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Nachrichten

10.12.2015 |

Patent auf „Schrumpeltomate“ amtlich

Tomaten sind nun amtlich patentierbar, Foto: flickr.com, Pierre Rennes, CC BY 2.0 Tomaten sind nun amtlich patentierbar, Foto: flickr.com, Pierre Rennes, CC BY 2.0

Das Europäische Patentamt (EPA) hält am umstrittenen Patent auf die konventionell gezüchtete „Schrumpeltomate“ fest: Am Dienstag bestätigte die Technische Beschwerdekammer das vor über einem Jahrzehnt vom israelischen Landwirtschaftsministerium beantragte Patent EP1211926 mit verändertem Wortlaut. Patentiert wurde eine Tomate aus traditioneller Züchtung, die weniger Wasser enthält und sich daher besser zu Ketchup verarbeiten lässt.

Die Frucht verbleibt „über den Punkt des normalen Reifens hinaus am Stängel“ und aufgrund der natürlichen Dehydratisierung schrumpelt die Haut der Tomate, ohne dass sie verdirbt, ist dem Antrag zu entnehmen. Das Patent umfasst nun jedoch nicht das Züchtungsverfahren.

Das EPA erntet seit Jahren herbe Kritik, da seine Vergabepraxis gegen geltende Patentgesetze verstößt. Artikel 53 (b) des Europäischen Patentübereinkommens verbietet Patente auf Pflanzensorten sowie auf „im Wesentlichen biologische Verfahren zur Züchtung von Pflanzen und Tieren“, bei denen keine Gentechnik zum Einsatz kam. Doch das EPA erteilt munter weiter Patente auf konventionell gezüchtete Pflanzen.

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08.12.2015 |

Gentechnik-Raps auf Felder gelangt

Raps (Foto: flickr.com, labete / CC BY-NC-ND 2.0) Raps (Foto: flickr.com, labete / CC BY-NC-ND 2.0)

In acht Bundesländern wurde dieses Jahr ungewollt gentechnisch veränderter Raps ausgesät – das Saatgut war mit einer nicht-zugelassenen Biotech-Sorte verunreinigt. Das teilte die zuständige Bundesbehörde mit. Die Pflanzen seien zerstört worden. Die Behörde will nun durch „weitere Kontrollmaßnahmen“ verhindern, dass der Gentechnik-Raps nächstes Jahr vereinzelt doch blühen könnte.

Auf 48 Parzellen von je circa zehn Quadratmetern sei der OXY-235-Raps von Bayer Cropscience zusammen mit herkömmlichen Samen ausgebracht worden, so das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am Freitag. Dabei sei es nicht um landwirtschaftlichen Anbau gegangen, sondern „um züchterische Arbeiten im kleinen Maßstab im Zuge der Vorprüfung und Sortenentwicklung“.

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02.12.2015 |

Europäische Bauern ohne Äcker

Europas Äcker im Ausverkauf / Titelbild der Studie Europas Äcker im Ausverkauf / Titelbild der Studie

Der europäische Bodenmarkt ist entfesselt und Spekulationen freigegeben, wodurch Aufkäufe ganzer landwirtschaftlicher Betriebe an Kapitalanleger stattfinden, stellt Maria Heubuch, Europa-Abgeordnete und Milchbäuerin, in ihrer neuen Studie „Landjäger – Europas Äcker im Ausverkauf“ fest. In vielen europäischen Regionen würde dadurch die bäuerliche Landwirtschaft strukturell unmöglich gemacht und Landkonzentration befördert.

Moderne „Landjäger“ seien heutzutage oft Kapitalgesellschaften, die der bäuerlichen Landwirtschaft sprichwörtlich den Boden unter den Füßen wegziehen. Dieser Prozess gelange kaum an die Öffentlichkeit, da es auch keine umfassende Datenlage zum Thema gibt. Für die Bäuerinnen und Bauern sei eine der wenigen Chancen Land zu bekommen und zu behalten, weiterzuwachsen oder zu erben.

