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08.01.2017 |

Protest für „freien Weizen“ statt für Konzerngetreide

Protest am Forschungsministerium gegen Hybridweizen & Gentechniksaatgut (Foto: Aktion Agrar) Protest am Forschungsministerium gegen Hybridweizen & Gentechniksaatgut (Foto: Aktion Agrar)

Ausgestattet mit einem Riesen-Keks aus Holz, mit Backblechen, Kochlöffeln und Bäckermützen demonstrierten am Donnerstag Aktive von Aktion Agrar und der europäischen Saatgutkampagne gegen die Forschungsförderung der Bundesregierung. Jutta Sundermann von Aktion Agar kritisierte, dass Agrarkonzerne Steuermilliarden erhalten würden und damit Bauern ihrer Eigenständigkeit berauben würden. Gleichzeit würden die Megakonzerne jeden Nachbau von Samen aus eigener Ernte durch Hybridweizen verhindern wollen.

Bereits vor der Weihnachtszeit hatten rund 4300 Menschen aus knapp 100 Städten Kekstüten mit der Forderung nach „freiem Weizen“ verteilt. In der Forderung kritisierten sie die Forschungsprogramme vom Landwirtschaftsministerium und vom Forschungsministerium für die Züchtung von Hybrid-Weizen. Das ist technisch schwierig, denn normalerweise bestäubt sich Weizen selbst. Um Hybride herzustellen, muss Weizen mittels Chemie oder Gentechnik kastriert werden.
Sundermann stellte außerdem klar, dass Technologien, die Menschen den Zugang zu Saatgut erschweren, den Hunger weltweit nur verschärfen würden, statt eine Welternährung sicherzustellen, wie es Konzerne und die Bundesregierung behaupteten. Das neue Gentechnikgesetz würde Saatgutkonzernen wie Bayer, Monsanto, Syngenta und Co Wege für den Anbau gentechnisch veränderter Sorten offenhalten. Die Aktionsgruppe ruft ebenfalls zur Wir haben es satt!-Demonstration am 21. Januar in Berlin auf. Mit dem Thema „Freier Weizen“ wird Aktion Agrar mit Bündnispartnern zusammen im Block der Bäckerinnen und Bäcker dabei sein.