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09.05.2016 |

Milchmarktkrise: Milchgipfel soll Abhilfe schaffen

BDM fordert politische Unterstützung zur Mengenregulierung (Foto: Simon Zeimke, flickr.com, https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/de/) BDM fordert politische Unterstützung zur Mengenregulierung (Foto: Simon Zeimke, flickr.com, https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/de/)

Nachdem in der letzten Woche der Milchpreis erneut stark gefallen ist und der Handel sich damit aus der Verantwortung gezogen hat mit den Molkereien faire Preise für die Bauern auszuhandeln, stellt sich die Frage, wie sich die Situation am Milchmarkt künftig entspannen wird. Die aktuelle Preissituation wird begründet mit der gestiegenen Produktion nach dem Wegfall der Milchquote zum 1. April 2015. Gleichzeitig steige aber die Nachfrage nicht und wichtige Absatzmärkte wie Russland und China seien nicht kaufkräftig genug oder gar ganz weggebrochen. Die Milchüberschüsse überschwemmten daher den Binnenmarkt.

Auf der Agrarministerkonferenz im April hatten die Landwirtschaftsminister der Länder den Bundesagrarminister aufgefordert, Gelder für eine Mengendrosselung auf dem Milchmarkt bereit zu stellen. Man war sich einig, dass eine Stabilisierung des Marktes nur über die Regulierung der Angebots- und Nachfragesituation zu erreichen sei. Der Bundesverband deutscher Milchviehhalter (BDM) sieht aktuell Handlungsbedarf seitens der Politik: „Finanzielle Hilfen an eine Mengenreduzierung zu knüpfen ist schon deshalb sinnvoll, weil damit die eingesetzten Mittel eine Hebelwirkung entfalten können, die letztlich allen Milchviehhaltern zugutekommt “ und fordert dazu auf, zeitnah Parameter für eine freiwillige Drosselung der Milchanlieferung zu erarbeiten.

Bundesagrarminister Christian Schmidt kündigte unterdessen gegenüber der Bild am Sonntag an, er möchte nun alle Beteiligten „noch im Mai zu einem Milchgipfel einladen“. Staatliche Anschubfinanzierungen zur freiwilligen Milchmengenreduktion unterstütze er aber weiterhin nicht. Der BDM appelierte schon zuvor an das Bundesministerium nicht weiter auf Zeit zu spielen. Die Verantwortungen seien in den letzten zwei Wochen erschöpfend diskutiert worden. Es brauche umgehend politische Rahmenbedingungen.