Nachrichten
04.09.2014 | permalink
Agrarministerkonferenz in Potsdam
Aktionen vom BDM und ARTgerecht sind geplant
Die zweite Agrarministerkonferenz (AMK) im Jahr 2014 findet vom 3. bis 5. September in Potsdam statt. Den Vorsitz übernimmt der brandenburgische Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD). Auf der Fachkonferenz stehen Themen wie die Weiterentwicklung der europäischen Agrarpolitik, Verbraucherschutz, Veterinärwesen, die Neufassung der Düngeverordnung und TTIP. Außerdem setzt die Konferenz Schwerpunkte auf die Verbesserung der Nutztierhaltung mit Blick auf die Tiertransporte, sowie auf das Thema Bodenmarktpolitik. Am Rande der AMK finden wieder einige Aktionen statt, unteranderem vom Deutschen Tierschutzbund zusammen mit Tollwood und der Kampagne ARTgerecht. Außerdem wird der Bundesverband Deutscher Milchvielhalter e.V. (BDM) mit einem Traktorenzug vertreten sein, um die Botschaft „Ein globalisierter Milchmarkt braucht ein wirksames Sicherheitsnetz – jetzt handeln!“ an die Minister und Ministerinnen weiterzutragen.
03.09.2014 | permalink
Agrarsubventionen: Wer profitiert von den EU-Agrarhilfen?
EurActiv.de schafft einen Überblick über die EU-Agrarsubventionen 2013
Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung veröffentlicht die Namen der deutschen Agrarhilfe-Empfänger 2013, daraufhin listet EurActiv.de die Top 200 auf. Allerdings enthält die Datenbank aus datenschutzrechtlichen Gründen ausschließlich juristische Personen. Die meisten Subventionen gingen 2013 überwiegend an die neuen Bundesländer, so erhielt der öffentliche Landesbetrieb für Küstenschutz mit 22 Millionen die höchsten Subventionen. Mehr als 100 der top Empfänger in Deutschland sind private Empfänger. Hierbei gehen erhebliche Mengen sowohl an Vermehrungsbetriebe von Legehennen, wie auch an Südzucker aus Ochsenfurt, ebenso erhielt die Agrarset-Agrargenossenschaft Nauen 3,2 Millionen Euro. Ähnlich viel bekam die Agrargenossenschaft Rhönperle. Ein weiterer Teil ging auch 2013 an Energiekonzerne wie RWE und E.ON mit 424.000 und 102.000 Euro. Sie erhalten die Förderungen, weil sie Raps, Getreide oder Rüben in Gebieten anbauen, in denen sie zuvor Braunkohle abgebaut haben.
02.09.2014 | permalink
Keine zweite Amtszeit für Agrarkommissar Ciolos
Nachdem die rumänische Regierung neben dem amtierenden Agrarkommissar Dacian Ciolos Kommissionspräsident Juncker als zweite Kandidatin die sozialistische EP-Abgeordnete Corina Cretu als Alternative angeboten hat, soll Juncker angesichts viel zu weniger weiblicher Vorschläge sie bereits als Regionalkommissarin akzeptiert haben. Um das Agrarressort würden sich dann wohl der Ire Phil Hogan und der ehemalige spanische Landwirtschaftsminister Miguel Arias Canete streiten. Arias gilt als Freund der Gentechnik und industriellen Landwirtschaft.
27.08.2014 | permalink
Greenpeace Umfrage: Eierproduktion in Deutschland größtenteils ohne Gentechnik
Eier ohne Gentechnik zur Mehrheit in Deutschland produziert
Der Bundesverband Deutsches Ei e.V. (BDE) hatte Anfang dieses Jahres angekündigt, gentechnisch veränderte Pflanzen als Futtermittel einsetzen zu wollen. Doch laut einer aktuellen Umfrage von Greenpeace stellte sich heraus, dass die größten Eierproduzenten in Deutschland zur Mehrzahl gentechnikfreies Futter einsetzen. 24 der 27 befragten Unternehmen produzieren ausschließlich Eier ohne Gentechnik. Ein Großteil der befragten Eierproduzenten lässt sich von ihren Futtermittellieferanten die gentechnikfreie Produktion des Tierfutters bestätigen. Oft werden zusätzlich eigene Futtermittelproben in Laboren analysiert. Zudem lassen zunehmend mehr Produzenten externe Kontrollen von unabhängigen Prüfinstituten durchführen. „Das ist ein wichtiger Erfolg! Die Verbraucherproteste der letzten Monate zeigen nun Wirkung. Die Eierbranche belegt, wer ohne Gentechnik füttern will, der kann das auch“, sagt Stephanie Töwe, Gentechnik-Expertin von Greenpeace.
21.08.2014 | permalink
Weltmarktexporte benachteiligen Entwicklungsländer
Maria Heubuch bewirtschaftet einen Milchviehbetrieb (Bild:www.maria-heubuch.de)
Die Grünen-Europaabgeordnete Maria Heubach ist der Meinung, dass trotz aller Reformen die gemeinsame Agrarpolitik noch immer auf Weltmarktexporte konzentriert ist und damit den Entwicklungsländern schadet. Tiere werden in Deutschland in großen Mastanlagen sehr billig produziert, aber es werden in Europa oft nur die Edelteile verkauft, die restlichen Teile werden beispielsweise in Asien und Afrika tiefgefroren auf Märkten verkauft. Die lokalen Produzenten können mit den Preisen nicht mehr mithalten. „Die Förderung von Großbetrieben ist eine Form des Dumpings, auch ohne Exporterstattungen“, erklärte Heubuch. Sie fordert eine Obergrenze für Investitionsbeihilfen, als auch Direktzahlung für Mastbetriebe, besonders für Stallneubauten. Hauptsächlich seien Einschnitte beim Baurecht nötig, um Großmastanlagen gar nicht erst ermöglichen zu lassen.