Dabei sieht „Landgrabbing“ in Europa oft anders aus als in Afrika, weil hier die Übernahmen legal abliefen. Immer größere, agrarindustrielle Strukturen breiten sich aus. Land wird zunehmend zu Anlage und Spekulationsobjekt und dient nicht länger als Grundlage bäuerlicher Landwirtschaft. Heubuch dazu: „Überall wird Alarm geschlagen. Der Handlungsbedarf ist groß. Die Sache eilt. Einmal geschlossene Höfe werden nicht neu eröffnet. Einmal zum Schnäppchen-Abschuss freigegebene Flächen kommen nicht zurück in bäuerliche Hand.“

70 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland gehören nicht mehr den Landwirten, die sie bewirtschaften. Das erfordere einen neuen, sehr breiten Konsens und Gesellschaftsvertrag über künftiges Bodeneigentum und Bodenbewirtschaftung. Auch dazu wolle die Broschüre anregen.

01.12.2015 |

Glyphosat-Urteil von Wissenschaftlern scharf kritisiert

Anwendung von Glyphosat / Foto: Flickr.com / Paul Schulze,  Lizenziert unter Creative-Commons (CC-BY 4.0) Anwendung von Glyphosat / Foto: Flickr.com / Paul Schulze, Lizenziert unter Creative-Commons (CC-BY 4.0)

Mehr als 90 Wissenschaftler haben am Freitag einen Brief an EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis geschickt. Darin fordern sie, das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat erneut auf Krebsrisiken zu bewerten. Harte Kritik äußern sie an einer deutschen Behörde: diese habe „wissenschaftlich inakzeptable“ Schlussfolgerungen gezogen als sie die Chemikalie als unschädlich „bei einer sachgerechten Anwendung“ einstufte.

Die Experten fordern den EU-Kommissar auf, die Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und der EU-Lebensmittelbehörde (EFSA) zurückzuweisen. Diese seien nicht transparent, bezögen sich zu sehr auf unveröffentlichte Industrie-Studien und wichen von den Standards der wissenschaftlichen Praxis ab. Um die Tumorfunde bei mit Glyphosat gefütterten Labortieren einzuordnen, hätten die Behörden beispielsweise historische Kontrolldaten zu Krebserkrankungen herangezogen, die zu diesem Zweck gar nicht geeignet seien. Wichtige Hinweise auf eine erbgutschädigende Wirkung bei Tieren und Menschen seien zudem „ignoriert“ worden.

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30.11.2015 |

Straathof erneut vor Gericht

Schwein Futtermittel benötigen Land (Foto: United Soybean Board)

Letzten Dienstag erschien Adrianus Straathof zur Abwechslung als Kläger im Oberverwaltungsgericht Magdeburg, da er sich gegen den Vorwurf der nicht tiergerechten Haltung wehren wollte. Das Gericht bestätigte jedoch das ausgesprochene Tierhaltungsverbot und bestätigte somit den Vorwurf mangelnder Kastengröße. Das ruhende Verfahren gegen den „Schweinebaron“ kann nun wieder aufgenommen werden.

Das Oberverwaltungsgericht verwies beim Urteil auf die Tierschutznutztierverordnung, die regelt, dass schwangere Sauen und Mutterschweine mit kleinen Ferkeln im Liegen ihren Kopf und ihre Beine ungehindert ausstrecken können müssen. Davon waren die Kastenstände in der Mega-Anlage in Gladau, im Jerichower Land, weit entfernt. Straathof kann gegen das Urteil keine Revision einlegen.

Vor einem Jahr wurde ein Tierhaltungsverbot gegen Straathof wegen schwerer Tierschutz-Verstöße ausgesprochen. Da er jedoch in mindesten zehn weiteren Firmen über Jahre hinweg Geschäftsführer war und diese mit seiner Straathof-Holding zu einem undurchsichtigen Geflecht verbunden sind, konnten seitdem trotzdem gewinnbringend Schweine gehalten werden. Straathof betreibt darüber hinaus Schweinezucht in den Niederlanden und Ungarn.

