die Artenvielfalt. Damit wird das zentrale Ziel der Europäischen Agrarreform bei der Umsetzung in Deutschland verfehlt. Statt Arten- und Gewässerschutz Vorfahrt zu gewähren, kann zukünftig weiter intensiv und mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln auf ökologischen Vorrangflächen gewirtschaftet werden“, so Plagge und gibt zu bedenken: „Dies entspricht weder den Erwartungen der Europäischen Steuerzahler noch den Empfehlungen der Wissenschaftler aus den bundeseigenen Forschungseinrichtungen. Die jetzige Umsetzung der Europäischen Agrarreform in Deutschland wird die Legitimation der Finanzhilfen für alle Landwirte weiter schwächen.“

16.05.2014 |

Agrarpolitiker-Einigung: Aus Greening wird Greenwashing

Eiweißpflanzen wie Lupinen dürfen mit Pestiziden behandelt werden Eiweißpflanzen wie Lupinen dürfen mit Pestiziden behandelt werden

Am gestrigen Donnerstag kam es zu einer Einigung beim strittigen Thema Greening, welche nächste Woche noch vom Bundestag verabschiedet werden muss. Die Agrarpolitiker von SPD und CDU beschlossen, auf den ökologischen Vorrangflächen den Einsatz von Pestiziden und Mineraldünger beim Eiweißpflanzenanbau zuzulassen. Auf diesen Gebieten soll auch der Zwischenfruchtanbau genehmigt werden. Die Entscheidungen werden von den Ökoverbänden stark kritisiert. Sie fordern von den Umweltpolitikern der Großen Koalition eine klare Ablehnung des Kompromisses, da sonst vom geplanten Öko-Effekt der Vorrangflächen nichts mehr übrig bleiben würde, so Felix Löwenstein vom BÖLW. Auch Jan Plagge von BIOLAND sieht in der Einigung eher Greenwashing anstelle einem Greening mit positiven, ökologischen Folgen. Die Artenvielfalt sei durch die Pestizide bedroht und der Zwischenfruchtanbau habe keinen positiven Effekt auf die Biodiversität, so Plagge.

14.05.2014 |

Tierquälerei auf Putenfarm

Schwerverletzte Tiere leiden (Foto: SOKO Tierschutz e.V.) Schwerverletzte Tiere leiden (Foto: SOKO Tierschutz e.V.)

Es ist wieder so weit: Deutschland hat einen neuen Geflügel-Skandal. Dieses Mal hat die Organisation „SOKO Tierschutz“ einen Beitrag veröffentlicht, der mit verstörenden Bildern extreme Tierquälerei dokumentiert. So zeigen die Aufnahmen die in Deutschland verbotene Praxis des Schächtens, den Puten wird ohne Betäubung die Kehle durchschnitten, die Tiere bluten bei lebendigem Leibe aus. Auch wird ein Mitarbeiter gezeigt, der auf Tiere einschlägt und das noch lebende Geflügel in Mülltonnen stopft. Im Stall sind viele kranke, verletze und tote Tiere zu sehen, der gesamte Bestand wird allem Anschein nach nur durch den enormen Antibiotikaeinsatz am Leben gehalten. Die Tiere stammen aus Betrieben in Süddeutschland, welche über das österreichische Familienunternehmen „Huber Landhendl“ an große Supermarktketten wie REWE geliefert werden. Die Tierschützer haben den betreffenden Mäster nun angezeigt, Bayerns Umweltminister Huber hat bereits versichern lassen, schnellstmöglich umfassend aufzuklären. Der Landwirt weißt indes alle Anschuldigungen von sich.

12.05.2014 |

Bio-Branche lehnt neue EU-Öko-Verordnung ab

Felix Prinz zu Löwenstein (Foto: BÖLW) Felix Prinz zu Löwenstein (Foto: BÖLW)

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) beurteilt den Entwurf der EU-Kommission für eine neue EU-Öko-Verordnung als vollkommen ungeeignet, Bio in Deutschland und Europa voranzubringen. In seiner Stellungnahme zeigt der Dachverband der Bio-Branche kritische Punkte und handwerkliche Mängel des Verordnungsvorschlags auf: „Wir sind davon überzeugt, Europa braucht mehr Bio, nicht weniger. Der Verordnungsvorschlag der EU-Kommission würde hingegen dazu führen, dass zukünftig deutlich weniger Betriebe in Europa ökologisch wirtschaften und damit die umweltfreundlichste Form der Lebensmittelerzeugung ausgebremst wird, so der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein. Er sieht den Vorschlag der Kommission als „Schrumpfkur für die Ökologische Lebensmittelwirtschaft“. Löwenstein kritisiert, dass der Entwurf von handwerklichen Mängeln durchzogen ist, viele neue Regelungen würden auf falschen Annahmen basieren. So gäbe es anstelle von Vorschlägen für verbesserte Rahmenbedingungen und mehr Sicherheit mit der neuen Verordnung Risiken für Öko-Betriebe, die allen Beteiligten mehr Bürokratie auflastet.

12.05.2014 |

Regionalbündnis „Meine Landwirtschaft Sachsen“ gegründet

Meine Landwirtschaft jetzt auch in Sachsen Meine Landwirtschaft jetzt auch in Sachsen

Am vergangenen Wochenende wurde das Regionalbündnis „Meine Landwirtschaft Sachsen“ in Dresden von gut 30 Mitstreitern vorgestellt. Das neue Bündnis aus Landwirten und Verbrauchern setzt sich für eine zukunftsfähige Landwirtschaft im Bundesland Sachsen ein, Anbau-, Umwelt- und Verbraucherschutzverbände appellieren in einer gemeinsamen Petition an die sächsische Regierung, sich für mehr Bodenschutz, gute Lebensmittel und Tierwohl einzusetzen. Dabei ist der Fokus nicht nur auf Biobetriebe gelegt, es geht vielmehr darum ein breites Bündnis aufzubauen, auch konventionelle Betriebe sollen mitmachen. Mit der Aktion sollen die Verbraucher wieder für die Herkunft ihrer Lebensmittel sensibilisiert werden: „Wir Bauern müssen mit den Verbrauchern gemeinsam für eine gute Landwirtschaft kämpfen, damit uns die politische Ebene ernst nimmt“, sind sich die Initiatoren einig. Mit der Gründung startete gleichzeitig eine Petition an den sächsischen Landtag, deren Ziel eine auch staatlich befürwortete Agrarwende in Sachsen ist.

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