13.08.2014 | permalink
Schweineskandal bei EDEKAs Markenfleisch „Gutfleisch“
Mangelnde Hygiene in EDEKAs Schweinefabriken
Tierschützer der Organisation „Animal Equality“ werfen EDEKA vor, massiv gegen das Tierschutzrecht zu verstoßen. Die Tierschutzaktivisten haben die Verstöße heimlich auf fünf Betrieben in Schleswig-Holstein gefilmt. Alle fünf Betriebe beliefern EDEKA für die Marke Gutfleisch. Gutfleisch wirbt für die hohe Qualität, Tierschutz und Hygiene: „Unsere Landwirte halten die Tiere artgerecht und dokumentieren ihre Gesundheit.“ Auf den Filmaufnahmen sind kranke, tote und lebende Schweine in einer Box zu sehen. Ein Tier ist bereits an Hals, Bauch und Schnauze lila angelaufen. Schweine können nicht mehr aufrecht stehen, haben blutige Schwänze und Ohren. Zu sehen sind außerdem Sauen, die sich in engen Boxen kaum bewegen können und wund gescheuert sind. Auf ihrer Homepage reagierte das Unternehmen wie folgt: „Wir nehmen die Ergebnisse der Testkäufe sehr ernst und werden alles daran setzen, sie aufzuklären. Wir gehen davon aus, dass es sich hier um Einzelfälle handelt. Unabhängig davon haben wir eine interne Prüfung eingeleitet.“
11.08.2014 | permalink
Test: MRSA-Keime in Grillfleisch gefunden
Krankenhauskeime in mariniertem Grillfleisch
Nach einem Test der Grünen wurde mit MRSA-Keimen besetztes mariniertes Grillfleisch gefunden. Dabei wurden in 13 Städten, aus allen gängigen Discountern, Stichproben entnommen. Insgesamt wurden 14% der genommen Proben positiv auf MRSA-Keime getestet. Dieser Keim, besser bekannt als Krankenhauskeim ist gegen die meisten herkömmlichen Antibiotika resistent und kann beispielsweise Wundinfektionen und Atemwegsentzündungen auslösen. Allerdings sind nicht alle Keime lebensbedrohlich. „Die verschiedenen Keimresistenzen sind eine tickende Zeitbombe“, sagt Friedrich Ostendorff, der agrarpolitische Sprecher der Grünen. Er kritisiert, dass es keine entscheidenden Maßnahmen der Bundesregierung gibt, um den Missbrauch von Antibiotika in der Massentierhaltung aufzuhalten.
11.08.2014 | permalink
Tausend Tonnen Essiggurken wurden vernichtet
Schwüles Wetter lässt Gurken sprießen
Im größten Anbaugebiet Europas für Einlegegurken wurden in den letzten Tagen rund 1000 Tonnen Gurken vernichtet. Aufgrund des schwülwarmen Wetters in den letzten Wochen sind die Gurken enorm schnell gewachsen. Da die Gurken innerhalb der ersten zwei Tagen weiterverarbeitet werden müssen, kommt es zu Engpässen in der Produktion. „Die Gurke muss spätestens nach zwei Tagen im Glas sein. Die Betriebe arbeiten auf Hochtouren, können die Massen aber nicht mehr verarbeiten“, sagte der Betriebsleiter der Gurkenerzeugerorganisation Bayern, Josef Hofmeister.
08.08.2014 | permalink
Foodwatch-Analyse kritisiert löchrige Lebensmittelüberwachung
Neuer Report „Rechtlos im Supermarkt“ (Bild: Foodwatch)
Laut des Vereins Foodwatch ist eine Überholung des deutschen Lebensmittelrechts dringend erforderlich. Die neueste Analyse der Verbraucherschützer „Rechtlos im Supermarkt“ deckt mangelnden Gesundheitsschutz auf. So sind die Testpflichten zu gering, sodass es häufig zu Dioxinbelastungen in Futtermitteln oder zu Grenzüberschreitungen beim Pestizideinsatz im Obst-und Gemüsebau kommt. Außerdem kritisieren sie zu schwache Kontrollen beim Einsatz von Antibiotika und eine zu hohe Medikamentenvergabe in der Tiermast. Foodwatch macht in seinem Report deutlich, dass eine Selbstanzeige der Lebensmittelproduzenten zur Straffreiheit führt, selbst wenn die belastete Ware bereits verkauft wurde. „Dadurch besteht nicht nur keine Abschreckung, sondern sogar ein Anreiz zum Futtermittelpanschen“, so Foodwatch-Chef Thilo Bode. Der stellvertretende Generalsekretär Udo Hemmerling vom Deutschen Bauernverband (DBV) dementiert hingegen die Vorwürfe und lobt die deutsche Lebensmittelsicherheit.
07.08.2014 | permalink
Tierschutz: Schnabelkürzen ab 2017 verboten
Der Schnabel bleibt in Zukunft dran
Ab 2017 sollen keine Eier mehr von Hennen mit gekürzten Schnäbeln verkauft werden. Die Entscheidung wird von den großen Lebensmittelketten wie Aldi, REWE, EDEKA und Lidl unterstützt. Das teilte die Organisation KAT (Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V.) mit, welche 95% der deutschen Eier zertifiziert. Damit sind beinahe alle landwirtschaftlichen Betriebe von der Vereinbarung betroffen. Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer befürwortet das Verbot des Schnabelkürzens: „Diese Entscheidung ist ein gewaltiger Durchbruch für mehr Tierschutz.“ Der grüne Minister hatte in seinem Bundesland die gängige, schmerzhafte Praxis als erstes gesetzlich untersagt.