Jutta Sundermann von Aktion Agrar dazu: „Der Fall Straathof zeigt, wohin sich Landwirtschaft entwickeln kann, wenn sie Mengensteigerung und Billigproduktion vor bäuerliche Prinzipien, wie das der flächengebundenen Tierhaltung mit Auslauf und eigenem Futter, stellt. Straathof ist ein Extrembeispiel, aber seit Jahren werden die Schweineställe und der Preisdruck größer. Agrarfabriken schaden Mensch und Tier – und dem Klima noch dazu. Wir brauchen eine Agrarwende, die das Höfesterben stoppt, die faire Preise und echten Tierschutz ermöglicht. Die kann nur zustande kommen, wenn Bäuerinnen und Bauern und Menschen in der Stadt zusammenarbeiten.“

27.11.2015 |

Bäuerinnen und Bauern fordern Klimaschutz

Barbara Hendricks nimmt den Klimaappell mehrerer Bauernverbände entgegeng, Foto: BMUB Barbara Hendricks nimmt den Klimaappell mehrerer Bauernverbände entgegeng, Foto: BMUB

Anlässlich der am nächsten Montag beginnenden Klimakonferenz in Paris übergaben Bauernverbände gestern einen Klimaappel an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Darin fordern sie von den Vertretern der Vereinten Nationen wirksame Maßnahmen zum Schutz des Klimas. Denn gerade die Landwirtschaft leidet direkt unter den Folgen des Klimawandels.

Vorderstes Ziel müsse es sein, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu stoppen. Der Weltklimarat droht unterdes, dass es noch in diesem Jahrhundert zu einem Temperatur-Anstieg von drei bis fünf Grad kommen könne, was verheerende Auswirkungen auf die Ökosysteme und damit die Menschheit hätte. Der von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der jungen AbL, Bioland, Biokreis, Demeter und Naturland unterzeichnete Appell warnt vor den existentiellen Bedrohungen für Bäuerinnen und Bauern hier und weltweit.

Bereits jetzt sind Schäden in der Landwirtschaft und Ernteausfälle durch extremen Starkregen, starkes Hochwasser und anhaltende Trockenheit immens. Besonders die bäuerliche Landwirtschaft im globalen Süden hat darunter zu leiden. Immer mehr fruchtbares Land wird zerstört und ganze Regionen sind landwirtschaftlich nicht mehr zu verwenden.

Deshalb stellen die Verbände die Forderung, dass die selbst auferlegten CO2-Reduktionsziele nicht aufgegeben werden dürften und die Einhaltung der Obergrenze von zwei grad Erderwärmung verbindlich festgeschrieben werden solle. Zudem räumen die Unterzeichner die eigene Verantwortung für den Klimaschutz ein. Durch Humusaufbau, Energieeinsparungen und nachhaltige Erzeugung von regenerativen Energien sowie die Reduktion von Treibhausgasen könne gemeinsam mit den entsprechenden politischen Rahmenbedingungen das Klima geschont werden.

18.11.2015 |

Klimaschutz und Landwirtschaft zusammen denken

Foto: Mongolia climate change and adaptation / creativecommons.org/licenses/by/2.0 Foto: Mongolia climate change and adaptation / creativecommons.org/licenses/by/2.0

Vor Beginn des diesjährigen 21. UN-Klimagipfels vom 30. November bis 11. Dezember in Paris veröffentlichen Bioland-Bauern eine Resolution, die die Bundesregierung auffordert, den ökologischen Landbau bei der Umsetzung ihrer Klimaziele zu nutzen. In einem zwölf Punkte umfassenden Plan stellen sie dar, dass klimafreundliche Landwirtschaft helfen kann, Treibhausgase zu reduzieren.

Bei der Produktion eines Lebensmittels, angefangen bei der landwirtschaftlichen Erzeugung über Verarbeitung, Vermarktung, Handel bis hin zum Endverbraucher entstünden rund 20 Prozent der Treibhausgasemissionen Deutschlands. Der verursachte Anstieg der Erderwärmung von zwei Prozent habe also eine Mitursache in der derzeitigen Landwirtschaft. Jedoch würde sie auch massiv von klimatologischen Veränderungen betroffen werden.

Die Bioland Bundesdelegierten sehen die Agrar- und Ernährungspolitik deshalb als Teil der Klimapolitik, die verbindliche Reduktions- und Zwischenziele bedarf. Reduktion von Fleischkonsum, Erhalt von intakten, CO2-bindenden Böden, Stopp von offensivem Export, die Reduktion von Lebensmittel-Verschwendung und die Förderung von Forschung zu klimafreundlichen Anbaumethoden sind als Forderungen angeführt.

11.11.2015 |

Kampagne gegen TTIP übergibt mehr als drei Millionen Unterschriften

Unterschriften-Übergabe gegen TTIP und CETA an EU-Parlamentspräsident Schulz (r.) (Foto: Stop TTIP, creativecommons.org/licenses/by/2.0) Unterschriften-Übergabe gegen TTIP und CETA an EU-Parlamentspräsident Schulz (r.) (Foto: Stop TTIP, creativecommons.org/licenses/by/2.0)

In Berlin nahm EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) am Montag 3.284.289 Unterschriften gegen die Handelsabkommen TTIP und CETA entgegen. Es ist die bislang erfolgreichste europäische Bürgerinitiative – die jedoch offiziell nicht zugelassen wurde. Eine Umfrage unter Aktivisten zeigt: den meisten geht es um den Schutz der Demokratie vor zu mächtigen Konzernen. Und: es sind kaum Rechte darunter.

„Wir freuen uns, dass der Protest gegen die Freihandelsabkommen offenbar bei den EU-Institutionen wahrgenommen wird“, erklärte Michael Efler, Mitglied im Stop TTIP-Bürgerausschuss. Parlamentspräsident Schulz müsse sich nun dafür einsetzen, dass sich auch die EU-Kommission – die ja mit Washington und Ottawa über die Abkommen verhandelt – mit der Kritik befasst und für mehr Transparenz sorgt.

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10.11.2015 |

Erster „Runder Tisch Milch“ in Wiesbaden

Milch Foto: Die Auslöser, Berlin

Gestern fand in Wiesbaden der erste „Runde Tisch Milch“ statt, der von Bund, Ländern und Verbänden zur Agrarministerkonferenz im Oktober beschlossen wurde. Damit kamen zum ersten Mal sämtliche Beteiligte der Wertschöpfungskette Milch zusammen, um über strittige Themen wie Milchmengenregulierung und Lieferkonditionen zwischen Betrieben und Molkereien auszutauschen.

Priska Hinz, hessische Agrarministerin und Vorsitze der Runde, erklärte gegenüber der Presse, dass nicht davon auszugehen gewesen sei, dass sofort Lösungen in allen Fragen gefunden werden können. Jedoch sei man sich darüber einig, dass eine Suche nach diesen notwendig sei.

Romuald Schaber und Kirsten Wosnitza, die für den Bund deutscher Milchviehhalter (BDM) am Runden Tisch teilnahmen, zeigten sich offen für alle Lösungen, die eine schnelle Marktentlastung und eine Verbesserung der Wettbewerbsposition der Milchviehhalter ermöglichen.
„Angesichts der Vielzahl der Teilnehmer an diesem Runden Tisch war es unser erklärtes Ziel, dass innerhalb einer für alle offenen Arbeitsgruppe an konkreten Ansätzen, wie das Milchangebot in der Krise an die gesunkene Nachfrage angepasst werden kann, kontinuierlich weitergearbeitet wird. Darauf hat man sich gestern beim Runden Tisch schließlich auch geeinigt“, so Schaber.

„Ein Aufschwung am Milchmarkt ist nicht in Sicht. Deshalb muss es jetzt darum gehen, zehntausende Milchbauern zu schützen, die wegen der beispiellos geringen Milchpreise kurz vor dem wirtschaftlichen Kollaps stehen“, machte Löwenstein, , Vorsitzender des Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), klar. „Dafür müssen neue Wege der Mengenbegrenzung gefunden werden. Die aktuellen Instrumente von Politik und Markt haben versagt.“ Nach dieser unmittelbaren Hilfe müsse sich allerdings grundsätzlich etwas ändern und eine dauerhafte Lösung gefunden werden, die das gesamte Erzeugungssystem auf den Prüfstand stellt. „Wir brauchen einen Umbau des aktuellen Systems der Milcherzeugung. Wir können nicht auf Exporterfolge für europäische Milch spekulieren, wenn dabei Bauernhöfe zugrunde gehen und hunderttausende Milchkühe nicht artgerecht gehalten und gefüttert werden“, fordert der BÖLW-Vorsitzende.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) begrüßt die Bildung einer Arbeitsgruppe, von Ministerien und Verbänden, die konkrete Vorschläge prüfen und weiterentwickeln soll, die praktikabel, umsetzbar und wirksam sind. „Vorschläge dazu liegen bereits auf dem Tisch, wie das Marktverantwortungsprogramm des European Milkboard EMB. Diese werden wir in der Arbeitsgruppe einbringen und zur Diskussion stellen. Wichtig ist, dass wir zu konkreten Maßnahmen kommen, die den Milchbauern helfen, möglichst schnell aus der existenzbedrohlichen Krise herauszukommen und auch langfristig wirtschaftliche Perspektiven zu erhalten. Die Zeit drängt.“, Ottmar Ilchmann, stellvertretender AbL-Vorsitzender und Milchviehhalter.

Die vereinbarte Arbeitsgruppe soll Ergebnisse für die nächsten Sitzungen von Bund und Ländern am 3./4. Dezember sowie am 8. Dezember vorlegen.

06.11.2015 |

Interessen und Sorgen von Bauern ernst nehmen

Foto: Flickr.com by CIFOR. Lizens: creativecommons.org/licenses/by/2.0 Foto: Flickr.com by CIFOR. Lizens: creativecommons.org/licenses/by/2.0

Das Agrarprojekt „ERNA goes fair – für eine faire Landwirtschaft weltweit“ wurde vom Katholischen Fonds und dem evangelischen Hilfswerk Brot für die Welt mit dem Ökumenischen Förderpreis Eine Welt ausgezeichnet. Das Projekt vernetzt Bauern und Bäuerinnen, 3.Welt Engagierte, Naturschützer und – was ungewöhnlich ist – Gewerkschafter und macht auf die Dimensionen eines globalisierten Agrarmarkts aus dem die bäuerliche Landwirtschaft vertrieben wird, aufmerksam. „ERNA“ steht dabei für Ernährungssicherheit und Nachhaltigkeit.

Die Aktion 3. Welt Saar will mit der Aktion eine andere entwicklungspolitische Perspektive einnehmen als das „ich entwickelt-du unterentwickelt“ : „Deutsche Kühe weiden in Paraguay und scheißen auf die Bauern im Senegal“ soll als ein Slogan der Kampagne unterstreichen, dass die auf den ersten Blick ganz unterschiedlichen Probleme und Zwänge der Bauern weltweit „alle Folge einer auf Wachstum um jeden Preis ausgerichteten Landwirtschaftspolitik.“ In Paraguay werden Bauern enteignet, um riesige Flächen mit Soja zum Export als Futtermittel anzubauen. Die politisch von der EU gewollte Überproduktion an Milch drückt die Preise für deutsche und andere EU-Bauern und zwingt viele zur Aufgabe ihrer Höfe. Die überschüssige Milch wird als Kondensmilch und Milchpulver zu Dumpingpreisen nach Westafrika exportiert und bringt dort die Milchbauern um ihre Existenz.

„Die Jury hat an dem Projekt überzeugt, dass es aus der Perspektive der Betroffenen konzipiert ist. Natürlich kümmert sich die Aktion 3.Welt Saar um die Belange der Armen im Senegal und in Paraguay. Sie kümmert sich aber auch um die Bauern in Deutschland, die dazwischen stehen und leicht einseitig in eine Verursacherrolle gedrängt werden könnten. Die Interessen und Sorgen dieser Bauern werden ernst genommen, ihre Zwänge werden gesehen und so werden sie zu Kooperationspartnern“, so Claudia Warning von Brot für die Welt über die Entscheidung.

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